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Entzug fällt leicht – bisher

Beat.lanzendorfer@

Es heisst, man vermisse etwas erst, wenn man es nicht mehr hat. Das mag zutreffen. Bei mir hat dies zurzeit allerdings nur begrenzte Bedeutung. Seit Aschermittwoch gehöre ich zu jenen, die bis Gründonnerstag fasten (oder es versuchen). In meinem Fall heisst dies: Verzicht auf Alkohol, Energydrinks und Süsses.

Dabei wundere ich mich selbst, wie standhaft ich plötzlich sein kann. Ich vermisse auch am neunten Tag «Fastenzeit» nichts und von Entzugserscheinungen keine Spur. Dies führte sogar dazu, dass ich meinen Verzicht auf den Sonntag ausgedehnt habe, obwohl am siebten Tag der Woche ein Unterbruch des Fastens erlaubt wäre. Den Gelüsten konnte ich sogar an einem sonntäglichen Geburtstagsfest widerstehen, der Tisch war nämlich reich mit Kuchen und Torten bedeckt. Ich gönnte mir lediglich eine kleine Portion Fruchtsalat.

Was mir entgegenkommt und meine Motivation enorm steigert: Ich befinde mich in einem Wettstreit mit meiner Arbeitskollegin Anina Rütsche. Sie hat «Fastenerfahrung» aus den vergangenen vier Jahren und daher Übung. Sie lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn rein «zufällig» auf ihrem Bürotisch ein «Prügeli» deponiert ist. Ihr Kommentar: «Schön, das esse ich, wenn die Fastenzeit vorüber ist». Sowohl sie als auch ich möchten nicht der oder die Erste sein, welche sich zu einer kulinarischen Sünde hinreissen lässt.

Es ist zwar erst knapp ein Viertel der Fastenzeit vorüber, mein persönliches Zwischenfazit fällt aber sehr positiv aus. Mir fehlt es an nichts, auch körperlich fühle ich mich fit. Was ich vorher in mich reingestopft habe, gehört somit in die Rubrik «überflüssig».

Ich kann aktuell nicht mit absoluter Bestimmtheit sagen, dass mich die Entzugserscheinungen nicht irgendwann doch noch einholen. Die bisher gemachten Erfahrungen kann ich aber nur weiter empfehlen. Und irgendwie erfüllt es einen auch mit Stolz, wenn wieder ein Tag mehr geschafft ist.

Zum Schluss noch dies: Ich bin sogar in einem Stadium angelangt, in dem ich problemlos an den ausgestellten «Schoggiosterhasen» in den Läden vorbeischlendern kann. Etwas, das bis vor zehn Tagen unmöglich schien.

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

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