Erste Begegnung mit dem «Moo»

Das Hotel Herisau hat einen Nachbarn erhalten. Es ist der Mond – oder appenzellisch «de Moo». So heisst das neue Restaurant, das heute Samstag mit einem Tag der offenen Tür Einblick gewährt. Es ersetzt das bisherige «Wiesental».

René Bieri
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herisau. «Hinein in die Mondlandschaft», hiess es am Donnerstagabend für geladene Gäste. Sie mussten sich freilich nicht auf aschenartigem Gestein oder wackelig auf Kratern bewegen. Und es war auch für sie nur ein kleiner Schritt, wie dies Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, vor 40 Jahren gesagt haben soll. Die Neugier indes war gross, und der «Moo» blieb an diesem Abend ein Dauergesprächsthema. Originell, überzeugend, durchdacht, lustig, frech, gewöhnungsbedürftig, das etwa waren die Kommentare, die zu hören waren.

Die «Moo»-Fassade

Enttäuscht werden jene (wenigen) sein, die im Innern den Mond in verschiedenen Phasen erwarten, mal hell leuchtend, mal als Sichel: Es gibt keine Dekoration, keinen Kitsch, vielmehr haben die Architekten der Bel Etage AG aus Willisau Tradition und Moderne vereinigt. Hie einheimische Hölzer, da Materialien wie Naturstein, Mondholz und Stampflehm. Zweifellos ist es die Fassade, die sowohl den Gästen im «Moo» wie auch den Passanten ins Auge springt. Kein Fenster im Neubauteil, nur Löcher: In der Tat gewöhnungsbedürftig, einfach anders als die übrigen Gastrobetriebe in der Gemeinde. Exakt passte da der Name der aufspielenden Hackbrettformation «Anderscht».

Totalsanierung nach 12 Jahren

René Wohnlich, seit sechs Jahren Hoteldirektor, nannte die Gründe für eine Totalsanierung des Gastrobereichs nur zwölf Jahre nach der Eröffnung. Die Entwicklung im Hotel- und vor allem im Seminarbereich sei derart frappant, dass Engpässe im Restaurant fast alltäglich waren und Tagesgäste weggeschickt werden mussten. Anderseits habe dem bieder gestalteten Restaurant Wiesental das Ambiente gefehlt, um Besucher abends anzusprechen. Weshalb der Name «Moo»? «Ein spannender Name, kurz und prägnant, der sich gut vermarkten lässt», so seine Antwort.

Die Hotel Herisau AG habe sich aufgrund dieser Fakten schon längere Zeit mit einer Lösung beschäftigt, fügte Heinrich Huwyler, VR-Präsident der Hotel Herisau AG, bei. Innerhalb von fünf Monaten vom «Wiesental» zum «Moo»: Konzept und Umsetzung überzeugen den VR-Präsidenten, der als Information bekanntgab, dass die Hotel Herisau AG nach wie vor zu 100 Prozent zum Portefeuille der Schweizer Paraplegiker-Stiftung gehöre, der jetzige Umbau aber die Stiftung keinen Rappen gekostet habe. Die Hotel Herisau AG habe die Mittel selber erwirtschaftet. Man spricht von einem Investitionsvolumen von über 3,5 Mio. Franken.

Die beiden Gastredner, Baudirektor Jakob Brunnschweiler und Gemeindepräsident Paul Signer, unterstrichen in ihren Kurzansprachen die Bedeutung von Hotel Herisau und Restaurant Moo für den Standort Herisau und das Appenzellerland und würdigten den Mut und die unternehmerische Weitsicht der Eigentümer.

Die Herisauerinnen und Herisauer haben jetzt den «Moo». Wie auch immer die Reaktionen ausfallen werden: Auch im «Moo» stehen die Menschen im Mittelpunkt. René Wohnlich kann sich auf das bisherige Team stützen, das sich in der Vergangenheit bewährt hat: mit Küchenchef Kurt Kuhn und Restaurationsleiterin Kathrin Sommer in leitender Funktion. Dazu gekommen ist Mathias Lehner, der den Hoteldirektor entlasten und die operative Leitung im Gastrobereich übernehmen wird.

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