Stau nicht erst mit Zubringer Güterbahnhof lösen - Pförtneranlage in der Liebegg könnte 2020 Realität werden

Bis der neue Zubringer Güterbahnhof St. Gallen mit dem Tunnel zur Liebegg in Betrieb geht, dürfte es 2040 werden. Damit der Verkehr bis dahin nicht kollabiert, soll bald ein Verkehrsmanagementsystem folgen.

Roger Fuchs
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Die Entlastung der Strasse zwischen Teufen und St. Gallen ist ein Ziel und Projektteil des Zubringers Güterbahnhof St. Gallen. (Bild: Michel Canonica (15. September 2016))

Die Entlastung der Strasse zwischen Teufen und St. Gallen ist ein Ziel und Projektteil des Zubringers Güterbahnhof St. Gallen. (Bild: Michel Canonica (15. September 2016))

Der Verkehr im Westen der Stadt St. Gallen aber auch die Zubringerachse von und nach Teufen sollen entlastet werden. Doch bis das gestern in dieser Zeitung vorgestellte Projekt «Zubringer Güterbahnhof St. Gallen» mit zwei Tunnels und einem unterirdischen Kreisel Realität ist, dürften noch gut zwanzig Jahre vergehen. Damit sich die Situation bis dahin nicht ungehindert zuspitzt, haben die Kantone Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen sowie die Agglomerationsgemeinden ein Verkehrsmanagementsystem in Auftrag gegeben. Gemäss dem Ausserrhoder Baudirektor Dölf Biasotto geht die Pförtneranlage in der Liebegg als Bestandteil des Verkehrsmanagementsystems im Frühjahr in die Vernehmlassung. «Im besten Fall können wir diese Anlage dann im 2020 realisieren.» Das Verkehrsmanagementsystem soll helfen, dass die Fahrzeit von Teufen in die Stadt St. Gallen und auf die Autobahn wieder berechenbar wird.

Dölf Biasotto wagt erste Kostenschätzung für AR

Gleichzeitig freut sich Dölf Biasotto auch, dass sich der Bund, die Kantone SG/AR, die Stadt St. Gallen und die Gemeinde Teufen mit dem Zubringer Güterbahnhof auf eine Bestvariante einigen konnten. Auch wenn aus Ausserrhoder Sicht der Tunnel zur Liebegg bei Teufen zuerst ins Auge sticht, so ist gemäss Biasotto für Ausserrhoden ebenso die dritte Röhre beim Rosenbergtunnel als Bestandteil der Engpassbeseitigung St. Gallen von grosser Bedeutung. Schliesslich sei dies die schnellste Verbindungsachse zwischen dem Hinter- und dem Vorderland und sie sei aus volkswirtschaftlicher Sicht matchentscheidend für die Anbindung des Appenzellerlandes an die Autobahn A 1.

Den Grossteil der Kosten für die dritte Röhre Rosenbergtunnel und den Zubringer Güterbahnhof wird mit 1,14 Milliarden der Bund tragen. Die Kantone SG/AR, die Stadt sowie die Gemeinde Teufen haben mit 150 bis 200 Millionen für die Kosten der Anschlüsse an die Stadt und den Tunnel Liebegg aufzukommen. Biasotto rechnet mit maximal 10 Prozent Kostenbeteiligung für AR. Teufen dürfte aufgrund des Strassengesetzes maximal rund 10 Prozent dieser 10 Prozent übernehmen müssen. «Der Kostenteiler wird nach dem Grundsatz des Territorialprinzips festgelegt», sagt Dölf Biasotto. Dieser würde erst zusammen mit den konkreten Projekten abschliessend erarbeitet.

Zubringer in Herisau wird nicht ausgebremst

Auf den Zubringer Appenzellerland mit der Umfahrung Herisau soll der Zubringer Güterbahnhof keinen Einfluss haben. Ende dieses Jahres wird die Kantonsstrasse N25 von Gossau via Herisau nach Appenzell an den Bund übergeben. «Damit übergeben wir auch das Vorprojekt für die Umfahrung Herisau sowie eine Studie, welche die volkswirtschaftliche Bedeutung des Projekts für das Appenzellerland aufzeigt», sagt Biasotto.