Entsorgung
Weil die alte bald voll ist: In Appenzell Innerrhoden soll eine neue Deponie entstehen

Aufgrund der grossen Bautätigkeit füllen sich die Deponien in Appenzell Innerrhoden schneller als geplant. Am Montag entscheidet der Grosse Rat über die Aufnahme eines neuen Deponiestandorts in den kantonalen Richtplan.

Claudio Weder
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In Innerrhoden wird fleissig gebaut. Dies steigert den Bedarf an Deponien für das Aushubmaterial.

In Innerrhoden wird fleissig gebaut. Dies steigert den Bedarf an Deponien für das Aushubmaterial.

Symbolbild: Eddy Schambron / FRE

Die Reconterra AG mit Sitz in Haslen will im Gebiet Rüti im Bezirk Schlatt-Haslen eine neue Deponie für sauberes Aushubmaterial errichten. Denn die alte Deponie Kaies am westlichen Dorfrand von Appenzell ist bald voll. «Bedingt durch die grosse Bautätigkeit in der Region füllen sich die Deponien viel schneller als geplant», sagt der Innerrhoder Bauherr Ruedi Ulmann. Damit die neue Deponie gebaut werden kann, muss aber zuerst der kantonale Richtplan angepasst sowie eine kantonale Nutzungsplanung erlassen werden. Über beides wird der Grosse Rat heute Montag entscheiden.

Der für die neue Deponie vorgeschlagene Standort Rüti befindet sich oberhalb der Enggenhüttenstrasse, ungefähr 300 Meter nördlich der Abzweigung Steinerstrasse, an der Grenze zu Appenzell Ausserrhoden. Auf einer Fläche von 5 bis 6 Hektaren soll ein Schüttvolumen von 300'000 bis 400'000 Kubikmeter erreicht werden.

Landschaftlich unproblematisch

Ruedi Ulmann, Bauherr AI.

Ruedi Ulmann, Bauherr AI.

Bild: PD

Gemäss Ruedi Ulmann eignet sich der Standort sehr gut, da er angrenzend an eine Hauptverkehrsachse liege und kein Siedlungsgebiet in unmittelbarer Nähe betroffen sei. «Der Mehrverkehr ist vergleichbar mit dem der Deponie Kaies. Die Kapazitäten der Staatsstrasse reichen gemäss Richtplan für dieses Verkehrsaufkommen aus.»

Auch aus Sicht des Landschaftsschutzes sei die Errichtung einer neuen Deponie im Gebiet Rüti unproblematisch: «Es wird kein Schutzgebiet tangiert und mit einer sorgfältigen, abgestimmten Landschaftsplanung wird sich das neu modellierte Gelände gut in die Landschaft einpassen», sagt Ulmann. Da es sich um eine Deponie des Typs A für unverschmutztes Aushubmaterial handelt, sei auch die Umweltbelastung gering.

Auch der Kantonsrat tagt am Montag

Neben der Richtplanänderung und der kantonalen Nutzungsplanung zum Deponiestandort Rüti wird sich der Grosse Rat am Montag mit der Staatsrechnung 2020 befassen. Auch der Geschäftsbericht der Appenzeller Kantonalbank sowie die Revision der Verordnung zum Bundesgesetz über die landwirtschaftliche Pacht stehen auf der Traktandenliste.

Eine etwas umfangreichere Debatte hat der Ausserrhoder Kantonsrat vor sich, der am Montag in Waldstatt tagt. Auf dem Programm stehen unter anderem das kantonale Geldspielgesetz, die Teilrevision der Anstellungsverordnung Volksschule, die Teilrevision des Anwaltsgesetzes sowie das Covid-19-Härtefallgesetz. Zudem beantwortet der Regierungsrat zwei Motionen und zwei Interpellationen.

Deponie wird 7 bis 10 Jahre in Betrieb sein

Sobald die Baubewilligung vorliegt, wird die Deponie Rüti in Betrieb genommen. Ulmann rechnet mit einer Betriebsdauer von sieben bis zehn Jahren. Die Platzkapazitäten der alten Deponie werden in den nächsten Monaten erschöpft sein. Danach wird die Deponie Kaies rekultiviert und wieder als landwirtschaftliches Land nutzbar sein.

Widerstand gegen den neuen Deponiestandort ist kaum zu erwarten. Die Standeskommission hat im Dezember 2020 das Nutzungsplanverfahren eingeleitet. Im Rahmen der öffentlichen Auflage sind keine Einsprachen eingegangen. Zudem haben sich auch im Einwendungsverfahren keine Vorbehalte ergeben. «Die Umwelt- und Naturschutzverbände sowie weitere Betroffene werden vom Unternehmer frühzeitig in die Planung integriert», sagt Ulmann.

Ein Thema sei jedoch die Grösse der Deponie gewesen: «Die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung für Abfälle (VVEA) möchte explizit grössere, dafür weniger Deponien», sagt Ulmann. Des Weiteren habe auch die Materialzufuhr zu reden gegeben: «Die Deponie Rüti soll eine Deponie für Appenzell Innerrhoden sein», so Ulmann. Bei Bedarf könne es aber auch sein, dass Material aus der umliegenden Region abgeladen werde. Dies sei aber nur in Ausnahmen vorgesehen.