Ensemble Desiderio: In perfekter Harmonie

Unter dem Motto «0 Maria Dulcis Rosa» interpretierte das Ensemble Desiderio sinnliche und virtuose Musik aus dem frühen Barock. Die Kompositionen stammten aus Norditalien.

Vreni Neher
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Neu St. Johann. Das Kirchenkonzert zum ersten Adventssonntag war geprägt von schönen musikalischen Themen mit schlichten Motiven und zarten graziösen Passagen. Mit grosser sängerischer Bravour und erfreulich natürlicher Stimme interpretierte die Sopranistin Regula Konrad mehrere marianische Gesänge – ausdrucksvolle Loblieder zu Ehren der Gottesmutter Maria.

Mit seltenen Instrumenten

Alle elf Barockkomponisten, die am Konzertabend aufgeführt wurden, schrieben sowohl instrumentale wie auch vokale Tongemälde, die sich sehr ähnlich waren. Das Ensemble für alte Musik beinhaltet Instrumente, die in unseren Breitengraden eher unbekannt sind. Eine Zinke zum Beispiel ist ein Horninstrument mit Grifflöchern, einem konischen Rohr und einem eingesetzten Trompetenmundstück.

Ebenfalls zur Anwendung kam die Dulcian, eine Frühform des Fagotts bestehend aus einer Holzröhre mit einem Metallblasrohr und acht Grifflöchern. Die Theorbe ist eine Basslaute mit Spielsaiten; das Instrument wurde früher vor allem als Kammermusikinstrument verwendet, seltener als Soloinstrument, da der lange Hals ein virtuoses Spiel erschwert.

Das Publikum kam in den Genuss dieses seltenen Instrumentes, da die sympathische Sängerin mit dem Theorbespieler Emanuele Fornil den Chorraum verliess und näher zum Publikum rückte. Ergriffenheit und Pathos prägten die sakralen Gesänge, begleitet von der langhalsigen Theorbe, die vom Musiker mit bezaubernder Klanglichkeit interpretiert wurde.

Alte Musik begeistert heute noch

Es war ein Zusammenspiel von schönster Harmonie, das die Zuhörenden bezauberte. Wie vielgestaltig die musikalische Sprache sein kann, hörte man von den andern Instrumenten, die leider nicht näher vorgestellt wurden. Es wirkten mit im Ensemble Hans-Jakob Bollinger, Zinke, Agathe Gautschi Zinke und Blockflöte, Markus Bertschi Posaune, Susann Landert Dulcian und Blockflöte, Emanuele Fornil Theorbe und Daniel Rüegg Orgel.

Dass man heute noch Musik interpretiert, die vor 500 Jahren komponiert wurde, ist erstaunlich und erfreulich; die Eigenheiten der verschiedenen Instrumente kommen auch heute noch zum Tragen durch all die jungen Musiker, die Barockwerke wieder aufleben lassen und damit ein grosses Publikum zu begeistern vermögen.

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