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Erste zweisprachige Matura von Appenzell Ausserrhoden

Der erste Ausserrhoder Absolvent der Deutsch-Französischen Matura ist Leo Graf. Der Speicherer schloss an der Kantonsschule Trogen ab. Ein vergleichbares Angebot gibt es auch in Deutsch-Englisch.
Salome Bartolomeoli
Leo Graf aus Speicher besuchte ein Jahr lang das Partnergymnasium der Kantonsschule Trogen in Sion. (Bild: SAB)

Leo Graf aus Speicher besuchte ein Jahr lang das Partnergymnasium der Kantonsschule Trogen in Sion. (Bild: SAB)

Als erster Absolvent hat Leo Graf aus Speicher vergangenes Schuljahr die Deutsch-Französische Matura an der Kantonsschule Trogen (KST) erhalten. Die Möglichkeit, diese zweisprachige Matura abzulegen, ist im Kanton Ausserrhoden noch neu. Voraussetzung für die Erlangung dieses Ausweises ist nebst der Maturaarbeit in französischer Sprache, dass ein Viertel der beigewohnten Unterrichtsstunden in einem Sprachaustausch in der Westschweiz absolviert wird. Diese Chance bekam erstmals der Jahrgang von Leo Graf.

Austauschjahr in Sion

Den Schülern wurde die Gelegenheit geboten, das zweite Jahr ihrer vierjährigen Gymnasiumszeit an der Partnerschule «Lycée-Collège de la Planta» in Sion zu besuchen. Gemäss dem Reglement mussten sie die Promotionen der Partnerschule erfüllen, um anschliessend den regulären Unterricht in Trogen wieder aufnehmen zu können. Fünf Schüler in seinem Jahrgang nutzten das Angebot des Austauschprojektes, erzählt Leo Graf. Im Wallis kamen sie in eine Gastfamilie, deren Kind im Gegenzug für ein Jahr als «Échange-Schüler» die KST besuchte.

Dieses Modell existiere auch in anderen Kantonen und bewähre sich bestens, sagt Marc Kummer, seit einem Jahr Schulleiter der Kantonsschule Trogen. Der Entscheid, ein Jahr lang den Unterricht in einer fremden Sprache zu besuchen, setze aber auch voraus, dass die betreffende Schülerin oder der betreffende Schüler die zusätzliche Herausforderung ohne anderwärtige Beeinträchtigung bewältigen könne. Nebst dem neuen Schulstoff müssen sich die Lernenden der fremden Sprache und einem unbekannten Umfeld stellen – eine zusätzliche Erschwernis.

Besonders ambitioniert sei er im Französisch nicht gewesen, auch wenn ihm die Fremdsprache nie grosse Probleme bereitete, so Leo Graf. Er erklärt, dass er sich für den Austausch angemeldet habe, weil er neue Erfahrungen sammeln wollte. Dies ist ihm gelungen:

«Ich werde das Jahr in Sion auf alle Fälle in guter Erinnerung behalten.»

Nach der Heimkehr in die Deutschschweiz legten die fünf Austauschschüler der KST die Prüfung für das Französischdiplom DALF ab. Im schulischen Bereich seien sie jedoch nicht grossartig herausgestochen. Der Speicherer erklärt sich dies damit, dass der Schwerpunkt des Fremdsprachenunterrichts auf der Grammatik liegt, während er im Austausch insbesondere im mündlichen Ausdruck grosse Fortschritte erzielte. Als Begründung, warum er als einziger zwei Jahre später auch die Maturaarbeit auf Französisch verfasste und somit eine zweisprachige Matura vorweisen kann, gibt der 18-Jährige an, dass seinen Mitschülern das DALF-Zertifikat als Ausweis ihrer Sprachkenntnisse gereicht habe. «Den Schulstoff meisterte ich mit relativ wenig Aufwand», so der erfolgreiche Absolvent. Für den Extra-Aufwand der Maturaarbeit in Französisch sei im daher genügend Zeit zur Verfügung gestanden. Auch von Seiten des Rektors besteht Grund zur Freude:

«Ich bin stolz, dass Leo Graf diese Aufgabe gemeistert hat.»

Vorausgesetzt wird eine Deutsch-Französische Matura für das Studium an einer Hochschule oder Universität in der Westschweiz nicht. Die Sprachfähigkeit erleichtere jedoch dessen Einstieg, bestätigt Marc Kummer.

Englisch Erwerb gewinnt an Bedeutung

Seit drei Jahren kann man sich an der KST auch auf die Deutsch-Englische Matura vorbereiten. Das Modell unterscheidet sich insofern von dem Austauschprojekt, dass eine Klasse pro Jahrgang beinahe einen Drittel ihrer gesamten Gymnasiumszeit intern in Englisch unterrichtet wird. Nächsten Sommer wird die erste Klasse, die einen zweisprachigen Unterricht genoss, abschliessen. Er könne sich vorstellen, dass sich in Zukunft insbesondere die Deutsch-Englische Matura als Standard etabliere, mutmasst Marc Kummer. Aufgrund der steigenden Tendenz englischer Vorlesungen werden solide Englischkenntnisse in vielen Studiengängen unabdingbar.

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