Enttäuschende Stellungnahme des Regierungsrates

Was das Veröffentlichen von Zivilstandsmeldungen in unserem Kanton betrifft, bin ich über die entsprechende, unverständliche Antwort (Ausgabe vom 21. Juni 2012) durch den Regierungsrat Herrn Jürg Wernli sehr enttäuscht worden.

Was das Veröffentlichen von Zivilstandsmeldungen in unserem Kanton betrifft, bin ich über die entsprechende, unverständliche Antwort (Ausgabe vom 21. Juni 2012) durch den Regierungsrat Herrn Jürg Wernli sehr enttäuscht worden. Nach meiner Meinung fehlt es für ein Verbot an stichhaltigen Begründungen. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass die Regierung – nebenbei vom Volk gewählt – dasselbe bewusst provozieren will, statt ernst zu nehmen. Seinen Willen durchzusetzen wäre eigentlich nach meiner Meinung die effektive Aufgabe, und nicht umgekehrt. Dazu fühle ich einen unterschwelligen Diktaturton, da ja das Volk gar nie befragt, noch darüber orientiert worden war – weder auf kommunaler noch kantonaler Ebene. Bis jetzt waren für mich die gewählten Instanzen (Gemeinderäte, Regierungsräte und so weiter) stets Volksvertreter, deren Interessen sie nach meiner Meinung zu wahren hätten. Was aus einem PC herauszukriegen (auch öffentlich) ist, sollte auch in dem gedruckten Medium erscheinen dürfen, da noch lange nicht alle Leute über die neusten Informationsquellen verfügen, aber trotzdem Anrecht auf Information haben («2-Klassen-System»). Sonst werden diese sowieso gefährdeten Zeitungen noch mehr geschwächt. Ich habe dieselbe abonniert, um informiert zu sein und nicht, um das bisschen «Zensurierte», nebst Unfällen und Verbrechen, zu lesen. Ein Beitrag zur vermehrten, zwischenmenschlichen Beziehungen ist ein solches Verbot auch nicht, weil das persönliche Informieren bei einem Schicksalsschlag sehr viel Arbeit, Zeit und Kosten bringt, die man gar nicht hat. Oder müssen wir das «Rad» zurückdrehen und zur in Innerrhoden, ehemals bekannten, «Omesägeri» (gegen Entgelt), zurückkehren? Ich sehe nicht ein, dass ein sogenanntes arbeitseinsparendes Medium, wie der Computer, weniger können sollte als ein von Hand ausgefülltes Formular. Auch dort könnte man ein Feld mit einer Ankreuzungsmöglichkeit (Ja/Nein) einfügen und dann mit dem «Filtersystem» per Knopfdruck problemlos herauskopieren. Im übrigen wäre es für mich normal, dass man ohne entsprechend, Abmachung, die abgeschafften Meldungen wieder veröffentlichen würde, weil es viele Leute gibt, die diesen Schritt bedauern, ja vermissen. Ich möchte den Antrag stellen, dass sich die Regierung mit etwas mehr Feingefühl und realitätsbezogen ins Volk einfühlend, mit diesem Traktandum freiwillig den Volkswillen achtend, nochmals beschäftigen würde und den Mut zu einer Änderung hätte.

Edith Koller

Riesern 7, 9056 Gais

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