Andres Stehli prägte 40 Jahre lang das Museum Heiden ++ Langjähriger Kurator tritt zurück

Andres Stehli setzt sich seit vier Jahrzehnten für das Museum Heiden ein. Nun hört er auf - allerdings noch nicht ganz.

Jesko Calderara
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Lange Zeit gab Andres Stehli die Richtung des Museums Heiden vor. Dessen Leitung gibt er nun ab.

Lange Zeit gab Andres Stehli die Richtung des Museums Heiden vor. Dessen Leitung gibt er nun ab.

Bild: Ralph Ribi

Sein Name ist seit Jahren eng mit dem Museum Heiden verbunden. Andres Stehli organisierte zahlreiche Ausstellungen sowie Vorträge, brachte Touristen die Geschichte des Biedermeierdorfs näher und verbrachte Hunderte Stunden inmitten der historischen Schätze. Mit viel Herzblut und Leidenschaft setzte sich Stehli während 40 Jahren für «sein» Museum ein – oftmals unterstützt durch Ehefrau Anne. Auf die diesjährige Hauptversammlung des Historisch-Antiquarischen Vereins vom vergangenen Donnerstag hin hat der langjährige Kurator seinen Rücktritt eingereicht. Die Tätigkeit als Kassier wird er weiterführen, bis ein Nachfolger gefunden wird.

In den Vorstand gewählt wurde Stehli Anfang der 80er-Jahre. Einige Zeit später erhielt das Museum im Postgebäude zusätzlichen Raum von der Telefonzentrale. Dies war ein erstes wichtiges Ereignis in Stehlis jahrzehntelangem Engagement für den Historischen-Antiquarischen Verein.

Andres Stehli wird zum Ehrenmitglied ernannt

Ende 2004 löste der ehemalige Besitzer der Pension Nord Ruedi Rohner als Leiter des Museums ab. In dieser Funktion setzte er stark auf Sonderausstellungen, die beim Publikum immer wieder auf grosses Interesse stiessen. Beispiele dafür sind «Igfädlet», bei der die Geschichte der ehemaligen Heidler Firma Media aufgearbeitet wurde, «Schulzeitzeugnisse» oder die speziellen Anlässe zu den Biedermeierfesten. Seit 2007 führte Stehli zusätzlich die Buchhaltung des Museums. Abgesehen davon stellte er regelmässig ein Kulturprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen und Konzerten auf die Beine.

Stefan Sonderegger würdigte an der Hauptversammlung die Leistung des abtretenden Museumsleiters. Der Präsident des Historisch-Antiquarischen Vereins beschrieb Stehli als «Perfektionisten». Bis der Museumsleiter jeweils zufrieden gewesen sei, habe es viel gebraucht. Davon habe das Museum profitiert, sagte Sonderegger. «Auch in einem ehrenamtlichen Umfeld leistete Andres Stehli professionelle Arbeit.» Die Versammlung ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied.

Im zweiten Teil des Abends referierten der ehemalige Denkmalpfleger Fredi Altherr und Sonderegger vor rund 100 Zuhörern über die Geschichte des Appenzellerhauses mit besonderem Blick auf den Weiler Bischofsberg.