ERSATZWAHLEN
Jetzt gibt es eine Auswahl: Einwohnerrätin Monika Baumberger kandidiert für den Herisauer Gemeinderat

Sie ist Einwohnerrätin, Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission und Präsidentin der Spitex Appenzellerland – nun will Monika Baumberger auch noch Gemeinderätin von Herisau werden. Sie bewirbt sich um den Sitz, der durch die Wahl Max Eugsters zum Gemeindepräsidenten frei geworden ist. Die Wahl ist am 22. August.

Astrid Zysset
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Monika Baumberger ist seit 20 Jahren in Herisau wie auch dem gesamten Kanton politisch und gesellschaftlich engagiert.

Monika Baumberger ist seit 20 Jahren in Herisau wie auch dem gesamten Kanton politisch und gesellschaftlich engagiert.

Bild: Markus Osterwalder

Es ist keine Entscheidung, die spontan gefallen ist. Monika Baumberger hat sich ihre Kandidatur für den Herisauer Gemeinderat reiflich überlegt. Gereizt hatte sie der Übertritt von der Exekutive in die Legislative nämlich schon länger. Heute ist sie sich sicher: Der Zeitpunkt ist ideal.

«Ich bin topmotiviert. Am liebsten würde ich gleich loslegen. Wenn es nicht klappen würde, wäre ich sehr wohl enttäuscht, die Welt ginge aber nicht unter, weil ich mit meinen bisherigen Ämtern ebenfalls sehr glücklich bin.» Diese Ausgangslage vermittle ihr die notwendige Ruhe, um in den Wahlkampf einzusteigen. Neben ihr bewirbt sich auch der Journalist Patrik Kobler für den vakanten Gemeinderatssitz.

Monika Baumberger erteilt auf selbstständiger Basis Sprachkurse und Privatunterricht in Deutsch und Englisch. Seit über 20 Jahren ist sie in Herisau sowie im Kanton politisch und gesellschaftlich engagiert. Seit 2015 ist sie Mitglied des Einwohnerrates von Herisau und seit 2019 präsidiert sie die Geschäftsprüfungskommission (GPK). Der breiteren Bevölkerung bekannt sein dürfte sie durch ihre Arbeit bei der Spitex Appenzellerland, wo sie seit 2016 als Präsidentin tätig ist.

Während 10 Jahren war sie zudem Mitglied der Bürgerrechtskommission und leitete während vielen Jahren den Mittagstreff des Club60plus in Herisau. Im Falle einer Wahl müsste sie das GPK-Präsidium wie wohl auch ihr Engagement bei der Spitex aufgeben. Bedingungen, die sie sehr schmerzen, wie Baumberger sagt. Doch die neue Herausforderung wäre ihr dies wert.

Wohnraum für Familien schaffen

Wo in Herisau der Hebel angesetzt werden müsste, ist in ihren Augen offensichtlich: «Leuchtturmprojekte» wie die Nordhalde, der Bahnhof und der Obstmarkt müssten vorangetrieben werden. Alle «Nice to have»-Investitionen hingegen gelte es auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Denn: «Die langfristigen finanziellen Auswirkungen von Corona kann niemand vorhersagen. Darum ist ein haushälterischer Umgang mit den Finanzen vonnöten», so Baumberger.

Als Gemeinderätin würde sie auch auf die Ortsplanungsrevision drängen. Diese sei «extrem wichtig», um genügend Wohnraum für Familien zu schaffen. Beim Wohneigentum hätte Herisau grossen Nachholbedarf.

«Wir müssen nicht nur Arbeitsplätze schaffen. Junge Familien suchen ein Zuhause mit Umschwung. Wenn wir das nicht bieten können, wohnen sie in den Nachbargemeinden und uns gehen wertvolle Steuereinnahmen verloren.»

Empathie als Stärke

Sie selbst sieht sich als geeignete Kandidatin für den frei werdenden Sitz im Rat. Oder wie sie es selbst formuliert: «Ich bin nicht die Favoritin, aber ich bin eine ebenbürtige Kandidatin.» Durch ihr vielfältiges Engagement kennt sie die politischen Abläufe und Prozesse, ist gut vernetzt und aufgrund ihrer Arbeit zu Gunsten der Gesellschaft breit akzeptiert. «Ich habe in den vergangenen 20 Jahren sicherlich ein paar Spuren in Herisau hinterlassen», meint Baumberger. Sie selbst sieht ihre Stärken im Umgang mit Menschen. Sie bezeichnet sich als kommunikativ, empathisch und verlässlich. Und: Sie sieht sich als «stabile und beständige Besetzung» im Gremium.

Der Vorstand der FDP unterstützt die Kandidatur der 59-Jährigen. Die Nomination erfolgt in den nächsten Tagen auf dem schriftlichen Weg. Der FDP ist es wichtig, der Herisauer Bevölkerung eine Wahlmöglichkeit für den Gemeinderat zu bieten. Monika Baumberger verfüge über politische Erfahrung und ein klares politisches Profil, so die Partei. Zudem habe sie als Selbständigerwerbende langjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung und verstehe sich somit als Vertreterin von Gewerbe und Wirtschaft. Die Wahl ist am 22. August. Nötig wurde sie, da Max Eugster zum Gemeindepräsidenten gewählt und dadurch ein Sitz im Rat vakant wurde.