Erstaunen und Verwunderung

Zu den Gemeinderatswahlen in Speicher

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Zu den Gemeinderatswahlen in Speicher

Nachdem ich mich mühsam durch den Wahlzettel-Dschungel durchgearbeitet hatte, stellten sich bei mir Erstaunen und Verwunderung ein. Die Gepflogenheit, verdiente und engagierte Amtsinhaber in ihrer Tätigkeit zu bestätigen – und ihnen damit Anerkennung und Dank für ihren Einsatz zum Wohle der Bevölkerung entgegenzubringen – scheint in Speicher aus politischer Sicht ausser Kraft gesetzt zu sein.

Wer setzt einen neuen Kandidaten auf dem Wahlzettel an die erste Stelle, noch vor den Gemeindepräsidenten?

Hofft die SP, damit die mündigen und verantwortungsbewussten Wähler zu überrumpeln?

Erwarten Standpunkt und SP auch, dass das allenfalls neugewählte und somit jüngste Gemeinderatsmitglied Anrecht auf ein Wunsch-Präsidium hat? Und falls dies der Fall sein sollte, wird den sozialen Belangen, die ebenfalls zum Paket gehören, genügend Beachtung geschenkt?

Halten SP und Standpunkt keinen der bisherigen Gemeinderäte für fähig, die Schulkommission zu präsidieren?

Wäre Maya Boppart auch bereit, eine andere Kommission mit «Herzblut» zu leiten?

Solche Überlegungen und die Tatsache, dass unser bestehender Gemeinderat ein eingespieltes und engagiertes Team ist, machen mir die Entscheidung leicht:

Ich wähle aus Überzeugung alle amtierenden Gemeinderäte und den Gemeindepräsidenten (Listen des HGV und der FDP).

Jeannette Hofer

Dorf 8, 9042 Speicher

Kontinuität im Schulpräsidium Speicher

Zu den Gemeinderatswahlen in Speicher

Der Gemeinderat Speicher wird auf die neue Amtsperiode auf sieben Mitglieder verkleinert, das Schulpräsidium ist neu ein Ressort innerhalb des Gemeinderates. Dies verändert die Anforderungen an noch gewählte und zukünftige Mitglieder. Die immer höhere Komplexität der zu behandelnden Geschäfte und die zeitlich und fachlich anspruchsvolle Führung der Schule erlauben wenig Spielraum in Bezug auf die Einarbeitungszeit in ein Ressort und benötigen gezielte Qualifikationen und Kompetenzen, um den durch eine Wahl erteilten Auftrag zu erfüllen. In der Zukunft werden für die zu besetzenden Ressorts Personen mit den nötigen Voraussetzungen gesucht werden müssen. Dies kann zu einer weiteren Effizienz- und Qualitätssteigerung der gemeinderätlichen Arbeit führen.

Maya Boppart hat mit einem aussergewöhnlich hohen Engagement in den vergangenen 7 Jahren als Präsidentin der Schulkommission massgeblich zur positiven und zukunftsorientierten Entwicklung unserer Schule beigetragen. Ihre beruflichen und persönlichen Qualifikationen, ihre Mitarbeit in wichtigen kantonalen Gremien der Schule und ihre wertvolle Vernetzung über die Schule hinaus sind wichtige Grundlagen für die professionelle und erfolgreiche Führung der Schule Speicher.

Der komplexe Lern- und Lebensraum «Schule» betrifft uns alle. Mit der Wahl von Maya Boppart am 3. April in den Gemeinderat Speicher tragen Sie als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Sicherheit und Konstanz im Entwicklungsprozess der Schule Speicher bei.

Thomas Widmer

Herbrig 20, 9042 Speicher

Eine echte Auswahl

Zu den Wahlen und Abstimmungen von Bühler

Als Mitglied der Finanzkommission gestatte ich mir einige zusätzliche Gedanken:

Ich finde es sehr erfreulich, dass sich so viele Kandidaten gemeldet haben, dies erlaubt den Stimmberechtigten eine echte Auswahl.

Allerdings glaube ich nicht, dass es der Gemeinde dient, wenn mehr als die Hälfte des Gemeinderates, inklusive des Präsidiums, ausgewechselt werden. Ich hatte in den letzten Jahren einen guten Einblick in die Tätigkeit des Gemeinderates und der Behörden und kann mit Überzeugung allen bisherigen Mitgliedern und Inge Schmid bestätigen, dass sie mit grossem Einsatz und Kompetenz die vielen Arbeiten anpacken. In sehr vielen Bereichen, wie zum Beispiel im Finanzbereich, wurde sehr gut gearbeitet.

