Entsorgung der Katzen mit Chip nicht einfach

TOGGENBURG. Vergangenen Samstag war der Internationale Tag der Katzen. In der Schweiz leben aktuell rund 1,5 Millionen dieser Vierbeiner. Viele davon haben kein festes Zuhause, werden irgendwo in der Natur geboren und wandern von ihrem Geburtsort weg.

Christiana Sutter
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Katzen können in der Schweiz freiwillig gechippt werden. (Bild: fotolia)

Katzen können in der Schweiz freiwillig gechippt werden. (Bild: fotolia)

TOGGENBURG. Vergangenen Samstag war der Internationale Tag der Katzen. In der Schweiz leben aktuell rund 1,5 Millionen dieser Vierbeiner. Viele davon haben kein festes Zuhause, werden irgendwo in der Natur geboren und wandern von ihrem Geburtsort weg. Oft suchen sie sich als Bleibe Bauernhöfe und Ställe aus, weil es dort Mäuse zum Jagen und frische Milch gibt. «Das ist auch ein grosses Problem im Toggenburg», sagt Dolores Marbot, Tierheimleiterin in Nesslau. Viele Bauern interessieren sich nicht für diese Tiere.

Dreimal jährlich junge Katzen

Jedes Jahr werden daher unzählige Jungtiere ertränkt, erstickt, totgeschlagen, vergast oder erschossen, weil sie unerwünscht sind und die Verantwortlichen die Kosten für eine Kastration scheuen oder bewusst auf Kastrationen verzichten. Eine Kastration kostet bei einer Kätzin rund 180 Franken, «das ist aber auch je nach Tierklinik verschieden», sagt Tierärztin Carla Leutenegger aus Nesslau. Die Kastration bei einem Kater ist günstiger. Diese beträgt rund 75 Franken. Ab und zu gibt es auch Aktionen oder Rabatte, «das, wenn uns der Tierschutz finanziell unterstützt», sagt die Tierärztin. Dann gibt es NetAp, dies ist eine international tätige Tierschutzorganisation, die mit Kastrationen gegen die Überbevölkerung der Katzen angeht. Mit sechs bis acht Monaten ist eine Katze aufnahmefähig. Sie kann somit bis zu drei Mal pro Jahr Junge haben. Die Tragzeit beträgt 58 bis 70 Tage. Von den rund 1,5 Millionen Katzen in der Schweiz sind ungefähr 365 000 Katzen durch einen Mikrochip registriert. Diese Zahl stammt von ANIS – Animal Identify Service –, einer neutralen Schweizer Heimtier-Datenbank.

Chippen ist wünschenswert

«Es wäre wünschenswert, wenn die Katzen gechippt wären», sagt Carla Leutenegger. Denn wöchentlich erhalten sie zugelaufene Katzen. Mit einem Chip wären sie schneller identifiziert «und man könnte sie auch nicht so einfach entsorgen, da der Besitzer schnell ausfindig gemacht würde». Dolores Marbot sagt, dass ihnen schon Katzen gebracht wurden, die sie dank des Chips wieder dem Besitzer zurückbringen konnten. Bei den Hunden ist ein Chip obligatorisch, bei den Katzen freiwillig. Der Betrag für das Chippen ist je nach Tierklinik verschieden. Oft gibt es auch Katzen-Chip-Aktionen, in der Tierklinik Nesslau diesen November. «Dann kostet das Chippen 50 statt 78 Franken», sagt Carla Leutenegger.