Ergänzungswahlen
In Herisau kommt es zum zweiten Wahlgang: Keiner der Kandidierenden für das Gemeindepräsidium erreicht am Sonntag das absolute Mehr

Nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von Kurt Geser standen am Wochenende die Wahlen für das Herisauer Gemeindepräsidium an. Und es kam zu einer Überraschung: Keiner der beiden Kandidierenden erreichte im ersten Wahlgang das absolute Mehr. Somit kommt es im Mai zu einem zweiten Wahlgang. Die Stimmbeteiligung lag bei tiefen 36,7 Prozent.

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Nach dem ersten Wahlgang bleibt offen, wer das Rennen ums Herisauer Gemeindepräsidium macht.

Nach dem ersten Wahlgang bleibt offen, wer das Rennen ums Herisauer Gemeindepräsidium macht.

Bild: APZ

Lange mussten sich die beiden Kandidierenden am Sonntag gedulden, bis das Wahlresultat bekannt war. Um zirka 13.45 Uhr trafen die Ergebnisse schliesslich ein, und diese waren eine Überraschung: Weder Sandra Nater von der FDP noch Max Eugster von der SP erzielten im ersten Wahlgang für das Herisauer Gemeindepräsidium genügend Stimmen für das absolute Mehr. Das heisst, es wird am 2. Mai zu einem zweiten Wahlgang kommen. Beide Kandidierenden haben mitgeteilt, dass sie nochmals antreten werden.

Von den 9992 Stimmberechtigten in der einwohnerstärksten Gemeinde Ausserrhodens legten 3665 ihre Stimme ein. Nur knapp jeder dritte Wähler in Herisau fand also den Weg an die Urne. Die Stimmbeteiligung für das höchste Amt in der Gemeinde lag somit bei tiefen 36,7 Prozent.
Sandra Nater schaffte 1786 Stimmen und damit 32 mehr als Max Eugster mit 1754. Auf Vereinzelte entfielen 46 Stimmen, zudem erhielten die Gemeinderäte Florian Hunziker (SVP) und Irene Hagmann (PU/Gewerbe) je zwei, Gemeinderat Glen Aggeler (Mitte) drei und Peter Künzle (EVP) vier Stimmen. Weil sowohl die Differenz zwischen Sandra Nater und Max Eugster als auch zum absoluten Mehr äusserst knapp war, wurden die Stimmen zwei Mal ausgezählt.

Sandra Nater rätselt über die Gründe

Sandra Nater, FDP-Kandidatin für das Herisauer Gemeindepräsidium.

Sandra Nater, FDP-Kandidatin für das Herisauer Gemeindepräsidium.

PD

Sandra Nater fehlten lediglich 13 Stimmen für das absolute Mehr. Vom Resultat sei sie überrascht und zugleich ein wenig enttäuscht, sagt die FDP-Politikerin am Sonntagnachmittag. Über die Gründe, wieso sie nicht mehr Stimmen geholt hat, kann Nater nur rätseln. Vom Wahlkampfauftritt und der Wahlkampfkampagne ist sie überzeugt. Trotz des Resultats kann Nater den Wahlen etwas Positives abgewinnen. «Das Ergebnis hat gezeigt, dass meine Arbeit sehr wohl geschätzt wird», so die Freisinnige. Das Ziel sei zum Greifen nah. «Ich gehe nun positiv und voll motiviert in den zweiten Wahlgang.» Enttäuscht und zugleich erstaunt ist Nater auch von der tiefen Wahlbeteiligung. Sie sagt:

«Es gibt noch viel Luft nach oben. Wir müssen im zweiten Wahlgang mehr bürgerliche Wählerinnen und Wähler an die Urne bringen.»

Sie sei hochmotiviert und konzentriert, so Nater. Die FDP Herisau zeigt sich in einer ersten Stellungnahme hingegen erfreut und spricht von einem Etappensieg und einem «guten Ergebnis».

Max Eugster hatte mit allem gerechnet

Max Eugster, SP-Kandidat für das Herisauer Gemeindepräsidium.

Max Eugster, SP-Kandidat für das Herisauer Gemeindepräsidium.

PD

Im bürgerlichen Herisau startete Sandra Nater klar mit Vorteilen in den Wahlkampf. Doch mit zunehmender Dauer zeigte sich, dass Max Eugster ein ernstzunehmender Konkurrent ist. Eugster wurde breite Zustimmung zuteil – unter anderem vom Gewerbe. Der Herisauer Gewerbeverein hatte sich nicht explizit für die FDP-Kandidatin ausgesprochen und Stimmfreigabe beschlossen. Max Eugster zeigt sich erfreut über den Ausgang des ersten Wahlgangs. «Ich hatte mit allem gerechnet», sagt der Vizegemeindepräsident am Sonntagnachmittag. Er sei dankbar für die breite Unterstützung. Diese und das gute Ergebnis vom Sonntag sind mitverantwortlich dafür, dass Max Eugster den nächsten Schritt weitergeht. Für ihn ist klar: Er wird am zweiten Wahlgang nochmals antreten. Eugster sagt:

«Ich freue mich und gehe sehr motiviert in den zweiten Wahlgang.»

In einem nächsten Schritt würden sie nun das weitere Vorgehen mit dem Wahlkampfkomitee absprechen.