Erleichterung für Gehbehinderte

LIBINGEN. In diesen Tagen ist im Mehrzweckgebäude in Libingen ein Lift eingebaut worden. Damit wird gehbehinderten Personen der Besuch der vielen Veranstaltungen erleichtert. Aber auch für Warentransporte kann der Lift benutzt werden.

Beatrice Bollhalder
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Schon bald können betagte und gehbehinderte Besucher im Erdgeschoss in den Lift steigen und den Anlass ohne Treppensteigen besuchen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Schon bald können betagte und gehbehinderte Besucher im Erdgeschoss in den Lift steigen und den Anlass ohne Treppensteigen besuchen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Konzerte der Musikgesellschaft, Theateraufführungen, das Maifest, der Suppentag oder Schulaufführungen sind nur ein Bruchteil der Veranstaltungen, die jeweils im Mehrzweckgebäude in Libingen stattfinden. Der Raum mit Bühne liegt aber im Obergeschoss. Wer also eine Vorstellung besuchen will, muss im Gebäude erst eine Treppe hochsteigen. Und da dies für betagte und behinderte Menschen eine Barriere bedeutet, wurde der Ruf nach einem Lift laut.

Varianten geprüft

Bereits vor zwei Jahren sind der Sachverhalt und verschiedene Varianten geprüft worden. Das Projekt eines Aussenliftes ist relativ schnell wieder verworfen worden, da ein solches erheblich höhere Kosten verursacht hätte. Ausserdem hätten in diesem Fall die Liftbenutzer die ohnehin schon enge Küche durchqueren müssen. Einzig für Warenlieferungen wäre diese Variante optimal gewesen. Schliesslich haben die Verantwortlichen eine Offerte für einen Senkrechtaufzug eingeholt. Und diese Variante wurde dann gewählt. Die Möglichkeit, im Treppenauge des Gebäudes einen Lift einzubauen, ist mit relativ kleinen Anpassungen möglich. Mit einer Unterfahrt von nur zwölf Zentimetern und ohne Überfahrt hat sich dieser Aufzug für das Mehrzweckgebäude als optimal herausgestellt.

In der vergangenen Woche ist das Geländer im ersten Stock nun teilweise entfernt worden. Nämlich dort, wo die Liftpassagiere zukünftig den Fahrstuhl wieder verlassen werden. Mit dem gewählten Modell, das jeweils individuell nach den Gegebenheiten des Gebäudes hergestellt wird, mussten am bestehenden Treppenhaus nur kleine Anpassungen vorgenommen werden.

Personen und Waren

Ein Team von drei Monteuren der Firma Högg Liftsysteme in Lichtensteig hat am Montag begonnen, die aus Italien gelieferten Teile zusammenzufügen und schon um die Mittagszeit war ersichtlich, welche Dimensionen der Lift haben wird. Da die Plattform des Liftes bei einer Breite von 90 Zentimetern eine Länge von 1,40 Metern aufweist, haben ein Rollstuhlfahrer mit Begleitperson bequem darin Platz. Speziell bei diesem Warenlift ist, dass es keine geschlossene Kabine gibt. Auf einer Plattform, die in einem geschlossenen Schacht fährt, werden Personen oder Waren ins obere Stockwerk befördert. Mittels Lichtschranken auf den Seiten wird sichergestellt, dass kein Unfall passieren kann. Bevor nämlich ein Fuss eingeklemmt werden könnte, wird der Betrieb eingestellt. Ausserdem muss der Lift mit einem Schlüssel betrieben werden. Die Schüler, die in diesem Gebäude ihre Turnstunden absolvieren, können also den Lift, der eine Tragkraft von 350 Kilogramm hat, nicht benutzen. «Einen Personenlift haben wir deshalb ausgeschlossen, weil für einen solchen mehr Vorschriften und Auflagen gelten», erklärt Hans Fritsche, verantwortlicher Gemeinderat. Wer im Lift mitfahren will, muss den Knopf dauernd betätigen. Damit wird eine weitere Unfallgefahr ausgeschlossen. «Ausserdem wird ein analoges Notfalltelefon im Lift installiert, das sogar bei Stromausfall seinen Dienst versieht.»

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