Erstes Lernarrangement nach Lehrplan 21

WATTWIL. Im Regionalen Didaktischen Zentrum (RDZ) Wattwil wurde am Mittwoch ein neues Lernarrangement eröffnet. Zahlreiche Interessierte besuchten den Anlass. Ziel ist es, dass Toggenburger Klassen unterschiedlichen Alters das RDZ besuchen. Kinder und Jugendliche können dort forschen, tüfteln und experimentieren.

Martina Signer
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Wie kleidete man sich früher? Das entdecken die Kinder spielerisch. (Bilder: Martina Signer)

Wie kleidete man sich früher? Das entdecken die Kinder spielerisch. (Bilder: Martina Signer)

In der Vergangenheit gab es immer wieder Lerngärten zu verschiedenen Themen am RDZ in Wattwil. Die Eröffnung eines weiteren Angebots war also am Mittwoch nicht neu. Neu hingegen war, dass sich das sogenannte Lernarrangement bereits nach dem Lehrplan 21 richtet. Sprich: Es wird kompetenzorientiert gelernt. Und zwar zum Thema «Im Wandel der Zeit».

Wandel in der Textilbranche

Die Textilindustrie hatte im Toggenburg und vor allem in Wattwil früher eine grosse Bedeutung. Deshalb basiert «Im Wandel der Zeit» auf der Textilindustrie. Am Beispiel der Textilwelt entdecken Kinder und Jugendliche verschiedene Bereiche, wie sie früher waren und heute sind. Zum Beispiel, wie man sich früher gekleidet oder gehandelt hat. Sie lernen, was sich im Laufe der Zeit verändert hat, wie diese Veränderungen zustande gekommen sind und was die Entwicklungen bewirken beziehungsweise was sie für einen Einfluss auf das persönliche Leben haben. Damit habe man sich auch erstmals an ein geschichtliches Thema herangewagt, sagte RDZ-Leiterin Beatrice Straub. Mit der Ausrichtung auf den LP 21 wolle man schon jetzt die Lehrpersonen auf dem Weg zum neuen Lehrplan unterstützen.

Wie die Anwesenden in einem kurzen, aber hörenswerten Referat von Sonia Amport, Direktorin Schweizerische Textilfachschule St. Gallen, lernten, befasst sich die Textilindustrie heute nicht mehr vorwiegend mit Bekleidung. Zum Beispiel wusste niemand im Raum, dass die Radaufhängungen von Formel-1-Rennwagen von der Schweizer Textilindustrie hergestellt werden. So gäbe es noch zahlreiche weitere Beispiele für den Wandel in der Textilbranche. Womit man wieder beim Thema «Wandel der Zeit» angekommen ist. Schon während des Referats hörte man das Forscherteam im oberen Stockwerk, wo sich das Lernarrangement befindet, intensiv arbeiten. Und im Anschluss an das Referat konnten die Anwesenden den Kindern bereits ein erstes Mal bei der Anwendung der Posten über die Schulter schauen.

Fragen nach Stufen

An jedem Posten kann entdeckt, geforscht, ertastet werden. Sei es, die verschiedenen Stoffe zu unterscheiden, mit Textilien zu handeln, sich zu verkleiden, am Webstuhl zu sitzen und vieles mehr.

Nach dem Bearbeiten der einzelnen Stationen müssen die Kinder und Jugendlichen reflektieren. Dabei helfen ihnen unterschiedlich komplexe Fragen. Während die jeweils ersten beiden Fragen eher auf Kindergarten- und Unterstufe abzielen, sind die weiteren Fragen höheren Stufen vorbehalten.

www.phsg.ch

Die Forscher entdecken die Handelswege von früher und heute.

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