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Erst verweigert, dann unter Schutz gestellt

WOLFHALDEN. In der Redaktion geht ein Leserbrief mit dem Titel «Vetterliwirtschaft» ein. Darin kommen Sätze vor wie: «Behördenmitglieder dürfen sich wie Vögte benehmen.» «Schriftliche Anfragen und Briefe werden nicht beantwortet.
Monika Egli
Oberhalb des Weihers die Mauer des Anstosses. (Bild: pd)

Oberhalb des Weihers die Mauer des Anstosses. (Bild: pd)

WOLFHALDEN. In der Redaktion geht ein Leserbrief mit dem Titel «Vetterliwirtschaft» ein. Darin kommen Sätze vor wie: «Behördenmitglieder dürfen sich wie Vögte benehmen.» «Schriftliche Anfragen und Briefe werden nicht beantwortet.» «Immer wieder staune ich, wie unterschiedlich die Baugenehmigungen gehandhabt werden. Hat man die richtigen Beziehungen, scheint alles möglich zu sein.» «…muss ich feststellen, dass bei einem Teil der Amtspersonen und Behördenmitglieder persönliche Animositäten mehr zählen als das Gesetz.» Der Leserbrief kommt von Verena Tobler-Elmer, wohnhaft in Walzenhausen.

Umzug wieder abgeblasen

Dass Verena Tobler der Kragen geplatzt ist, hat viel mit den Erfahrungen zu tun, die sie und ihr Mann Ruedi Tobler mit den Behörden von Wolfhalden gemacht haben. Diese haben wesentlich dazu beigetragen, dass Toblers ihren ursprünglichen Plan vom Alterssitz in der Gemeinde begruben. Hier wollten sie einen Hausteil sanieren und mit einer Naturoase einen Beitrag zur ökologischen Aufwertung des Gebietes schaffen. Schliesslich haben sie aufgegeben. Sie haben das Haus verkauft und bleiben vorerst in Walzenhausen. Am extremsten waren die Verwicklungen um eine Trockensteinmauer. Sie waren für Toblers so nervenaufreibend, dass dies mithalf, vom Projekt der Haussanierung abzulassen.

Während des Baus gelobt

Im Juni 2013 erhalten Toblers die Aufforderung zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs für die bereits erstellte Trockensteinmauer. Das können sie nicht verstehen, denn: Diese Mauer war Ende 2012 im Rahmen eines Bauprojekts «Bachöffnung/Erstellung Biotop/Gartengestaltung» gebaut worden. Für den Bach und das Anlegen des Weihers übernahmen vom Kanton bestimmte Fachleute die Federführung, die Gestaltung des Gartens übernahmen Toblers selber. Von verschiedenen Stellen erhielten sie übereinstimmend die telefonische Auskunft, dass keine Bewilligung nötig sei, wenn die Mauer weniger hoch als 1,2 m werde. Während der Bauphase besuchte der Bauamtsleiter von Wolfhalden die Baustelle und lobte die Gestaltung der Mauer. Toblers fragen deshalb in einem Brief an die BBK (Baubewilligungskommission): «Wäre die Mauer bewilligungspflichtig, hätte dann nicht damals ein Baustop verhängt werden müssen? Wir schliessen daraus, dass während des Baus für die BBK eine Bewilligungspflicht nicht zur Diskussion stand.» Auch der Rechtsdienst des Kantons wurde im Rahmen einer anderen Sache zweimal auf die Mauer aufmerksam gemacht «und stellte keinerlei klärende Fragen».

Zwei Bauabnahmen

Für Toblers ist nicht nachvollziehbar, wann die Bewilligungspflicht für die Mauer ins Spiel kam, da für die Bauabnahme zwei verschiedene Daten aufgeführt sind: 15. April und 24. Juni 2013. Noch am 18. April 2013 aber war der Bauamtsleiter vor Ort – die fehlende Bewilligung war kein Thema. Toblers schliessen daraus, dass erst nachher eine Intervention und Ende Juni deshalb eine zweite Bauabnahme erfolgte. Damals stand die Mauer schon seit Monaten.

«Bitterer Nachgeschmack»

«Bei uns hinterlässt das Ganze mehr als nur einen bitteren Nachgeschmack», schreiben Toblers in ihrem Brief an die BBK von Wolfhalden. «Wir stehen erst am Anfang unseres Projektes, auch wenn wir dafür schon etwelches an Energie, Zeit und Geld investiert haben. Da sind zusätzliche Hindernisse, wie die nachträglich verlangte Bewilligung für die Trockensteinmauer – und ihre undurchsichtigen Hintergründe – keine Ermutigung.» Und schliesslich: «Die Totalrenovation des Hausteils hat noch nicht begonnen. Nur schon für die ungeschmälerte Bewilligung mussten wir mit einem Rekurs kämpfen.» Der Rest ist bekannt: Toblers haben sich zur Aufgabe entschlossen. Ironie der Sache: «Uns wurde die Bewilligung für die Mauer verweigert, für die Käufer ihrer Liegenschaft steht sie nun aber unter Schutz!»

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