Aber es ist unbestritten, wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Auch ich hätte mir gewünscht, dass die Arbeitsgruppe Neuadressierung mit etwas mehr Sensibilität vorgegangen wäre. Die nötigen Massnahmen sind aber getroffen und die Korrekturen werden eingeleitet

Es ist richtig, 150 000 Franken sind viel Geld, allerdings vergeben wir mit diesem Kredit nichts und legen die Basis für einen gut durchdachten und fundierten Entscheid zum Wohle unseres Altersheimes. Definitiv entschieden wird erst in einer zweiten Abstimmung, aber auf der Basis eines Detailkonzeptes, welches von Spezialisten ausgearbeitet wurde. Daher empfehle ich ein Ja zum Altersheimkredit und die Wiederwahl aller bisherigen Behördenmitglieder.

Ueli Bänziger

Rähn, 9055 Bühler

Teufen: Monica Sittaro in den Kantonsrat

Zur Kantonsratswahl in Teufen

Im Februar 2011 haben die Medien landauf, landab auf 40 Jahre Frauenstimmrecht auf eidgenössischer Ebene hingewiesen. Auch Ausserrhoden durfte im Jahr 2009 auf 20 Jahre Frauenstimmrecht zurückblicken.

In Fortsetzung der damaligen jahre- bis jahrzehntelangen Bemühungen ums Frauenstimmrecht gilt nun der Einsatz dem passiven Frauenstimmrecht. War Teufen noch vor wenigen Jahren im Kantonsrat mit einem hocherfreulichen Frauenanteil von 50% vertreten, teilten sich doch drei Männer und drei Frauen die sechs Kantonsratssitze, sitzt heute keine Frau mehr für Teufen im Kantonsrat.

Am 3. April haben Sie als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht zumindest etwas zu korrigieren, stellt sich doch Monica Sittaro als Teufner Kantonsrätin zu Verfügung. Sie ist in Herisau aufgewachsen und seit Jugendtagen mit dem Appenzellerland und seit einigen Jahren auch mit ihrem heutigen Wohnort Teufen verbunden. Sie kennt Stärken und Schwächen des Kantons und ist bereit, aktiv an seiner Gestaltung mitzuarbeiten. In Gesprächen überzeugt sie als gute Zuhörerin, mit rascher Auffassungsgabe, die das Wesentliche auf den Punkt zu bringen vermag. Als ausgebildete Lehrerin, Schulleiterin und heute als Prorektorin der Gewerbeschule erledigt sie die sich ihr stellenden Aufgaben zielgerichtet. Es wäre schade, wenn Teufen die Chance nicht nutzen würde, die erst 40jährige Monica Sittaro mit ihren ausgewiesenen Fähigkeiten in den Kantonsrat zu entsenden. Deshalb bitte ich Sie, sich zu vergewissern, dass auf Ihrem Stimmzettel der Name Monica Sittaro nicht fehlt.

Aline Auer-Mezener

Alleeweg, 9053 Teufen

Liste 3 – warum?

Zu den Wahlen in Herisau

Ich werde oft gefragt, weshalb ich mich für die SVP Herisau einsetze. Ihr Basiswirken zielt auf eine starke Familie und eine auf Menschen bezogene Bildung hin. Daraus lassen sich alle anderen Schwerpunkte ableiten. Dass dies für unser Zusammensein nicht nur eine der besten Voraussetzungen darstellt, ist ausser Zweifel. Diese Hauptziele kommen auch der überaus wichtigen «Bewussten Elternschaft» am nächsten, also dem: Was für unsere Nachkommen und uns eine enorme Bedeutung hat. Gehen Sie wählen und wählen Sie die Liste 3 für unsere Zukunft.

Karl Rietmann

Alte Steig 10

9100 Herisau

Frau Schmid fühlt sich gemobbt

Zum Artikel «Mobbing in Bühler», (Ausgabe vom 11. März)

Unser Sohn Jack trat Anfang 2010 in die Oberstufe Bühler ein. Er ist lernbehindert und benötigte gemäss Evaluation des Schulpsychologischen und Therapeutischen Dienstes extensive Unterstützung – so viel Unterstützung, dass die gesamten Herrn Hellmüller zugeteilten Stellenprozente des Heilpädagogischen Dienstes auf ihn hätten aufgewendet werden müssen, für die Bedürfnisse der anderen Schüler in Bühler wäre keine Kapazität mehr übrig gewesen.

Während seiner Zeit an der Schule wurde Jack gemobbt und (jugendstrafrechtlich beurteilt) tätlich angegriffen. Für die heilpädagogische Unterstützung gab es keine Lösung. Ich hätte darauf klagen können, dass Jack die Unterstützung erhält, die ihm gesetzlich garantiert ist. Stattdessen entschieden wir uns dafür, Jack auf Beginn des neuen Schuljahres nach Trogen zu verlegen.

