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Entscheidende Fehler

Brosmete
Peter Abegglen

Kurz vor Weihnachten gab es endlich Schnee, gerade genug um auf der Zufahrtsstrasse hinter dem Haus die eineinhalbjährige Enkelin auf einem Bob hoch zu ziehen und ihr anschliessend – am Zugseil leicht bremsend nebenher trabend – das Gefühl einer rauschenden Bobfahrt zu geben. Sie schien Gefallen zu finden, nickte sie doch eifrig drei Mal, wenn ich fragte: «Nochmals?» Die Idee, sie dazu zu bringen, den Aufwärtsweg unter die eigenen Füsse zu nehmen, lief ins Leere: Dreimaliges Kopfschütteln. So dachte ich, ich könnte mir das Abwärtstraben ersparen und stattdessen mitfahren.

Gedacht, getan – doch: Das war der erste entscheidende Fehler! Nur schon das Aufsitzen auf einen Einsitzerbob erwies sich als kleine Akrobatikübung. Kauern bringe ich einigermassen hin. Aber mit über dem Bob gespreizten Beinen abzusitzen ohne rückwärts zu purzeln unter gleichzeitiger Rücksichtnahme auf die Pilotin klappte erst nach mehreren Fehlversuchen. Die Liebste war zu meinem Glück im Haus beschäftigt. Ihre ätzende Bemerkung über meine Vergangenheit als Präsident des Appenzellischen Turnverbandes hätte mir gerade noch gefehlt.

Die zwanzig Meter lange Abfahrt ging dann flott, die Kleine kicherte sogar. Der Bob stand still und sogleich stellte sich mir das nächste Problem: Aussteigen. Wie ich meine Beine auch immer anziehen wollte, ich kam nicht weg, denn aus physikalischen Gründen wäre es nötig gewesen, die Füsse mindestens auf eine Linie mit meinem Schwerpunkt zu bringen – unmöglich!

Ich schaffte es dann doch: Oberkörper nach links kippen (rechtes Bein hoch und senkrecht angewinkelt lassen), mit dem linken Ellbogen auf dem Boden abstützen, rechtes Bein in weitem Bogen über den Kopf der Kleinen hieven und gleichzeitig den ganzen Körper so abdrehen, dass man abgestützt auf beiden Armen neben dem Bob kniet. Dann fällt das Aufstehen nicht mehr schwer. Während ich den Schnee von den Hosen klopfe, macht die Kleine unübersehbare «Hü»-Bewegungen. Mein Rat an alle Grossväter, die in eine ähnliche Lage kommen sollten: Fragen Sie nicht «Nochmals?» Das wäre der zweite entscheidende Fehler!

Kein Fehler wäre es allerdings, den häufig gehörten Rat meiner Liebsten zu befolgen:«Regelmässig etwas Gymnastik würde auch dir nicht schaden!»

Peter Abegglen

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