«Erwachsene gut unterhalten»

Der gebürtige Teufner Roman Buff ist Gastronom aus Leidenschaft. Zusammen mit einem Geschäftspartner hat er dieses Jahr gleich zwei Lokale eröffnet. Einen Club im Appenzellerland zu betreiben, hält er für riskant.

Ueli Abt
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«Atmosphäre wie im Wohnzimmer» – Roman Buff sieht auch beim «Oxe» den Wohlfühlfaktor als Rezept zum Erfolg. (Bild: ua)

«Atmosphäre wie im Wohnzimmer» – Roman Buff sieht auch beim «Oxe» den Wohlfühlfaktor als Rezept zum Erfolg. (Bild: ua)

TEUFEN/GOSSAU. Roman Buff und sein Geschäftspartner Reto Allenspach starteten im Frühling dieses Jahres mit ihrem Club «Paul» in der St. Galler Innenstadt. Anfang November expandierten die beiden: In Gossau übernahmen sie im ersten Stock des «Ochsen» die Bar mit Raucherlounge und Vinothek.

«Ab 28 ist man erwachsen»

«Wenn es so weiter geht, dann werden wir in sechs Monaten einen Club in Appenzell eröffnen», sagt Roman Buff und lacht. Doch dann wird er ernst und präzisiert: Erst müsse man nun schauen, ob sich das Konzept für den «Oxe» in Gossau bewähre. Gute «Unterhaltung für Erwachsene», dies ist kurz gesagt, worauf sich die beiden spezialisieren wollen. «Ab 28 ist man erwachsen», erläutert Buff mit einem Lächeln. «Irgendwann hat man im Ausgang andere Bedürfnisse», spielt er auf wildes Gebaren junger Clubgäste an – was zuweilen die etwas reifere Klientel störe.

Mehr noch als im St. Galler Club Paul soll in Gossau eine Art Wohnzimmeratmosphäre herrschen, mit «lässiger, gemütlicher Stimmung», wie Buff sagt, und mit Musik von «A bis Z»: Musik also ab den 70er-Jahren durch alle Jahrzehnte, bis hin zu Jazz.

Teamplayer auch auf Rasen

Buff ist Gastgeber von Beruf und aus Leidenschaft. Mit 16 Jahren begann er nebenbei als Abräumer in einer Bar zu arbeiten. Aus dem Nebenjob wurde bald mehr: Mit 18 war er bereits Geschäftsführer jenes Lokals.

«Es macht mir Freude, Menschen in ihrer Freizeit glücklich zu sehen», sagt Buff, und es mache ihm grössten Spass, mit anderen vor und hinter der Bar zusammen zu arbeiten. Der 31Jährige ist im wahrsten Sinne ein Teamplayer, hat er doch lange Jahre in Teufen Fussball gespielt. «Mein Herz schlägt für Teufen», sagt er, der auch im damaligen Spital des Dorfes zur Welt kam.

Einen Club im Appenzellerland zu eröffnen, sei «durchaus ein Thema», die Frage sei allerdings wo. Buff bleibt dabei realistisch: Es wäre ein eher risikoreiches Unterfangen. Er erklärt es damit, dass die Stadt mit ihrer Dichte an Clubs und Bars etwa auch für die Gäste aus Teufen, Bühler, Gais ungleich attraktiver wäre. Die Verbundenheit der Dörfler untereinander in Orten wie Teufen sei hingegen geschwunden; dies auch aufgrund zahlreicher Zuzüger; die Gefahr bestehe, dass die stadtnahen Orte zu Schlafdörfern würden.

Angebot wiederbelebt

Anders schätzt er die Situation in Gossau ein: Hier bestehe Potenzial, dass der «Oxe» zu einem Treffpunkt für jene Gossauer wird, die im Ort bleiben wollen, denen das Publikum im Club BBC aber zu jung ist. Von mehreren Gästen hat er bereits gehört, dass sie sich über die Wiederbelebung des Angebots freuen, nachdem einst populäre Lokale wie das «Schäfli» oder der «Triangel» verschwunden seien. Buff wird künftig vor allem für den Betrieb des Gossauer Lokals zuständig sein. Seine Philosophie: Weniger ist manchmal mehr. Wichtiger als ein raffiniertes Konzept sei, dass sich der Gast von allen Angestellten umsorgt fühlt und es sich anfühlt, als ob man sich schon lange kennen würde, fast wie in einem Lokal in einem kleinen Dorf.

Ausgleich zum Nachtleben

Ländlich geprägt ist auch Buffs heutige Wohngemeinde Mörschwil. «Meine Frau stammt vom Rorschacherberg, wir trafen uns in der Mitte», so Buff. Diese Wohnlage gibt ihm den Ausgleich zum Nachtleben, das er berufshalber führt. «Nach der Rambazamba und nach den vielen Leuten komme ich sehr gern ins Dorf zurück», sagt Buff.

Vielleicht wird er zudem demnächst wieder regelmässig nach Teufen kommen – dem Fussball zuliebe. Das Hobby gab der dreifache Familienvater mangels Zeit inzwischen auf. «Ich hoffe, dass mich die Senioren aufnehmen werden», sagt der 31Jährige mit einem Lachen. Falls es zeitlich klappt, steht er vielleicht schon bald wieder im Appenzellerland auf dem Rasen und spielt «Fussball für Erwachsene», wie Buff sagen würde.

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