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Erweiterung Mehrzweckanlage in Schwellbrunn: Eine zweite Turnhalle wird es nicht geben

Die Sanierung der Mehrzweckanlage Sommertal ist ein grosser Lupf für die Gemeinde Schwellbrunn. Zu gross, um alle Wünsche der Bevölkerung und der Vereine zu berücksichtigen. Die Baukommission legt einen Kompromiss vor.
Astrid Zysset
Die Mehrzweckanlage Sommertal soll ab Sommer 2020 saniert und erweitert werden. (Bild: PD)

Die Mehrzweckanlage Sommertal soll ab Sommer 2020 saniert und erweitert werden. (Bild: PD)

Er wurde nicht müde, es zu betonen: Eine zweite Turnhalle liege finanziell nicht drin. Schwellbrunns Gemeinderat Markus Schmidli, Präsident der Baukommission, führte an der Orientierungsversammlung am Mittwochabend in der Aula des Schulhauses Sommertal aus, dass eine zweite Halle mindestens 1,2 Millionen Franken kosten würde. Das wäre finanziell eine zu grosse Belastung für die Gemeinde. «Wir haben wirklich alle Möglichkeiten in Betracht gezogen, um die Turnhalle doch noch realisieren zu können. Aber wir mussten uns eingestehen: Sie bleibt ein Traum.»

Hintergrund: Die Mehrzweckanlage Sommertal weist einen hohen Sanierungsbedarf aus. Sie ist in die Jahre gekommen, zu klein und häufig überbelegt. Die Bevölkerung wurde nach deren Wünschen und Vorstellungen befragt. Resultat: Der Mehrzweckraum innerhalb der Anlage soll mindestens die Grösse eines Volleyballfeldes aufweisen und somit als zweite Turnhalle genutzt werden können. Zudem braucht es einen Essraum für die Armee – jene nutzt während dreier Monate pro Jahr die Mehrzweckanlage. Und notwendig wären zusätzliche Lagerräume sowie eine vergrösserte Küche. Die Baukommission liess von Architekten zahlreiche Gestaltungsvorschläge ausarbeiten, der Gemeinderat hat anderweitige Investitionen zurückgestellt und stockte das Kostendach von 5,4 auf 5,9 Millionen auf. Trotzdem: Das Geld wird nicht ausreichen, um allen Wünschen gerecht zu werden.

Spielraum bei Investitionen ist begrenzt

Die Summe für die Sanierung weiter aufzustocken, das kommt für Gemeindepräsident Hansueli Reutegger nicht in Frage. «Das Volk hat in den Rückmeldungen zwar gefordert, dass wir mutig sein sollen. Aber übermütig dürfen wir nicht werden.» Gemäss Finanzhaushaltsgesetz muss der Gemeinderat finanzpolitische Zielgrössen festlegen, nach welchen er sich richtet. Schwellbrunn will seinen Steuerfuss im Mittelfeld der Ausserrhoder Gemeinden wissen. «Aktuell bewegen wir uns auf das letzte Drittel zu», so Reutegger. Und: Der Nettoverschuldungsquotient soll nicht mehr als 180 Prozent betragen. Beträgt dieser über 200 Prozent drohen Aufsichtsmassnahmen durch den Regierungsrat. «Die Gemeinde würde ihre Eigenständigkeit verlieren», nannte Reutegger in jenem Fall die Konsequenz.

Aktuell beträgt der Nettoverschuldungsquotient in Schwellbrunn rund 20 Prozent. «Man könnte meinen, das ist weit weg von 200», so der Gemeindepräsident weiter. Aber alleine aufgrund der bereits bewilligten Investitionen steigt der Quotient voraussichtlich bis ins Jahr 2023 auf 191 Prozent. Der finanzpolitische Spielraum in puncto Investition in die Mehrzweckanlage ist ausgereizt. Mehr noch: Es ist vorgesehen, durch Sponsoring, Stiftungsbeiträge und Benefizkonzerte bis zu einer Million Franken zu sammeln, welche das Gemeindebudget entlasten würden.

Foyer würde vergrössert

Doch wie soll sie nun aussehen, die neue Mehrzweckanlage? Die Baukommission hat sich auf einen Gestaltungsvorschlag geeinigt. Dieser sieht vor, das Foyer nach Süden zu erweitern. In diesem neuen «Gemeindesaal», wie Schmidli ihn nannte, würde dann die Armee untergebracht. Der bisherige Mehrzweckraum stünde somit 365 Tage pro Jahr für die Schwellbrunner Bevölkerung zur Verfügung. Zudem würde die Küche vergrössert und die sanitären Anlagen verlegt. Für die Umsetzung dieser Variante müsste der Gemeinderat ein Kredit von 6,2 Millionen Franken freigeben. Mit dieser Investition würde der Nettoverschuldungsquotient rund 190 Prozent betragen. «Das ist das oberste Limit, das wir verantworten könnten», sagte Schmidli. Die von vielen Vereinen gewünschte zweite Turnhalle sei nicht umsetzbar. «Nicht heute, und nicht in zehn Jahren. Von dieser Vorstellung müssen wir uns endgültig verabschieden.»

Der Gemeinderat entscheidet im Mai oder Juni über die von der Baukommission vorgelegte Variante. Im August soll das Vorprojekt verabschiedet werden, sodass im Oktober die Abstimmung stattfinden könnte. Der Baubeginn ist auf September 2020 festgesetzt.

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