Erstes Fusionspflänzchen keimt

Heute abend führt die IG Starkes Ausserrhoden die erste Jahresversammlung durch. Noch sind Gemeindefusionen in Appenzell Ausserrhoden ein abstraktes Thema. Doch nun regt die FDP Bühler einen Zusammenschluss im Mittelland an.

Patrik Kobler
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Durch den Zusammenschluss von Bühler (im Bild), Teufen, Gais und Stein könnte eine Gemeinde mit über 12 000 Einwohnern entstehen. (Bild: mab)

Durch den Zusammenschluss von Bühler (im Bild), Teufen, Gais und Stein könnte eine Gemeinde mit über 12 000 Einwohnern entstehen. (Bild: mab)

BÜHLER/TEUFEN. Am 18. März laden die FDP-Ortsparteien von Teufen und Bühler ihre Mitglieder zu einem Workshop ins Zeughaus Teufen ein. Thema ist eine mögliche Fusion der beiden Gemeinden. «Die beiden Parteivorstände können sich einen Zusammen vorstellen», sagt Gilgian Leuzinger, Kantonsrat und Präsident der FDP Bühler. Im Workshop gehe es darum, die Meinung der Basis einzuholen. Sind die Signale positiv, wird man weitere Schritte prüfen.

Erfreut über das erste sichtbare Gemeindefusions-Pflänzchen ist Roger Sträuli. Als er noch Kantonsrat war, hatte er mit einem Vorstoss den Weg für mögliche Gemeindefusionen geebnet. Jetzt ist er Präsident der IG Starkes Ausserrhoden, die sich seit dem vergangenen Sommer für verbesserte Gemeindestrukturen einsetzt. Sträulis erste Bilanz fällt positiv aus: «Die IG hat auf objektive Weise einiges ausgelöst.» Wie auch die Diskussion in Bühler und Teufen zeige, seien Gemeindefusionen kein Tabuthema mehr.

Kein Identifikationsverlust

Heute abend führt die IG Starkes Ausserrhoden in Trogen die erste Jahresversammlung durch. Als Mitglied daran teilnehmen wird auch Gilgian Leuzinger. Dass die Identifikation mit dem eigenen Dorf durch die Fusion leiden könnte, befürchtet er nicht. «Die Leute identifizieren sich nicht über die Gemeindeverwaltung.» Faktoren wie Vereine, Arbeitsplatz oder Wohnsituation würden stärker ins Gewicht fallen.

Teufen und Bühler arbeiten bereits auf verschiedenen Ebenen zusammen. Leuzinger dazu: «Wir haben das Grundbuchamt schon lange in Teufen und das Zivilstandsamt in Bühler. Das stört niemanden. Weitere Beispiele sind die Baubewilligungsbehörde, das Betreibungsamt, die Sozialen Dienste, die Feuerschau, die Wasserversorgung oder der Feuerwehr-Zweckverband. Die Zusammenarbeit funktioniert zwar gut, aber was Leuzinger stört: «Durch die Bildung von Zweckverbänden werden die demokratischen Rechte eingeschränkt.» Heute werde vieles über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden, sagt Gilgian Leuzinger.

Stein und Gais auch im Boot

Freilich arbeiten nicht nur Teufen und Bühler zusammen. Auch Stein (ARA) oder Gais (Feuerwehr) sind ihre Partner. Werden diese Gemeinden bei den Fusionsgesprächen aussen vor gelassen? Leuzinger verneint. Am 18. März sind auch die FDP-Vorstände von Gais und Stein eingeladen.

Für den ehemaligen Gemeindepräsidenten von Bühler wäre ein Zusammenschluss der drei Gemeinden im Rotbachtal mit Stein denkbar. Damit würde eine Gemeinde mit über 12 000 Einwohnern entstehen. Bei dieser Grösse wäre sogar ein Gemeindeparlament gerechtfertigt. Allerdings: Im Detail wurde die Fusion noch nicht geplant; bislang waren gemäss Leuzinger auch die finanziellen Konsequenzen kein Thema. Immerhin liegen die Steuerfüsse deutlich auseinander (Teufen 3,0; Bühler 4,3). «Vorerst geht es uns darum, zu spüren, wie die Idee bei unseren Parteimitgliedern ankommt», sagt er.

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