Er überwacht das Wattwiler Wild

Benedikt Jöhl ist der neue Wildhüter des Wildhutkreises 5. Zu seinem Gebiet gehören auch die Reviere Wattwil-Schönenberg und Tweralp. Neben seinen Grundaufgaben, das Wild und dessen Lebensraum zu überwachen, muss er auch eng mit den verschiedenen Behörden kooperieren.

Lucas Lüdi
Merken
Drucken
Teilen
Benedikt Jöhl beobachtet die Wildtiere und deren Lebensraum. (Bilder: Lucas Lüdi)

Benedikt Jöhl beobachtet die Wildtiere und deren Lebensraum. (Bilder: Lucas Lüdi)

WATTWIL. Der 44jährige Amdener Benedikt Jöhl ist seit Mitte Juni Wildhüter des Kreises 5. Dieser erstreckt sich vom östlich gelegenen Amden oberhalb des Walensees über Weesen, Schänis und Uznach bis zum westlichsten Gebiet, Rapperswil-Jona (siehe Infografik). Ebenfalls zu seinem Wildhutkreis zählen die Reviere Wattwil-Schönenberg und Tweralp. Er ist für zwölf Gemeinden mit einer Gesamtfläche von ungefähr 30 000 Hektaren zuständig. An seinem Beruf schätzt Benedikt Jöhl am meisten, draussen in der Natur zu sein. Es motiviert ihn zudem, im Gespräch mit den verschiedenen Menschen etwas für die Tiere bewirken zu können. Denn zu den Aufgabe eines Wildhüters gehört es nicht nur, Wild und Lebensraum zu beobachten, sondern er muss auch eine gute Zusammenarbeit zu den übrigen Aufsichtsorganen, Behörden und Jagdvereinen pflegen. «Diskussion ist sehr wichtig», weiss Benedikt Jöhl aus Erfahrung.

Hohe touristische Nutzung

«Beim Wildhutkreis 5 liegt eine hohe touristische Nutzung vor», dessen ist sich Benedikt Jöhl bewusst. In diesem Kreis sei das Netz der Wanderwege stark ausgebaut. Hinzu kommen attraktive Ausflugsziele wie der Atzmännig, der mit Rodelbahn und Seilpark im Sommer Familien anzieht, aber auch die Skigebiete Atzmännig und Amden, welche in der kalten Jahreszeit Touristen anzulocken vermögen. Durch den Walensee und den Zürichsee kommen auch Wasserbegeisterte auf ihre Rechnung.

Doch was den Touristen Freude bringt, ist der Tiere Leid. «Wenn man das Wild und dessen Lebensraum schützen möchte, muss man es genau deklarieren», erklärt Benedikt Jöhl und fügt an: «Sonst kann ein Wanderer oder Sportler gar nicht wissen, dass er sich in geschütztem Gebiet befindet.» Er kennt beide Seiten sehr gut, da er sich auch in der Freizeit gerne mit seiner Familie in der Natur aufhält. Als Wildhüter handelt er jedoch ganz im Sinn und zum Wohl der Tiere.

Verständnis für die Jagd

Benedikt Jöhl erachtet das Verständnis für die Jagd als sehr wichtig. Vielen Leuten sei wohl nicht bewusst, dass die Jagd eigentlich eine gute Sache ist und durchaus Sinn macht. Durch eine gezielte Regulierung können Wildschäden und Wildunfälle verringert werden. Durch die Jagd kann zudem dafür gesorgt werden, dass der Lebensraum nicht übernutzt wird. Mit anderen Worten, wenn zu viel Wild auf zu engem Raum lebt, ist die Gefahr von Wildschäden erheblich grösser. Ganz anders sieht es hingegen bei den Steinböcken aus. Der verhältnismässig kalte Juni sei laut Benedikt Jöhl die Hauptursache, weshalb die Jungen im Gebiet Speer nicht überleben konnten. Die Steinbock-Population sei deswegen stark gefährdet, was ihm einige Sorgen bereitet.

Neben den Steinböcken leben aber noch viele andere Wildtiere im Wildhutkreis 5. Hirsche, Rehe, Hasen, Marder, Dachse, Füchse, Gamsen und Luchse sind nur ein paar wenige Beispiele dafür. «In diesem Lebensraum ist eine wunderbare Vielfalt an Tieren vorhanden», freut sich Benedikt Jöhl. Auf die Frage, wie er zum Thema Wolf steht, reagiert er kritisch, erklärt jedoch: «Es ist zwar schwer, sich einen Wolf in unserem Gebiet vorzustellen, ganz ausgeschlossen ist es aber nicht.» Durch Schutzhunde und klar abgeriegelte Übernachtungsplätze können Herden mittlerweile ziemlich gut geschützt werden.

Auf Bauernhof aufgewachsen

Die Naturverbundenheit und Liebe zu den Tieren ist bereits in Benedikt Jöhls Kindheit entstanden. Er wuchs nämlich auf einem Bauernhof auf. Später machte er die Lehre in einem technischen Betrieb und war danach lange in der Metallindustrie tätig. Er wirkte zudem in der Produktionsleitung eines Klein- und Mittelunternehmens mit. Zu diesem Wildhüterposten kam er durch seine Jagdausbildung. Diese konnte er vor zwei Jahren erfolgreich abschliessen. Er wollte den Kontakt zu Wald und Tieren wenn irgendwie möglich aufrechterhalten. Dieser Wunsch wurde in diesem Sommer erfüllt. Benedikt Jöhl setzt sich seither auch beruflich für den Schutz der Tiere und des Lebensraumes ein.