Erfolgreich «unterquert»

Ein anspruchsvoller Leitungsteil des Fernwärmenetzes für den Wärmeverbund Wattwil ist gelungen. Die Einlenkerstrasse zur Umfahrung im Flooz ist «untergraben».

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Das Rohr wurde mit einer anspruchsvollen Unterpressung verlegt. (Bild: pd)

Das Rohr wurde mit einer anspruchsvollen Unterpressung verlegt. (Bild: pd)

WATTWIL. Der Bau der Fernwärmeleitung für den Wärmeverbund Wattwil (WVW) schreitet planmässig voran.

Auch der anspruchsvolle Leitungsteil im Flooz ist reibungslos gelungen – dies dank einer speziellen Technik. Das Hindernis in diesem Bereich bildet die Einlenkerstrasse auf die Umfahrung Lichtensteig–Wattwil. Würde diese wegen Bauarbeiten gesperrt, wäre ein Verkehrschaos in Lichtensteig und Wattwil wohl vorprogrammiert.

Um die Strasse nicht aufreissen zu müssen, haben die Arbeiter der Thurwerke AG das Rohr nicht im offenen Graben, sondern mit einer technisch anspruchsvollen Unterpressung verlegen lassen.

Diffiziles Hindernis

Ausgehend von einem rund drei Meter tiefen Schacht auf der Strassenseite Flooz trieb eine starke hydraulische Presse das Stahlrohr unter der Strasse durch.

Rund 63 Meter entfernt tauchte das Stahlrohr im zweiten Schacht, dem Ende der Unterpressung, wieder auf. Damit ist das wohl diffizilste Hindernis auf dem ersten Teilstück der Fernwärmeleitung von rund 1,3 Kilometern zwischen Flooz und Schmidenbach erfolgreich überwunden. Ebenso konnten die Leitungen erfolgreich ins Stahlrohr eingezogen werden. In der Mitte kam das Wärmerohr für den Vor- und den Rücklauf des Fernwärmenetzes zu liegen, rund um das Roh herum wurden die Kabelschutzrohre mit Leitungen für Strom und Kommunikation verlegt. Parallel zu den erledigten Arbeiten plant die Thurwerke AG den detaillierten Verlauf der zweiten Etappe, die vom Schmidenbach zum BWZ Toggenburg an der Bahnhofstrasse führt. Der Start für den Bau wird Anfang des neuen Jahres 2016 erfolgen.

Das letzte Teilstück des insgesamt 6,3 Kilometer langen Netzes soll wie derzeit geplant im Herbst 2016 verlegt sein.

Ebenfalls wie geplant können dann die angeschlossenen Liegenschaften im Gebiet auf den Winter 2016/17 mit Wärme für die Raumheizung und das Warmwasser versorgt werden.

Einheimische Wärme

Der Wärmeverbund Wattwil ist für 11 000 Megawattstunden Wärme ausgelegt, welche die Heizzentrale im Flooz erzeugen wird.

Dieses Herzstück des Projekts umfasst eine grosse Holzschnitzelfeuerung, die rund 94 Prozent des Jahresbedarfs abdeckt. Der Holzbedarf liegt bei 19 000 Kubikmetern pro Jahr. Ein zweiter unabhängiger Heizölkessel dient der 100prozentigen Versorgungssicherheit. Er schaltet sich bei Unterbrüchen und bei einer geforderten Spitzenlast ein, bei null bis sechs Prozent der Gesamtwärme. Modernste, technologisch hochstehende Filter reinigen die Luft vor Austritt aus den Kaminen.

Von der Heizzentrale im Wattwiler Flooz gelangt aufgeheiztes Wasser über ein Leitungsnetz zu den im Gebiet angeschlossenen Liegenschaften und sorgt dort für Heizwärme und Warmwasser in zahlreichen Wohnungen und Geschäftsräumen. Mittels einer Übergabestation, in der Grösse eines Sicherungskastens, regulieren die Liegenschaftsbesitzer die Wärme in ihren Wohnräumen oder Geschäftsräumen selber. Betrieb und Wartung einer eigenen Zentralheizung entfallen für die Liegenschaftsbesitzer. Das Bestellen von Heizöl ist für die Liegenschaftsbesitzer ebenfalls überflüssig. Der Platz für den ehemaligen Heizkessel im Keller steht den Hausbewohnerinnen und Hausbewohner als zusätzlicher Stauraum zur Verfügung. (pd)

Jederzeit möglich

Für interessierte Liegenschaftsbesitzer im Bereich des Fernwärmenetzes besteht jederzeit die Möglichkeit für einen Anschluss, um von der komfortablen und ökologischen Heizvariante des Wärmeverbundes zu profitieren. (red.)

Weitere Informationen sind erhältlich bei: Wärmeverbund Wattwil, Bahnhofstrasse 1, 9630 Wattwil, Telefon 071 987 15 85, E-Mail: info@waermeverbund-wattwil.ch, oder via Homepage: www.waermeverbund-wattwil.ch