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Es ist bloss ein Spiel

Nach gut zehn Jahren Pause habe ich in der vergangenen Woche wieder einmal Fussballtrainings bei den Junioren geleitet. Auf dem Platz blieb mir oftmals bloss das Staunen. Was die kleinen Knöpfe heute alles am Ball können, ist schier unglaublich.
Patrik Kobler

Nach gut zehn Jahren Pause habe ich in der vergangenen Woche wieder einmal Fussballtrainings bei den Junioren geleitet. Auf dem Platz blieb mir oftmals bloss das Staunen. Was die kleinen Knöpfe heute alles am Ball können, ist schier unglaublich. Ich habe sie ermuntert, einige Tricks vorzuzeigen und eigentlich nicht besonders viel erwartet. Doch der Kleine im Barcelona Shirt rief «Rainbow» in die Runde und schon jonglierten alle den Ball im hohen Bogen durch die Luft.

Etwas verlegen fragte ich, ob sie denn auch den «Dreher» auf dem Ball beherrschen. Früher sagte man dem jeweils noch den Zidane-Trick. Von den Bengeln kann man aber wohl nicht erwarten, dass sie die Altstars kennen, die vor zehn und mehr Jahren ihren sportlichen Höhepunkt hatten. Freilich hatte ich vergessen, dass Zinedine Zidane sehr wohl noch ein Begriff ist. Schliesslich ist der Franzose Trainer von Real Madrid. Auch der Beste aller Zeiten, Diego Maradona, ist immer noch präsent. Dabei ist es schon sage und schreibe ein Vierteljahrhundert her, seit er bei Napoli und in der argentinischen Nationalmannschaft gezaubert hat. Welcher Trick ihm gewidmet ist, habe ich allerdings inzwischen wieder vergessen. Ich glaube, man muss dabei einen Knoten in die Beine machen und dann den Ball dreimal mit dem linken Zehen jonglieren. Oder so irgendwie.

Unsere Vorbilder waren früher nicht die Edeltechniker wie Maradona oder Zidane. Wir haben Andy Egli nachgeeifert. Deshalb ging es auf dem Bolzplatz bisweilen etwas robuster zur Sache. Wenn die Jungen sich heute dieselben Schlötterlinge an den Kopf werfen würden wie wir damals, würde wohl ein Sozialarbeiter anrücken. Wir haben es auch so immer geregelt gekriegt. Denn in dieser Lebensschule haben wir gelernt, dass man sich die Hand reicht, wenn das Spiel vorbei ist. Es ist eben bloss ein Spiel. Heute hat man bisweilen bereits im Juniorenfussball das Gefühl, dass es um Leben und Tod geht. An den Kindern liegt es nicht. Vielmehr müssen sich die erwachsenen Vorbilder an die eigene Nase fassen. Es ist bloss ein Spiel. Ob Sieg oder Niederlage: Das Leben geht weiter – sogar wenn der FC St. Gallen absteigt.

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