Erdhügel statt Pingpong-Tisch

WATTWIL. Die Baumaschinen rollen seit Mitte dieser Woche vor dem Schulhaus Hofjünger. Nach den Sommerferien eröffnet der neue Kindergarten in zwei ehemaligen Schulzimmern. Der Pausenplatz wird für rund 50 000 Franken altersgerecht neu gestaltet, mit einem 2,5 Meter hohen Spielhügel.

Hansruedi Kugler
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Landschaftsarchitektin Andrea Eberle und Hansruedi Lusti, Präsident der schulrätlichen Baukommission, auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hofjünger. Im Hintergrund beginnt die Aufschüttung des künftigen Erdhügels. (Bild: Hansruedi Kugler)

Landschaftsarchitektin Andrea Eberle und Hansruedi Lusti, Präsident der schulrätlichen Baukommission, auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hofjünger. Im Hintergrund beginnt die Aufschüttung des künftigen Erdhügels. (Bild: Hansruedi Kugler)

Noch ist der grosse Pausenplatz vor dem Schulhaus Hofjünger flach wie eh und je. Bald aber erhebt sich mittendrin auf rund 250 Quadratmetern Grundfläche ein 2,5 Meter hoher Hügel: Mit Rasen, Bäumen, einer Rutschbahn und einem Betontunnel untendurch. Verschwunden ist hingegen schon der Pingpong-Tisch. Dieser steht unterdessen vor dem Schulhaus Schmidberg und wertet dort den Spielplatz auf, der auch als Quartier-Spielplatz dient. Auch die Basketballkörbe auf dem Hofjünger-Pausenplatz sind weg. Die Landschaftsarchitektin Andrea Eberle erklärt die Veränderung. Sie hat den neuen Spielplatz in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinde, vor allem aber mit den hier unterrichtenden Lehrpersonen konzipiert: «Für die künftig jüngeren Kinder haben wir den Pausenplatz bewusst umgestaltet. Je älter die Kinder sind, desto mehr Platz braucht man für Ballspiele. Für die jüngeren Kinder stehen eher Versteckis, Klettern und Rutschen im Vordergrund.»

Schon Siedlung Rietwis gestaltet

Andrea Eberle ist im Team der in Herisau ansässigen Eberle Landschaftsbau Spezialistin für Spielplätze und Begrünungen. In Wattwil hat sie zum Beispiel die Umgebungsgestaltung und den Spielplatz der Rietwis-Neubausiedlung realisiert. Derzeit plant sie auch die Umgebungsgestaltung für die Siedlung auf dem Gelände der alten Buwag-Gebäude an der Ebnaterstrasse 18. Zudem hat sie selbst zwei Kinder im Alter von 3 und 5 Jahren. Mit den Bauarbeiten ist die A. Hürlimann AG beauftragt, die ihren Hauptsitz in Bütschwil und eine Niederlassung in Wattwil hat.

«Sicherheit hat Priorität»

Rund 50 000 Franken investiert die Schulgemeinde Wattwil-Krinau in die Neugestaltung des Pausenplatzes. 8300 Franken steuert die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg durch die Auflösung eines Legats bei. Hansruedi Lusti, Präsident der schulrätlichen Baukommission, zeigt sich überzeugt, mit dieser Veränderung eine optimale und kostengünstige Lösung gefunden zu haben. «Was noch intakt ist, wird wieder verwendet, zum Teil auf anderen Spielplätzen. Neben der altersgerechten Auswahl von Spielgeräten hat die Sicherheit für uns höchste Priorität», sagt er. Jedes Jahr werden alle Spielplätze durch den BfU-Experten Daniel Rhiner von der Gemeindeverwaltung auf die Sicherheit überprüft. «Unsere Schulgemeinde gibt für Unterhalt und Erneuerung von Spielgeräten jedes Jahr 20 000 Franken aus», betont Hansruedi Lusti.

Geeignet für Aussenunterricht

Die Holzbänke und Holztische, der drehbare Kletterturm und die Fussballtore bleiben im Hofjünger. Neben dem Erdhügel verbleibt nämlich noch ein rund 300 Quadratmeter grosser Asphaltplatz für das Fussballspiel. Ebenfalls wieder verwendet wird der vor dem Schulhaus liegende Rundkies: Auf dem Kiesplatz werden eine neue Schaukel und eine neue Wippe installiert – der Fallraum besteht nicht aus Gummiplatten, sondern ebenfalls aus einer 40 Zentimeter tiefen Schicht Rundkies: «Das ist genauso sicher wie die teuren und im Sommer heissen Platten», sagt Hansruedi Lusti. Stehen bleibt der Balancier-Balken: «Im Kindergartenalter ein beliebtes und geeignetes Gerät für den Gleichgewichtssinn», sagt Andrea Eberle. Während der Umbauphase verbringen die Schulkinder ihre Pausen auf dem Gelände des benachbarten Kindergartens. Die Erstklässler treffen dort ihre künftigen Schulkollegen. Die Pausen werden sie im Sommer auf demselben Platz verbringen: Ein mit einer Rabatte abgegrenzter Sitzplatz wird gleichzeitig als möglicher Platz für Aussenunterricht des Kindergartens genutzt werden können, ergänzt durch einen Sandhaufen mit mobilem Sonnenschirm. Bestehen bleibt die offene Pausenhalle. Kindergarten und Pausenplatz sind ab Mitte Sommerferien bezugsbereit.

Im Umbau befindliches Schulzimmer für den künftigen Kindergarten. (Bild: Hansruedi Kugler)

Im Umbau befindliches Schulzimmer für den künftigen Kindergarten. (Bild: Hansruedi Kugler)

In der Mitte des Pausenplatzes entsteht ein 2,5 Meter hoher Hügel. (Bild: pd)

In der Mitte des Pausenplatzes entsteht ein 2,5 Meter hoher Hügel. (Bild: pd)

Bis vor wenigen Tagen sah der Pausenplatz so aus. (Bild: pd)

Bis vor wenigen Tagen sah der Pausenplatz so aus. (Bild: pd)