Es gibt andere Möglichkeiten

«Abschaffung mit Hürden», Ausgabe vom 6. Mai

Fritz Rutz, Dietfurt
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In der Ausgabe vom «Toggenburger Tagblatt» vom 6. Mai hinterfragt Gemeinderatsschreiber Magnus Brändle, ob der Leserbriefschreiber Fritz Rutz nicht den vollen Umfang einer Massnahme wie der totalen Abschaffung einer Ausnützungsziffer erkennen könne. Er unterstellt dem Gemeinderat Kirchberg ein verantwortungsbewusstes Handeln in dieser Frage.

Hier darf die Frage erlaubt sein: Haben die Gemeinderäte von Bütschwil und Neckertal verantwortungslos gehandelt, wenn sie die Ausnützungsziffer ersatzlos gestrichen haben? Sieht man in einem ortsbildgeschützten Quartier, ob ein früherer Estrich als Kinderzimmer oder als Gerümpelkammer genutzt wird? Was genau verändert denn das äussere Erscheinungsbild eines Hauses, wenn die Ausnützungsziffer wegfällt? Die Antwort ist so klar wie das Amen in der Kirche: gar nichts. Denn jedes Objekt, welches unter Ortsbildschutz steht, bedarf einer Baubewilligung für Fassadenänderung. Diese kann erteilt werden oder auch nicht und hat gar nichts mit der Ausnützungsziffer zu tun. Käme es einem möglichen Bauherrn in den Sinn, auf Grund der abgeschafften Ausnützungs­ziffer ein Mehrfamilienhaus in einen ortsbildgeschützten Weiler zu stellen, gibt es genug andere Möglichkeiten, dies gesetzlich zu verhindern. Der einzige Beweggrund, das Bau­reglement nicht zu verändern, liegt in der Zementierung der bestehenden Gemeindestrukturen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit! Dies sagt ein altes Sprichwort. Gerne rufe ich deshalb den Gemeinderat Kirchberg auf, mehr Mut zur Veränderung zu zeigen und die Gemeinde Kirchberg in moderne Strukturen zu führen, welche den gesellschaftlichen Anforderungen der heutigen Zeit gewachsen sind.

Fritz Rutz, Dietfurt

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