Erste appenzellische Festmesse

Was man in St. Gallen schon lange kennt, wird nun auch im Appenzellerland Realität: Eine Fest- und Hochzeitsmesse. Die Organisatorinnen wollen mit dem Projekt keine Konkurrenz zur St. Galler Messe sein.

Interview: Roger Fuchs
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Giulia Kurer, Fabienne Bischofberger und Brigitte Bänziger stehen als OK-Team hinter der Messe «S’Appenzellerland traut sich». (Bild: PD)

Giulia Kurer, Fabienne Bischofberger und Brigitte Bänziger stehen als OK-Team hinter der Messe «S’Appenzellerland traut sich». (Bild: PD)

Alles rund ums Festen soll es bei der ersten Ausgabe der neuen Messe unter dem Titel «S’Appenzellerland traut sich» geben: Schmuck, Festkleider, Catering, Fotografie oder auch Musik. Durchgeführt wird das Ganze am 13. und 14. April im Haus zur Stickerei in Heiden. Organisatorinnen sind Fabienne Bischofberger, Giulia Kurer und Brigitte Bänziger. Letztere führt die Hintergründe der Messe aus.

Brigitte Bänziger, warum braucht das Appenzellerland eine Fest- und Hochzeitsmesse, wenn doch bereits St. Gallen eine hat?

Genau deshalb. Wir wollen lokale Unternehmen aus den beiden Appenzeller Kantonen in den Fokus rücken und ihnen eine Plattform geben. Die Messe in St. Gallen ist deutlich grösser und zieht jeweils Aussteller weit über die Region hinaus an. Bei uns werden nur in etwa 20 Austellerinnen und Aussteller vor Ort sein.

Dennoch: Damit schaffen Sie eine Konkurrenz zu St. Gallen.

Das ist überhaupt nicht unser Ziel. Wir wollen einzig und allein etwas Eigenes auf die Beine stellen, das uns Freude macht und aus dieser Freude heraus den Ausstellern und dem Publikum eine Inspiration bietet. Je nachdem, wie das Angebot bei den Besucherinnen und Besuchern ankommt, sind wir offen für weitere Entwicklungen.

Was ist bei der appenzellischen Ausgabe der Fest- und Hochzeitsmesse denn konkret anders im Vergleich zu St. Gallen?

Wir sind kleiner und persönlicher. Ausserdem wollen wir keine Massenabfertigung. Und wir haben aus jeder Sparte nur einen Anbieter vor Ort. Also nur einen Fotografen, und nur einen Goldschmied, ein Car-Unternehmen oder nur eine Pfarrerin. Dadurch wollen wir Konkurrenz innerhalb der Messe vermeiden.

Das OK besteht zusammen mit Ihnen aus drei Frauen. Wer hatte die Idee zur Messe?

Die Initiative ging von den zwei anderen Frauen aus – von Giulia Kurer, Inhaberin eines Haar- und Nagelstudios, sowie von Fabienne Bischofberger, Geschäftsführerin eines Blumenladens. Sie hatten letztes Jahr in ihren Geschäften eine Ausstellung lanciert und sind nun auf mich zugekommen, weil ihnen etwas Grösseres vorschwebte. Und so haben wir zu dritt die neue Messe aufgegleist.

Das Ganze findet im Haus zur Stickerei in Heiden statt – also nicht wirklich ein Messeareal.

Es ist eine sehr passende Örtlichkeit. Es handelt sich hierbei um ein denkmalgeschütztes, ehemaliges Fabrikantenhaus, in dem bis zum Ende der Textilblüte Anfang des 20. Jahrhunderts gestickt wurde. 2011 habe ich das Sticklokal, das für knapp 60 Personen Platz bietet, wiedereröffnet. Um für die Messe genug Platz zu haben, wird es auch Aussteller im Freien haben und der Keller sowie zwei separate Stuben werden ebenfalls einbezogen. Zudem gibt es vor dem Haus eine Stickerei-Lounge, wo Häppchen und Getränke angeboten werden.

Wie schnell fanden Sie die Aussteller?

Die einen schnell, andere mussten wir suchen. Auch wenn es eigentlich eine spontane Sache ist, so freuen wir uns nun auf eine einmalige Messe.