Entsorgung
«Ein Glücksfall»: Wertstoffsammelstelle in Herisau soll für 2,7 Millionen Franken definitiv ins Chammerholz umziehen

Die Wertstoffsammelstelle beim WinWin-Markt in Herisau stösst seit längerem an ihre Grenzen. Sie soll nun definitiv ins Chammerholz ziehen. Damit sollen nicht nur die Verkehrsprobleme am bisherigen Standort der Vergangenheit angehören, die Gemeinde will zudem die Wirtschaftlichkeit verbessern. Zunächst muss aber der Einwohnerrat dem Verpflichtungskredit in der Höhe von 2,7 Millionen Franken zustimmen.

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Der neue Standort der Entsorgungsstelle.

Der neue Standort der Entsorgungsstelle.

Bild: Ramona Koller

Die Entsorgungsstelle beim WinWin-Markt in Herisau leidet unter dem eigenen Erfolg: Verstopfte Zufahrten und gefährliche Verkehrssituationen sind unter anderem die Folge. Nun präsentiert die Gemeinde eine Lösung. In der Medienmitteilung spricht sie von einem Glücksfall.

Die Wertstoffsammelstelle, die am bisherigen Standort an der Cilanderstrasse seit Jahren auch mit Platzproblemen zu kämpfen hat, soll definitiv ins Chammerholz im Saum umziehen. Glas- und Alu-/Weissblechcontainer werden am alten Standort aber weiterhin zur Verfügung stehen. Als Betreiberin der neuen Wertstoffsammelstelle Chammerholz ist ebenfalls die Stiftung Tosam vorgesehen. Sowohl die Gemeinde Herisau als auch der Stiftungsrat stehen hinter einer Weiterführung der Zusammenarbeit, heisst es in der Mitteilung.

Provisorium hat sich bewährt

Die Gemeinde hat im März von der Alder Bau AG das Grundstück Nr. 3967 im Chammerholz erworben. Wie die Gemeindekanzlei am Mittwoch mitteilte, stand von Anfang an eine Nutzung als Wertstoffsammelstelle im Vordergrund – mit Erfolg. Im Communiqué heisst es:

«Von April bis Juli 2020 bewährte sich der Standort, als er angesichts der durch die Pandemie zugespitzten Situation beim WinWin-Markt für ein ergänzendes Provisorium genutzt wurde.»

Der Erwerb ist für die Gemeinde Herisau in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall. Sie schreibt, nicht nur konnte zuvor während Jahren kein geeigneter Ersatzstandort gefunden werden. Das neue Grundstück eigne sich nahezu ideal für eine Wertstoffsammelstelle. Der westliche Teil des bestehenden Werksgebäudes sei bereits isoliert und könne ohne grössere Anpassungen für die Materialsortierung genutzt werden. Im mittleren Teil bestehen gemäss Mitteilung Büro-, Lager-, Garderoben- sowie Toilettenräume, die renoviert und um weitere Nutzungen ergänzt werden können. Der östliche Teil eigne sich zur Platzierung von Mulden. Und weiter:

«Die Parzelle lässt zudem Raum für künftige Entwicklungen.»

Die Einbahnregelung am neuen Standort soll nicht nur die Sicherheit von Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden erhöhen. Dank zahlreicher Kundenparkplätze dürfte sich auch das Entsorgen beschleunigen. Für stark genutzte Tage steht auf dem Gelände zusätzlicher Warteraum zur Verfügung. «Ausserdem ermöglichen die idealen Platzverhältnisse und die neue Anordnung der Wertstoffsammelstelle einen erheblichen Effizienzgewinn», heisst es in der Mitteilung weiter.

Einwohnerrat entscheidet über Kredit

Für die Realisierung der neuen Sammelstelle beantragt der Gemeinderat nun dem Einwohnerrat einen Verpflichtungskredit über 2,7 Millionen Franken. Der überwiegende Teil davon entfalle auf die Überführung von gut 3100 Quadratmetern des bereits erworbenen Grundstücks vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen der Gemeinde. Für die Realisierung der Sammelstelle – Hoch- und Tiefbauarbeiten, Einrichtung und Planung – sind 623'000 Franken vorgesehen.

Die Abschreibung der Gesamtkosten von 2,7 Millionen Franken wird die Spezialfinanzierung Abfallwirtschaft mit jährlich 62'000 Franken belasten. Dafür reduzieren sich die Betriebsbeiträge an die Stiftung Tosam für den Mietanteil am Standort Cilanderstrasse um 34'000 Franken pro Jahr. Darüber hinaus werden laut Mitteilung aus dem Betrieb der Sammelstelle jährlich um 70'000 Franken höhere Einnahmen erwartet, womit eine Entlastung der Spezialfinanzierung um jährlich 40'000 Franken zu erwarten ist. Sofern der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 22. September den Anträgen zustimmt, sollen die nötigen Bauarbeiten im Winter und Frühling ausgeführt und die neue Entsorgungsstelle vor den Sommerferien 2022 eröffnet werden. (red/gk)