Entwicklungsarbeit in Chiapas

Ein interessiertes Publikum war gekommen, um dem Vortrag von Hansueli Scherrer über seine Arbeit in Chiapas im Süden Mexikos am Kirchgemeindeabend in Nesslau zu lauschen.

Lothar Schullerus
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Referent Hansueli Scherrer (links) freut sich zusammen mit Kirchenratspräsident Robert Schmid über den gelungenen Vortrag. (Bild: pd)

Referent Hansueli Scherrer (links) freut sich zusammen mit Kirchenratspräsident Robert Schmid über den gelungenen Vortrag. (Bild: pd)

Ein interessiertes Publikum war gekommen, um dem Vortrag von Hansueli Scherrer über seine Arbeit in Chiapas im Süden Mexikos am Kirchgemeindeabend in Nesslau zu lauschen.

Der Süden Mexikos wird von unterschiedlichsten Entwicklungsorganisationen betreut und gefördert. Eine davon ist das Département Missionnaire des Eglises protestantes de la Suisse Romande. Sie haben in Hansueli Scherrer einen erfahrenen und kompetenten Mann gefunden, der nicht nur die Schnittmengen zwischen den verschiedenen in Chiapas tätigen Organisationen finden und ausbauen kann, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten, die bisher nicht beachtet wurden, fördert.

Gute Sprachkenntnisse

Dabei kam Hansueli Scherrer seine reiche Erfahrung früherer Tätigkeiten für die Welternährungsorganisation in Sri Lanka und Kolumbien zugute. Er spricht nicht nur fliessend spanisch, sondern kommt auch gut mit den Menschen dort klar. Besonders aber hat er ein offenes Auge für die Möglichkeiten, die das Land seinen Bewohnern bietet. So entdeckte der Forstfachmann, dass dort eine seltene Tannenart wächst, die zu pflegen und zu schützen nicht nur der Umwelt dient, sondern auch den Menschen einen materiellen Gewinn bringen kann. «Abies guatemalensis», die Guatemala-Tanne, ist eine bedrohte Baumart, weil sie als Weihnachtsbaum sehr begehrt ist und ihre Zweige gerne zu Dekorationszwecken gebraucht werden. Diese Tanne zu ziehen und zu pflanzen, hälftig für die Aufforstung und hälftig für privaten Nutzen durch die Bevölkerung, hat monatelange Überzeugungsarbeit benötigt.

Versuch wurde lanciert

Doch dann fanden sich einige Familien und eine Schule, welche sich für einen Versuch bereit erklärten. An ihrem Beispiel, hofft Hansueli Scherrer, werden sich auch andere begeistern und merken, die Natur zu schützen, das lohnt sich. Dabei ist die Arbeit in jener Gegend gar nicht so einfach. Die Menschen sind nicht an Vorratshaltung gewohnt. Es gibt immer etwas – mehrere Ernten pro Jahr. Warum also Vorrat anlegen. Ein Argument dazu ist, die Ernte so zu verarbeiten, dass sie nicht als Rohstoff verkauft werden muss, sondern als fertige Nahrung nach wohlschmeckenden Rezepten auf den Markt gebracht werden kann. Das erschliesst zusätzliche Einnahmequellen und trägt zu besserem Leben bei.

Interessant und erfüllend

Eine interessante und wohl auch sehr erfüllende Arbeit tat sich der Zuhörerschaft auf. Und es sollte nicht nur beim Erzählen bleiben. In der Pause zwischen den beiden Teilen des Vortrags wurde ein «Chili con Carne», gekocht vom Küchenchef des Johanneums, aufgetischt. Am Ende durften die Teilnehmer noch ein Dessert geniessen.