Ergänzungswahlen
Kampfwahl um das Gemeindepräsidium Wald: Jakob Egli will es nochmals wissen

Jakob Egli kandiert in Wald erneut als Gemeindepräsident. Sein Entscheid hat auch mit der Mitbewerberin Marlis Hörler Böhi und deren Tätigkeit in der GPK zu tun.

Jesko Calderara
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In der Gemeinde Wald geht es am 11. April um die Nachfolge von Gemeindepräsidentin Edith Beeler.

In der Gemeinde Wald geht es am 11. April um die Nachfolge von Gemeindepräsidentin Edith Beeler.

Bild: APZ
Jakob Egli war bereits zwischen 2001 und 2015 Gemeindepräsident.

Jakob Egli war bereits zwischen 2001 und 2015 Gemeindepräsident.

Bild: Ralph Ribi

Gleich zu Beginn der öffentlichen Versammlung am Dienstagabend liess Jakob Egli die Bombe platzen: Der 73-Jährige möchte erneut Wäldler Gemeindepräsident werden. Damit kommt es am 11. April zu Kampfwahlen um die Nachfolge von Edith Beeler, nachdem letzte Woche Marlis Hörler Böhi ihre Kandidatur bekanntgegeben hatte. Die jetzige Amtsinhaberin reichte vor Weihnachten ihren Rücktritt per Ende Mai ein.

Egli führte bereits einmal 14 Jahre lang die Gemeinde. In seiner Amtszeit gab es in Wald immer wieder Streitigkeiten, nicht zuletzt deshalb wurde er 2015 abgewählt. 2020 wagte der gelernte Primarlehrer, der später Psychologie, Sonder- und Sozialpädagogik studierte und den Verein Chupferhammer führte, ein politisches Comeback. Seit einem Jahr gehört er wieder dem Gemeinderat an und präsidiert die Technische Kommission. Diese ist unter anderem für die Bereiche Umweltschutz, Wasserversorgung und Strassen zuständig.

Kritische Töne zur Arbeit der GPK Wald

Vor den 15 Anwesenden in der Mehrzweckanlage und den Zuhörern im Livestream begründete Egli seine Kandidatur mit demokratiepolitischen Überlegungen. Er wolle der Bevölkerung eine Auswahl bieten. «Ich setze mich dafür ein, dass unsere kleine Gemeinde fit wird und mit sich und der Umwelt in ein gutes Gleichgewicht kommt.» Ein Bevölkerungswachstum sei dazu nicht unbedingt notwendig. Seiner Mitbewerberin attestierte Jakob Egli, durchaus die Kompetenzen und Fähigkeiten für das Amt zu besitzen. Ein Dorn im Auge ist ihm die geradezu «intime Nähe» zwischen dem Gemeinderat und der GPK. Hier brauche es eine kritische Distanz, gab er zu bedenken. Während seiner ersten Amtszeit als Gemeindepräsident gab es zwischen Egli und GPK-Präsident Beat Bouquet regelmässig Spannungen. Egli befürchtet, dass es mit einer Wahl von Marlis Hörler Böhi keine funktionierende Gewaltenteilung geben wird. Hörler Böhi ist seit 2017 GPK-Mitglied.

Bouquet wies solche Unterstellungen zurück. Die GPK habe immer den Finger darauf gehalten, wenn Fakten nicht transparent oder falsch dargestellt worden seien. Man werde dies auch künftig tun, versprach der GPK-Präsident. Rückblickend betrachtet hat die GPK gemäss Bouquet oftmals recht bekommen. «Viele Projekte, welche die Handschrift von Jakob Egli trugen, sind gescheitert.»

Kandidatin mit vielfältiger Erfahrung

Marlis Hörler Böhi ist GPK-Mitglied und kandidiert nun als Gemeindepräsidentin.

Marlis Hörler Böhi ist GPK-Mitglied und kandidiert nun als Gemeindepräsidentin.

Bild: PD

Hörler Böhi wiederum betonte, als Privatperson anzutreten. Ihr Engagement habe nichts zu tun mit dem GPK-Amt. Sie beschloss bereits vor einem Jahr, ihre Stelle als Geschäftsführerin der ODA für Gesundheits- und Sozialberufe in St.Gallen nach 17 Jahren per Ende des Schuljahres 2020/2021 zu kündigen. Nun strebt die ehemalige Gemeinderätin den Sprung an die Spitze der Vorderländer Gemeinde an. «Mit meiner politischen Erfahrung, dem beruflichen Rucksack und der guten Vernetzung im Kanton kann ich viel Substanz einbringen», sagte sie. Hörler Böhi möchte sich für eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat einsetzen. Als weiteres Ziel nannte sie die Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung in dieses Gremium. Im Gegenzug erwarte sie ein echtes Engagement und Offenheit von allen Seiten, betonte sie.

Wird die Kantonsstrasse mit einem Trottoir ergänzt?

Gemeinderat Jakob Egli informierte im zweiten Teil des Abends als Präsident der Technischen Kommission über die Absicht des Kantons, die Strasse vom Dorfzentrum in Richtung St. Anton auf der Strecke ab Spitz bis zum Sportplatz zu erneuern. Der Zeitpunkt ist noch offen. Der Gemeinderat prüft nun, ob dieses Teilstück allenfalls mit einem Trottoir ergänzt werden könnte. Über dieses Streckenstück werden der Begegnungsplatz, der Sportplatz und das Altersheim für Fussgänger erschlossen. Unterdessen liegen die Kostenschätzungen des Tiefbauamtes vor. Der Kostenanteil der Gemeinde beträgt rund 90000 Franken. Mit der Lösung Trottoir müsste Wald ungefähr 312000 Franken beisteuern. Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung darüber beraten. Falls die Trottoirvariante gewählt wird, werden die Wäldler Stimmberechtigten das letzte Wort haben. (cal)