Ergänzungswahlen
Dritte Kandidatur für Herisauer Gemeinderat: Wirtschaftsfrau stellt sich zur Wahl

Stefanie Danner möchte Gemeinderätin werden. Damit kommt es am 22. August voraussichtlich zu einem Dreikampf. Die 37-jährige Betriebswirtschafterin steigt ohne Partei ins Rennen.

Jesko Calderara
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Stefanie Danner leitet die Konzerncontrolling-Abteilung eines Industrieunternehmens.

Stefanie Danner leitet die Konzerncontrolling-Abteilung eines Industrieunternehmens.

Bild: PD

Der Aufruf der Herisauer Parteien und Gruppen zur Kandidatensuche für den Gemeinderat zeigt offenbar Wirkung. «Ich habe mich davon sofort angesprochen gefühlt», sagt Stefanie Danner. Aus diesem Grund hat sich die 37-Jährige entschieden, als Gemeinderätin zu kandidieren. Sie liebäugle bereits seit zwei Jahren mit diesem Schritt. Nun fühle sie sich dazu bereit, diesen zu gehen.

Am 22. August kommt es somit um den frei werdenden Sitz von Max Eugster, der seit 1. Juni als Gemeindepräsident tätig ist, zu einem Dreikampf. Nebst Stefanie Danner steigen auch FDP-Einwohnerrätin Monika Baumberger und der Journalist Patrik Kobler (Gewerbeverein) ins Rennen. Weitere Bewerber gibt es bis anhin nicht, obschon auch andere Parteien wie die SVP, die Mitte Hinterland und die SP Interesse anmeldeten.

Parteilose Quereinsteigerin

Danner ist mit 37 Jahren die jüngste der drei Kandidierenden. Ihr Alter trage zu einem vielfältigeren Meinungsbild im Gemeinderat bei. Sie betont:

«Ich setze mich mit grossem Interesse mit der Politik auseinander, Demokratie lebt ja letztlich vom Mitmachen.»

Daher wolle sie nun einen aktiven Beitrag zur Entwicklung ihrer Wohngemeinde leisten. Schliesslich fühle sie sich Herisau sehr verbunden. Quereinsteigerin ohne Partei im Rücken Einer Partei oder sonst einer Gruppierung gehört Danner nicht an. Auch ein Amt übte sie noch nie aus. Politisch steht sie nach eigenen Angaben am ehesten in der Mitte, unterstützt aber auch einmal Ideen von links oder rechts. Die Quereinsteigerin erachtet die kommunale Politik aufgrund der Nähe zu Menschen als «attraktives Umfeld», um sich einbringen zu können. Sie zeigt sich überzeugt, die notwendigen Qualitäten für das Gemeinderatsamt mitzubringen. Als Beispiel nennt die gebürtige Deutsche, die seit mehreren Jahren in Herisau lebt, ihre Kommunikationsfähigkeiten. Politik bedeutet für sie, zuzuhören und gemeinsam tragfähige Lösungen für neue Herausforderungen zu erarbeiten. Ein Herzensanliegen ist ihr die Bürgerbeteiligung.

«Ich möchte die Herisauerinnen und Herisauer mit ins Boot holen und in deren Sinne Entscheidungen im Gemeinderat treffen.»

Beruflich arbeitet Danner für die GreatStar Europe AG in Erlen. Seit 2020 leitet sie die Konzerncontrolling-Abteilung des international tätigen Werkzeugherstellers. Ihre Ausbildung an der Fachhochschule St. Gallen schloss sie 2009 mit dem Bachelor in Betriebsökonomie ab. Anschliessend sammelte die Kandidatin erste Berufserfahrung bei Ernst & Young Zürich in der Wirtschaftsprüfung sowie anschliessend in der Beratung im In- und Ausland. Ab dem Jahr 2014 wechselte sie für verschiedene Positionen wie Financial Analyst, Finance Manager und Controllerin in die Industrie.

Vereine sollen mehr Platz erhalten

Den Hebel ansetzen in Herisau würde Stefanie Danner aufgrund der ausserordentlichen Situation rund um die Coronakrise unter anderem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Auch ein eigentliches Zentrum fehle in Herisau, findet sie. Falls die 37-Jährige im August gewählt wird, möchte sie sich zudem für die laufende Zentrumsentwicklung und die Attraktivität von Herisau über die Gemeindegrenze hinaus einsetzen. Ein weiteres Anliegen sind Danner die Sport- und Freizeitvereine. Ihnen soll mehr Platz für Trainingseinheiten angeboten werden.