Er ist «Mister Appenzellerland»

STEIN. Appenzellerland Tourismus AR hat ein neues Gesicht: Jakob Müller aus Stein ist Bauer, verheiratet und hat vier Kinder. Der 50-Jährige wird seine Heimat in einer Werbekampagne im 2015 vertreten. Immer an seiner Seite ist Hündin Mira.

Karin Erni
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Nicht nur Kühe lieben ihn: Jakob Müller ist das neue Gesicht von Appenzellerland Tourismus AR. (Bild: ker)

Nicht nur Kühe lieben ihn: Jakob Müller ist das neue Gesicht von Appenzellerland Tourismus AR. (Bild: ker)

Vor rund sechs Wochen hat Appenzellerland Tourismus AR in verschiedenen Medien ein Gesicht für ihre neue Werbekampagne gesucht. Ein Bauer, der stolz auf seine Herkunft sei und die Bräuche und Traditionen entsprechend aktiv lebe ,war gesucht. Ausserdem müsse er eine Tracht und idealerweise einen Appenzeller Bläss besitzen. Gefunden haben die Verantwortlichen von Appenzellerland Tourismus AR ihr Fotomodell in Stein. Der 50jährige Bauer Jakob «Köbi» Müller wurde aus zehn Bewerbern ausgesucht. «Mit seiner aufgestellten und direkten Art repräsentiert Köbi unsere Region bestens», heisst es bei Appenzellerland Tourismus AR. Angemeldet haben ihn Frau Ursula und Tochter Nicole. Er selbst hätte sich nicht gemeldet. «Ich fühle mich zwar wie 35, aber sie suchten einen zwischen 25 und 45 Jahren.» Dass er trotzdem gewählt wurde, führt er auf eine gewisse Reife und Ausstrahlung zurück. Auch, dass er reinrassige Appenzeller Sennenhunde besitze, habe sicher geholfen.

Leidenschaft Hundezucht

Seit 15 Jahren züchten die Müllers erfolgreich Appenzeller Sennenhunde. Zurzeit springen die zweijährige Mira, die fünfmonatige Bella und der zweijährige Rüde Kuno auf dem Hof Nord in Stein herum. «Wir sind damals einem Aufruf von Pro Specie Rara gefolgt», erzählt Müller. Die Organisation hat es sich zum Ziel gemacht, selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu fördern. So begannen die Bauersleute, reinrassige Appenzellerhunde zu züchten. «Zuerst war es ein Hobby. Heute ist es eine Leidenschaft», sagt Müller. Er ist Mitglied in der Zuchtkommission des Clubs und ein grosser Fan der Rasse: «Es sind sehr gelehrige Tiere, es gibt fast nichts, was sie nicht lernen können.» Diese Hunderasse eigne sich für die Stadt und das Land gleichermassen, ist Müller überzeugt. Aber sie brauchten wie alle Hunde eine gute Erziehung. «Alle unsere Hunde gehen zwei Jahre in die Hundeschule.» Mit Erfolg: Anders als die meisten Hofhunde darf die folgsame Hundedame Mira ihr Herrchen fast überall hin begleiten.

Anstrengende Fotoshootings

Die vier Fotoshootings sind nach den heutigen Aufnahmen an der Viehschau in Stein vorüber. «Wir mussten das Ganze schnell hinter uns bringen», sagt Susanne Thuma, Marketingverantwortliche von Appenzellerland Tourismus AR. «Die neuen Prospekte für 2015 müssen bereits im Januar versandbereit sein. Daher mussten wir Köbi etwas nötigen mit den Terminen.» Dieser ist froh, dass es nun vorüber ist, denn es sei anstrengender gewesen, als er es sich vorgestellt habe. «Wir mussten die Szenen mehrfach wiederholen, bis alles perfekt war.» Zum Glück seien Frau und Junior an den Tagen jeweils fürs Melken eingesprungen. Köbi Müller windet seiner Familie ein Kränzchen: «Ohne ihre Mithilfe wäre das nicht möglich gewesen.»

«Köbi Müller liegen das Brauchtum und das bäuerliche Leben im Appenzellerland am Herzen», schreibt Appenzellerland Tourismus in einer Mitteilung. Und wirklich: Silvester, Bloch, Alpfahrt und Viehschau sind die Höhepunkte im Kalender des Bauern. «Ich bin kein Showman, im Gegenteil», lacht Köbi Müller. Er habe diese Aufgabe übernommen, weil er etwas für den Tourismus und für das Image der Bauern tun wolle. «Wir Bauern müssen uns der Bevölkerung vermehrt zeigen», ist er überzeugt.