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Wasserversorgung Herisau wehrt sich gegen die Vorwürfe der Fischer

Der Vorwurf des Fischerei-Vereins Neckertal: Die Wasserversorgung Herisau entnehme dem Aachbach zu viel Wasser. Dadurch trockne dieser aus und Fische verenden. Die Wasserversorgung weist die Anschuldigungen von sich.
Thomas Scherrer, technischer Leiter der Wasserversorgung Herisau. Bild: PD

Thomas Scherrer, technischer Leiter der Wasserversorgung Herisau. Bild: PD

«Ich verstehe den Unmut der Fischer», sagt Thomas Scherrer, technischer Leiter der Wasserversorgung Herisau. «Doch uns als Schuldige auszumachen, ist falsch. In den letzten Monaten hat es auf der ganzen Alpennordseite zu wenig geregnet.» Hintergrund: Der Fischerei-Verein Neckertal übt Kritik. Der Wasserexport aus dem Aachbach durch die Wasserversorgung Herisau schade der Tier- und Pflanzenwelt. Jährlich bis zu 700 000 Kubikmeter werden entnommen. Dieses Wasser wird anschliessend in die Glatt zurückgeführt und nicht mehr in den Aachbach oder den Necker. Der Fischeri-Verein vermutet, dass diese jährliche Wasserentnahme jeweils zur kompletten Austrocknung im Fassungsbereich des Aachbachs führt. Der Lebensraum für die Insekten und Fische werde geraubt.

Seit rund 100 Jahre bezieht Herisau das Wasser aus dem Neckertal. Gemäss kantonaler Konzession dürften 1,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr abgepumpt werden. Diese Menge wurde durch das Amt für Umwelt des Kantons St. Gallen festgelegt. Tatsächlich wurden während der letzten Jahre durchschnittlich zirka 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser bezogen. Diese Menge verteilt sich auf Degersheim, Mogelsberg und Herisau. «Wir liegen weit unter derjenigen Menge, die wir eigentlich beziehen dürften», so Scherrer. Der Spitzenwert wurde in den 70er Jahren mit 1,5 Millionen Kubikmeter erreicht.

Der Fischerei-Verein Neckertal findet dennoch, dass zuviel Wasser nach Herisau fliesst – zumal die Ausserrhoder Gemeinde die Möglichkeit hätte, Bodenseewasser zu beziehen. Diese Option besteht tatsächlich. Darauf zurückgegriffen wird allerdings nur bei einem Ausfall der eigenen Wasserversorgungsanlagen. «Wir möchten unsere natürlichen Ressourcen nutzen. Es ist ökologisch nicht sinnvoll, das Wasser vom Bodensee aufzubereiten und bis ins Appenzellerland raufzupumpen, wenn wir eigene naturreine Bezugsquellen vor der Haustüre haben», so Scherrer. Das Wasser aus dem Bodensee zu beziehen, wäre für Herisau relativ günstig. Jedoch könnte diese Umstellung für Degersheim und Mogelsberg drastische Auswirkungen haben. Würde sich Herisau zurückziehen, müssten jene Gemeinden die Infrastruktur, sprich: die Fassungsanlagen, das Pumpwerk und die Transportleitungen selber finanzieren.

Eine natürliche Entwicklung

Der Aachbach trocknet jedes Jahr aus. Und das Wasser, das fliesst, ist deutlich wärmer, Fischarten wie die Äsche sind verschwunden. Die Ursache für diese Entwicklung sieht Scherrer in der Natur. Längere Trockenphasen und kürzere, aber stärkere Niederschläge würden seit Längerem prophezeit. «Wir versichern uns laufend, dass wir die Gewässer nicht übernutzen und alle Schutzmassnahmen für die Lebewesen eingehalten werden. Aber eine natürliche Entwicklung können wir nicht beeinflussen.» Auch das Bodenseewasser sei deutlich wärmer geworden. «Die Wasserversorgung ist interessiert an einer nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen und setzt sich für die Gewässerqualität in den Fassungsgebieten ein.» (asz)

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