Ergänzungswahlen
Stefanie Danner ist neue Gemeinderätin in Herisau – zweiter Wahlgang entfällt

Monika Baumberger (FDP) und Patrik Kobler (Gewerbe) traten nicht zum zweiten Wahlgang um den freien Gemeinderatssitz in Herisau an. Bis am Mittwoch um Mitternacht hatten hatten allfällige Kandiderende die Möglichkeit, sich für den Wahlgang am 26. September aufstellen zu lassen. Diese Frist wurde nicht genutzt. Stefanie Danner gilt nun durch eine stille Wahl als gewählt.

Ramona Koller
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Stefanie Danner (parteilos) ist durch eine stille Wahl in den Gemeinderat Herisau nachgerückt.

Stefanie Danner (parteilos) ist durch eine stille Wahl in den Gemeinderat Herisau nachgerückt.

Bild: PD

Nach dem ernüchternden Wahlergebnis vom Sonntag verzichtete nach der FDP-Kandidatin Monika Baumberger auch Patrik Kobler auf eine Teilnahme am 2. Wahlgang vom 26. September. Dies gab der Kandidat der Gewerbes am Mittwoch bekannt. Während sich Monika Baumberger im ersten Wahlgang 766 und Patrik Kobler 707 Stimmen sichern konnten, stimmten 1316 Herisauerinnen und Herisauer für Stefanie Danner.

Patrik Kobler tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an.

Patrik Kobler tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an.

Bild: PD

Patrik Kobler, früher tätig für diese Zeitung sowie das SRF, war der erste, der seine Kandidatur bekanntgegeben hatte. Portiert wurde er vom Gewerbeverein Herisau und unterstützt wurde er auch durch die von ihm mit initiierte IG Sport. Während der Hearings konnte er keine der Parteien von sich überzeugen. Alle, bis auf die SVP und die FDP, schlugen Stefanie Danner als neue Gemeinderätin vor. Kobler informierte die Medien per E-Mail über seinen Verzicht auf den zweiten Wahlgang. Er wolle seinen Fokus nun auf sein Geschäft und die Familie legen. Politische Ambitionen hege er keine mehr. Kobler sieht davon ab, weitere Statements abzugeben.

Für die FDP ist dies die dritte Wahl innert zwei Jahren, die nicht zufriedenstellend ausgeht. Den Gemeinderatssitz der FDP, der nach dem Rücktritt von Anette Joos-Baumberger 2019 neu besetzt werden musste, konnte nicht in den eigenen Reihen gehalten werden. Im Frühling war Sandra Nater (FDP) ausserdem Max Eugster (SP), heutiger Gemeindepräsident, unterlegen. Und nun zog sich Monika Baumberger aus dem Wahlkampf um den freien Gemeinderatssitz zurück und hat das Feld der parteilosen Stefanie Danner überlassen.

Monika Baumberger steht für den zweiten Wahlgang nicht zur Verfügung.

Monika Baumberger steht für den zweiten Wahlgang nicht zur Verfügung.

Bild: Markus Osterwalder

In einer Medienmitteilung, in der die FDP am Dienstag den Rückzug von Monika Baumberger bekannt gab, war zu lesen, dass man die eigene Arbeit kritisch hinterfragen werde. Offenbar konnte die Stimmbevölkerung zu wenig davon überzeugt werden, dass langjährige politische Erfahrung und lokales Engagement wertvolle Qualifikationen für die erfolgreiche Mitarbeit im Gemeinderat sind. Zudem scheint ein klares politisches Profil aktuell wenig gefragt zu sein, schreibt die FDP. Barbara Rüst, Präsidentin der FDP Herisau präzisiert:

«Es gilt nun herauszufinden, wie man das Stimmvolk davon überzeugen kann, dass eine Parteizugehörigkeit wichtig ist, um eine Person und ihr politisches Wirken richtig einschätzen zu können.»

Man stelle fest, dass die Parteien scheinbar an Glaubwürdigkeit verloren hätten. «Der Trend im Dorf geht leider in die Richtung, dass die Einwohnerinnen und Einwohner vermehrt Personen ohne Parteizugehörigkeit wählen», hält Rüst fest.

Die Ortsparteipräsidentin ist überzeug von ihren Kandidatinnen bei den letzten beiden Wahlen. Dennoch müsse man sein personelles Portfolio erweitern. Es gelte nun, Nachwuchs zu rekrutieren. Dies allerdings nicht nur bei der FDP. «Auf den Aufruf der Parteien, man möge sich für den Gemeinderat bewerben, hat sich aus über 15'000 Herisauerinnen und Herisauern genau eine Person beworben. Es scheint, als müssten wir solche Ämter attraktiver gestalten», so Rüst.

An ihrer Wahlkampf-Strategie wollen die Freisinnigen nichts ändern. Auch künftig solle die Nähe zur Bevölkerung gesucht werden, sagt Rüst. «Der Wahlkampf beginnt vor der Bekanntgabe einer Kandidatur. Man muss bereits zuvor im Dorf und bei den Leuten bekannt sein.» Diese Eigenschaft kann man Monika Baumberger nicht abstreiten. Als Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission, Einwohnerrätin, Präsidentin der Spitex Appenzellerland sowie als selbstständige Englischlehrerin ist ihr Bekanntheitsgrad definitiv vorhanden.

Die parteilose Stefanie Danner ist von zwei Wahlgängen ausgegangen, wie sie selber sagt. Umso schöner fände sie es, dass sie bereits im ersten Wahlgang ein so eindeutiges Resultat erzielen konnte. Ihr Dank gelte neben dem Stimmvolk auch ihren beiden Mitbewerbern, die einen engagierten Wahlkampf ermöglicht hätten. Bereits im Wahlkampf betonte Danner, dass sie sich mit keiner Partei zu 100 Prozent identifizieren könne. «Das heisst, dass ich mich auch als Gemeinderätin unabhängig vom Absender mit allen Ideen auseinandersetzen werde», erklärt Danner. Die Zusammenarbeit mit einer politischen Gruppierung schliesst sie dennoch nicht aus:

«Ich möchte zunächst in unterschiedlichen Fraktionen reinschnuppern und mich dann für eine Zusammenarbeit entscheiden.»

Zu gegebener Zeit werde sie über ihren Entschluss informieren. «Transparenz ist mir dabei besonders wichtig», sagt Danner.

Bis am Mittwochabend haben sich keine weiteren Interessierte für den zweiten Wahlgang angemeldet. Danner ist somit die einzige Kandidatin geblieben und wurde nun durch eine stille Wahl in den Gemeinderat gewählt. Der zweite Wahlgang entfällt.

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