Erstes Trauercafé im Hinterland

Ab kommendem Monat gibt es in Herisau ein Trauercafé. Hinterbliebene sollen dabei mit anderen Trauernden über ihre Gefühle und Gedanken sprechen können. Entstanden ist die Idee durch eine Anregung aus der Bevölkerung.

Roger Fuchs
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Mitglieder der Arbeitsgruppe: Silvia Hablützel, Monika Fehr, Annelies Stadelmann, Franziska Gemperle-Padeste, Iris Schmid Hochreutener, Esther Furrer, Regula Künzli. Nicht auf dem Bild: Simone Ieropoli. (Bild: pd)

Mitglieder der Arbeitsgruppe: Silvia Hablützel, Monika Fehr, Annelies Stadelmann, Franziska Gemperle-Padeste, Iris Schmid Hochreutener, Esther Furrer, Regula Künzli. Nicht auf dem Bild: Simone Ieropoli. (Bild: pd)

HERISAU. «Nicht gelebte Trauer kann krank machen», sagt Silvia Hablützel von der Pro Senectute AR. Und die katholische Pfarrei- und Spitalseelsorgerin Iris Schmid Hochreutener fügt an: Früher hätten die Leute Trost und Halt in kirchlichen Kreisen gefunden, mit der heutigen Distanziertheit würden den Menschen oft auch Trauerrituale fehlen. Dies nur zwei Gründe, die gemäss den beiden für ein Trauercafé sprechen.

Ort des Aufgehobenseins

Nebst Heiden, Flawil oder St. Gallen gibt es ab September immer am ersten Donnerstag im Monat auch in Herisau ein Trauercafé. Stattfinden wird dieses jeweils von 17 bis 18.30 Uhr in einem Raum der Alten Stuhlfabrik an der Kasernenstrasse 39. Entstanden ist das Trauercafé durch einen Impuls aus der Bevölkerung. Daraufhin hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Leitungsteam Silvia Hablützel, Iris Schmid Hochreutener und die reformierte Pfarrerin Esther Furrer bilden. Die Leiterinnen zeigen sich überzeugt, dass ein Trauercafé ein wichtiger Ort des Aufgehobenseins sein kann. «Wir können Trauernden nicht aus einer Depression helfen, aber wir lassen Menschen nicht allein», sagt Schmid Hochreutener. Und sie könnten die Menschen bei Bedarf auch an entsprechende Fachstellen weiterleiten. Im Trauercafé wird es nebst Getränken moderierte Gesprächsrunden geben. Niemand soll dabei aber verpflichtet werden, etwas zu sagen. Geleitet werden die Gesprächsrunden von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen. Gemäss Silvia Hablützel und Iris Schmid Hochreutener ist das Trauercafé konfessionell neutral und offen für alle Menschen.

Eröffnungsanlass mit Vortrag

Finanziert wird das neue Angebot von der reformierten und katholischen Kirche Herisau, der Gemeinde Herisau, dem Spital, der Pro Senectute AR und zwei Stiftungen. Einige Anfragen sind noch ausstehend. Noch vor der ersten Durchführung gibt es einen Eröffnungsanlass mit einem öffentlichen Vortrag von Daniel Büche, dem leitenden Arzt der Palliativstation am Kantonsspital St. Gallen. Der Vortrag unter dem Titel «Hoffnung – eine tragende Kraft in Zeiten der Trauer» findet statt: Donnerstag, 27. August, 19.30 Uhr, Alte Stuhlfabrik.