«Es fehlt der regionale Aspekt»: FDP Speicher sagt Nein zur Hallenbad-Vorlage

Als erste Partei in Speicher lehnt die FDP die Vorlage zur Sanierung des Hallenbades Buchen ab. Begründung: Das jährliche Defizit sei zu gross. Zudem soll der geplante Ausbau des Hallenbades Blumenwies in St. Gallen genutzt werden.

Astrid Zysset
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Gemäss der Meinung der FDP Speicher soll vermehrt das Hallenbad Blumenwies in St.Gallen besucht werden. So könnte auf die Sanierung des Buchen verzichtet werden.

Gemäss der Meinung der FDP Speicher soll vermehrt das Hallenbad Blumenwies in St.Gallen besucht werden. So könnte auf die Sanierung des Buchen verzichtet werden.

Bild: Colin Frei

Am 27. September kommen in Speicher die Abstimmungsvorlage über die räumliche Entwicklung des Gemeindehauses inklusive derjenigen bei den sozialen Diensten Appenzeller Mittelland (SDAM) wie auch der Grundsatzentscheid zur Sanierung des Hallenbades Buchen an die Urne. Der Gemeinderat empfiehlt die Vorlagen zur Annahme. Zu beidem sagt die FDP Speicher allerdings Nein – als bislang einzige Partei in der Gemeinde.

Der Hallenbad-Entscheid sei klar, aber nicht einstimmig gefallen, führt Parteipräsident Christof Chapuis aus. Ausschlaggebend sei einerseits das Defizit von rund 740'000 Franken pro Jahr gewesen, das der Gemeindehaushalt mit der Sanierung zu tragen hätte. Andererseits fehle der «regionale Aspekt». In einer Mitteilung der Partei ist zu lesen, dass der Gemeinderat den Blick erweitern und die Frage zur Zukunft des Hallenbades Buchen in einem grösseren Kontext betrachten soll. In den Augen der FDP stellt der geplante Ausbau des Hallenbads Blumenwies in St. Gallen nämlich eine Chance dar. Das dortige Angebot sollen Familien und Vereine aus Speicher vermehrt nutzen. Auch das Schulschwimmen könnte in die Stadt verlegt werden. Dazu müsste jedoch auch die seit langem diskutierte Verlängerung der bestehenden Buslinie von Speicher nach Speicherschwendi über Neudorf ins Blumenwies realisiert werden. «Der Zeitpunkt wäre günstig: Mit der Überbauung des Zentrums von Speicherschwendi würde dem Bus ohnehin eine Wendemöglichkeit fehlen», so Chapuis weiter.

Der Parteipräsident betont, dass er die Befürworter der Hallenbad-Vorlage indes ebenfalls verstehen könne. Würde die Vorlage angenommen, könnte in der Zeit, die verbliebe, bis tatsächlich ein Bauprojekt ausgearbeitet würde, welches wiederum zur Abstimmung gelangt, die finanzielle Situation der Gemeinde genauer eruiert werden. «Dann ist zumindest eine profundere Einschätzung möglich, ob wir die Investition langfristig verkraften können.»

Vorlage zur Gemeindehaussanierung wird abgelehnt

Die Vorlage zur Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses sowie die räumliche Entwicklung der SDAM lehnt die Partei ebenfalls ab. Zwar erachtet sie die Sanierungsmassnahmen im Gemeindehaus als sinnvoll, jedoch sprachen sich die Mitglieder gemäss Mitteilung explizit gegen den Kauf der Liegenschaft an der Hauptstrasse 24 aus, in welcher die SDAM untergebracht werden würden. Der Erwerb von Liegenschaften für die Bewältigung von Aufgaben ausserhalb des Kernbereichs der Verwaltung sei nicht sinnvoll, wird als Begründung angegeben.