Auch wenn uns das Schulgeld kostete, Trogen konnte Jack unterstützen. Am 28. Juni, noch vor den Sommerferien, teilte ich dies Herrn Hellmüller im Beisein von Jacks Klassenlehrer Herrn Litscher mit, und Herr Hellmüller nahm es zur Kenntnis.

Am 19. Juli wurde ich von Frau Schmid ins Gemeindehaus zitiert. Frau Schmid sagte mir, nach ihrer Interpretation der Schulgesetze könne ich Jack ohne ihre ausdrückliche Einwilligung nicht nach Trogen verlegen. Ich sagte ihr, ich müsse den Wechsel nur mitteilen, eine Einwilligung brauche ich nicht. Es gab keine Einigung.

Ich hörte nichts weiter, weder mündlich noch schriftlich, bis ich am 17. September 2010 einen eingeschriebenen Brief erhielt, der mich ultimativ aufforderte, Jack müsse am darauffolgenden Montag, 20. September, in Bühler zur Schule erscheinen. Jack besuchte – wie Frau Schmid und die Schulleitung Bühler aufgrund der Gespräche vom 28. Juni und 19. Juli sehr wohl wussten – seit Beginn des Schuljahres die Schule in Trogen und hatte sich schulisch erfolgreich eingelebt.

Selbst wenn es rein zeitlich möglich gewesen wäre, auf den eingeschriebenen Brief zu antworten, der Brief liess dies gar nicht zu. Jack hatte am Montag in der Schule zu sein, sonst…

Ich beliess Jack in Trogen. Mit Datum 22. September 2010 erstattete Frau Schmid im Namen der Gemeinde Bühler gegen mich Strafanzeige wegen Verstosses gegen Artikel 33 III Schulgesetz: Eltern, die ihre schulpflichtigen Kinder nicht in die Schule schicken, haben sich einer Busse bis zu 5000 Franken zu gewärtigen. Jack sei unbewilligterweise nicht in der Schule Bühler erschienen, und eine ausdrückliche Bewilligung sei gemäss verschiedener Gesetzesbestimmungen erforderlich. Wie die Gemeinde Bühler durch ihre eigenen Recherchen habe in Erfahrung bringen können, besuche Jack die Oberstufe in Trogen.

Für einen Rechtsanwalt ist eine Strafanzeige keine kleine Sache. Ich wurde zur Einvernahme auf den Polizeiposten Teufen vorgeladen, es folgte ein Schriftenwechsel mit der Staatsanwaltschaft. Im Laufe des Schriftenwechsels musste die Gemeinde Bühler zugeben, dass die behauptete Bewilligungspflicht im Gesetz nicht zu finden ist. Sie musste zugeben, dass sie aufgrund meiner Mitteilungen am 28. Juni und 19. Juli schon lange wusste, dass Jack in Trogen war. Auf meinen Hinweis, dass mir keinerlei Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme gegeben wurde, antwortete Frau Schmid (zur Rechtfertigung des Ultimatums), bei einem Juristen genüge ein einmaliger mündlicher Hinweis.

Das gesamte Gebäude von Frau Schmids Strafanzeige war in sich zusammengebrochen, aber Frau Schmid bestand im Abschluss des Schriftenwechsels darauf: Die Strafanzeige war aus Sicht der Gemeinde Bühler begründet.

Erst am 28. Februar erhielt ich die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft hielt ausdrücklich fest, dass nur eine formlose Mitteilung meinerseits über den Schulwechsel erforderlich war, und die Mitteilung war zugegebenermassen und rechtzeitig erfolgt.

Strafanzeige, Protokolle und Schriftenwechsel können bei mir auf Verlangen eingesehen werden.

Frau Schmid fühlt sich gemobbt…

Dr. Jürg Gassmann, Rechtsanwalt,

Edelgrub 170, 9055 Bühler

Aufsteller des Jahres Solardorf Rehetobel

Auf dem Weg zum Solardorf (Ausgabe vom 17. März)

Sechs Einwohnerinnen und Einwohner von Rehetobel haben die Initiative ergriffen, einen Verein Solardorf Rehetobel zu gründen.

Im endlosen Meer von lebensbedrohenden Ereignissen aus Japan, in endlosen Versprechungen, dass wir Schweizer alles im Griff haben (bis es passiert), ist diese überaus positive Nachricht der Aufsteller des Jahres. Die Initianten haben einen Preis verdient und gehören in die Geschichtsbücher!

Ich beglückwünsche und danke den Initianten. Allen Beteiligten wünsche ich Mut und Durchhaltewillen im Bewilligungsverfahren.

Guido Kolb

Lederbach 15, 9100 Herisau