Erinnerungen an vergessenen Brauch

Vor 100 Jahren

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Vor 100 Jahren

3. Juni: Oberes Toggenburg. Die Thurkorrektion im oberen Toggenburg ist nach dem neuen regierungsrätlichen Amtsbericht von 1913 von Ulisbach bis Lichtensteig, d. h. auf eine Länge von reichlich 5 Kilometern, vollständig verbaut. Zur Vollendung des Werkes fehlt noch die Normalisierung auf dem rechten Ufer von Ulisbach aufwärts bis zur Gemeindegrenze auf eine Länge von circa 1,2 Kilometer. Ferner sind noch etwelche Ergänzungen der Steinvorlagen auszuführen. Ausserdem fehlt noch der im allgemeinen Projekt enthalten gewesene Thursteg im Bundt. Die Abrechnung pro Ende 1913 stellt sich auf Fr. 1,320,248.82, übersteigt also

den Voranschlag bereits um Fr. 248.82. In dieser Abrechnung sind jedoch die Kosten für die Verlegung des Thurbetts bei Lichtensteig inbegriffen, die im Voranschlag nicht enthalten waren. Der Bundesbeitrag ist auch an diese Kosten grundsätzlich bereits zugesichert.

Für die Ausrichtung einer kantonalen Nachsubvention wird der Regierungsrat in einer besonderen Botschaft an den Grossen Rat einen Antrag stellen, wenn die Korrektion gänzlich abgeschlossen ist. Gleichzeitig wird er auf ein wiederholtes Gesuch des Gemeinderates von Wattwil hin einen Antrag auf angemessene prozentuale Erhöhung des ursprünglich beschlossenen Staatsbeitrages einbringen.

Vor 50 Jahren

1. Juni: Wattwil. Die Expo übt eine grosse Anziehungskraft auf das Schweizervolk aus. Es stellt sich die Frage, ob und in welchem Rahmen den Primarschülern die Teilnehme zu ermöglichen sei. Der Evang. Primarschulrat ist der Auffassung, dass ein eintägiger Expobesuch eine zu grosse physische Beanspruchung der Schüler mit sich bringen würde. Er befürwortet hingegen die Teilnahme der Abschlussklassen, und zwar in Form einer zweitägigen Schulreise, wobei die Schüler ca. die Hälfte der Kosten zu übernehmen haben. Leider könne aus Konsequenzgründen für die übrigen Schüler kein Urlaub bewilligt werden. Die betreffenden Eltern werden gebeten, den allfälligen Expobesuch auf die Schulferienzeit zu verlegen.

Vor 20 Jahren

2. Juni: Toggenburg. Die 100er-Pro-Patria-Marke zeigt einen Papiervogel, der aus dem Toggenburg stammt. Damit wird die Erinnerung an einen fast vergessenen Brauch in der Region wieder wach. Der «Chindsvogel» befindet sich im Schweizerischen Museum für Volkskunde in Basel. Das Aufhängen eines «Chindsvogels» war in der Region Nesslau bis um den 1. Weltkrieg verbreitet. Das Mobile-artige Gebilde sollte die Kleinkinder beruhigen. Vielleicht wurde dem «Chindsvogel» deshalb auch eine gewisse Schutzwirkung zuerkannt. Dieser Brauch ist in der Zwischenzeit praktisch in Vergessenheit geraten. Um die Jahrhundertwende wurden in der Region auch andere Vögel über Kinderwagen gehängt. Fing der Kleine an, sich für seine Umwelt zu interessieren, hängte man über seinem Lager einen weissen, papierenen Sommervogel (Schmetterling) von ca. 25 cm Durchmesser auf, reich geschmückt mit farbigem Flitter.

Vor 10 Jahren

2. Juni: Hemberg. Auf der Kantonsstrasse Wattwil–Hemberg wurde mit der ersten von etwa fünf Sanierungsetappen begonnen. Sie diene als typische Ortsverbindungsstrasse auch für den öffentlichen Verkehr, heisst es im Projekt des Kantons. Die durchschnittliche Verkehrsbelastung pro Tag betrage rund 800 Fahrzeuge, der Lastwagenanteil liege bei etwa 5 Prozent. Für das Teilprojekt «Sanierung Weier bis Gluris» – es enthält auch Landerwerb von drei Grundeigentümern – wird mit Gesamtkosten von 1 520 000 Franken gerechnet. Die Kosten gehen zulasten des Kantons.

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