Lokalhistoriker Ernst Züst mit eigenem Weg geehrt

Seit 38 Jahren ist Ernst Züst wöchentlich im Museum von Wolfhalden anzutreffen. An seinem 87. Geburtstag hat er von der Gemeinde deshalb ein besonderes Geschenk erhalten.

Isabelle Kürsteiner
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Ernst Züst war und ist die treibende Kraft im Museum Wolfhalden. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Ernst Züst war und ist die treibende Kraft im Museum Wolfhalden. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

An seinem 87. Geburtstag ehrte die Gemeinde Wolfhalden Lokalhistoriker und Museumsförderer Ernst Züst mit einem eigenen Weg. Seit Freitag kann in Wolfhalden vom Museum in nördlicher Richtung auf dem Ernst-Züst-Weg geschritten werden.

Seit Juli 1977, als das Museumsvereins-Gründerkomitee zu wirken begann, setzt sich Ernst Züst mit viel Herzblut für «sein Museum» ein. Ab 1980 bestand sowohl der Museumsverein wie auch das Museum mit Domizil im linken Hausteil der alten «Krone». Züst ist und war die treibende Kraft für die Gestaltung des Museums. Es gab in den vergangenen 38 Jahren nicht viele Wochen, in denen er während der Öffnungszeiten nicht anwesend war. Ausserdem führt er heute noch Gesellschaften und Vereine zu vereinbarten Zeiten durch die Ausstellung. Seine Augen leuchten, wenn er von der Spezialausstellung 2019 spricht. Sie ist der Familie Tobler und damit auch der süssen Verführung Toblerone gewidmet. Wohnsitz der Familie war einst das Vorderland, im Speziellen Wienacht-Tobel.

Freiwilligenarbeit gewürdigt

Gemeindepräsident Gino Pauletti hatte eingeladen und die Mitglieder des Museumsvereins, Familie, Gemeinderat und Bekannte versammelten sich für die Einweihung vor dem Museum. In seinem Rückblick würdigte Pauletti die Leistung von Züst und seinem ganzen Team, das jedes Jahr eine neue Sonderausstellung präsentiere und das in ehrenamtlicher Tätigkeit. Für diese Arbeit sei ihm die Wertschätzung des Gemeinderates sicher.

Damit sich die Wanderer und die Einheimischen immer an den Freiwilligenarbeitseinsatz erinnern würden, erhielt Züst zwei Pakete, in denen sich die braunen Tafeln mit dem Namen Ernst-Züst-Weg befanden. Ein Hintergedanke der Wegbenennung sei, dass sich die Betrachter der Wegmarkierung über Züst informierten und so erfahren würden, dass hier ein Wolfhaldener mit seinem Team Grosses geleistet habe, sagte Pauletti. Und vielleicht werde der Ernst-Züst-Weg gar zu Freiwilligen-Engagement animieren.

Beim Apéro im Landgasthof Krone erzählte Züst Reminiszenzen aus «seinem Museum». Als es galt, den Hausteil der alten «Krone» zu kaufen, wandte er sich an den späteren Landammann Rudolf Reutlinger. Er benötige Geld zur Gründung des Museums. Reutlinger riet ihm, ein «Briefli» zuhanden der Suhner-Stiftung zu schicken. Wenig später erhielt Züst die finanzielle Unterstützung. Ebenso reagierte Reutlingers Nachfolger Hans Ueli Hohl bei einer Bitte um Geld zum Kauf einer Wappenscheibe, die den Wolfhaldener Gemeinderat darstelle, die aber in der Zwischenzeit über die Jahrhunderte bis nach St. Petersburg weitergereicht worden war.

«Broschürli» und «Briefli»

Für die vielen Sonderausstellungen hatte Züst stets ein «Broschürli» zur Information der Museumsbesucher geschrieben. Daneben entstand im Lauf der Jahre eine Unzahl von weiteren «Broschürli» über verschiedenste Themen im Zusammenhang mit Wolfhalden. Ernst Züst dankte an der Veranstaltung seinem Team und dem Gemeinderat, der sich immer wieder erkenntlich gezeigt hatte. Dann endete er mit den Worten: «Es gäb no en Huufe z’verzelle. I ha viil erläbt, viil Zuespruch gha.» Wer weiss, dereinst gibt es vielleicht ein «Broschürli» über diese Museums-Reminiszenzen.

Fest steht hingegen, dass im Frühling das Museum mit dem Sonderthema Tobler eröffnen wird. Dabei wird der Besucher viel über die Familie und ihrer Schokolade, der Toblerone, erfahren.