Erziehung und das Smartphone

Elternmitwirkung BuGaLu

Hanspeter Helbling
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Die Elternmitwirkung der Oberstufe Bütschwil-Ganterschwil-Lütisburg lud am Montag, 27. März, die Oberstufenschülerinnen und -schüler zusammen mit ihren Eltern zu einem Medienworkshop ein. Joachim Zahn und Claudia Gada von zischtig.ch stellten den Abend unter die Frage: «Pubertät und Medien gleich anstrengend. Muss das so sein?» Jasmin Gmür, Präsidentin der Elternmitwirkung, eröffnete den Abend mit dem Vergleich zum aktuellen Wetter. «Heute Morgen war es neblig, während des Tages verzog sich dann der Dunst und die Sonne kam hervor.» Sie erhoffe sich genau das von dieser Veranstaltung. Bei den meisten Leuten ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass man ein Smartphone im täglichen Gebrauch hat. Welchen Gefahren setzt man sich damit allenfalls aus? Welche Regeln müssen beim Einsatz eines solchen Gerätes beachtet werden? Wie können Medienkonflikte zwischen Eltern und Jugendlichen verhindert oder reduziert werden? Darüber wüssten jedoch die meisten wenig. Ziel sei es, dass sich diese Nebelfelder lichten und die Teilnehmenden an diesem Abend klare Sicht erhalten.

Die kompetenten, gut aufeinander eingespielten Experten nahmen die Herausforderung an. Sie gestalteten einen kurzweiligen und humorvollen Abend. In einem ersten Teil ging es darum, die elektronischen ­Geräte besser kennen zu lernen. Schnell zeigte sich, dass sowohl die Jugendlichen wie auch die Eltern bei der Konfiguration der Geräte an ihre Grenzen kommen. Unter Anleitung der Experten stellten dann die Teilnehmenden Sicherheitseinstellungen ein und erhielten Tipps, wie das Ausspionieren von Google und Co., zumindest teilweise, umgangen werden kann. In einem zweiten Teil wurden auf die Regeln in Chatgruppen hingewiesen. Wie verhält man sich in den Social Medias wie Whats­app, Instagram oder Snapchat? Wann macht man sich strafbar?

In diesem Zusammenhang lernten die Eltern auch Apps kennen, die bei den Oberstufenschülerinnen und -schülern im täglichen Gebrauch sind. Die Kinder erklärten ihren Vätern und Müttern, wie die Anwendungen funktionieren, teilweise wurden diese dann gleich installiert. Natürlich brannte bei den Eltern auch die Frage nach einer sinnvollen Bildschirmzeit. Wie lange soll, darf ein Kind pro Tag mit einem solchen Gerät verbringen? Die Antwort darauf wollten die Experten nicht in Zahlen liefern. Wenn man einen gesunden Umgang mit den modernen Medien erlernen will, nützen Verbote wenig. Viel wichtiger sei die Vorbildfunktion der Eltern. Aus seinen Workshops in Schulen wisse er, dass 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Meinung sind, dass die Eltern zu viel online sind. Das sei eine schlechte Voraussetzung, um die Handyzeit der Kinder zu begrenzen.

Zischtig.ch machte den Vergleich mit der Ernährung, es geht um die Ausgewogenheit. Wird mehr Zeit für das Hobby, das Abmachen mit Kolleginnen und Kollegen, für die Muse und fürs Lesen als für die Medienzeit eingesetzt, so ist das in einem gesunden Verhältnis. Wichtig sei es, die Geräte aus den Schlafzimmern von Kindern und Eltern zu verbannen. Jugendliche mit Bildschirmmedien schlafen erwiesener Massen eine Stunde pro Nacht weniger. Dies führe zu einer nachhaltigen Gefährdung der Gesundheit. Somit empfiehlt es sich, einen Ort für Handys und Tablets zu finden, an dem die Geräte der ganzen Familie während der Nacht versorgt und geladen werden. Nach zwei intensiven, unterhaltsamen Stunden nahmen die Teilnehmenden viel neues Wissen und wahrscheinlich einige frisch installierte Apps mit nach Hause. Die Wolken hatten sich verzogen und liessen die Sicht frei auf den mittlerweile sternenklaren Nachthimmel.

Hanspeter Helbling