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ENNETBÜHL: Kleines Irish Pub auf grosser Reise

Es wird liebevoll «Red Breast» genannt, gehört dem Ennetbühler Andreas Lieberherr und ist wohl das kleinste Pub der Welt. Nun steht es bereit für das Irish Open Air vom kommenden Freitag und Samstag.
Patricia Wichser
Wenn nicht das kleinste, dann sicher das am weitesten gereiste Irish-Pub. 957 Kilometer war die bisher grösste Distanz. (Bild: Patricia Wichser)

Wenn nicht das kleinste, dann sicher das am weitesten gereiste Irish-Pub. 957 Kilometer war die bisher grösste Distanz. (Bild: Patricia Wichser)

Schätzungen in der Schweizer Irish-Szene zufolge besitzt Andreas Lieberherr das kleinste Irish Pub der Welt. Google und das «Guinnessbuch der Rekorde» belegen nichts anderes. Es könnte also gut möglich sein. Das zwei mal fünf Meter grosse Häuschen mit original irischem Charme wird regelmässig für Anlässe vermietet. Sogar in Poyenberg in der Nähe von Hamburg kennt man das kleine, aber feine Toggenburger Pub-Häuschen. Aber wie kam es dazu?

Eine Geschichte steckt hinter dem Pub

Peter Tanner, OK-Präsident des Irish Open Air Ennetbühl, besuchte 2008 das Irish Folk Open Air in Poyenberg, einem kleinen Dörfchen nördlich von Hamburg, und lernte das OK kennen. «Poyenberg hat sehr viel Ähnliches mit Ennetbühl. Sie haben auch eine Dorfbeiz und ein grosses alljährliches Fest. Am Irish Folk Open Air, das einen Abend lang dauert, kommen über 8000 Besucher. Die Tickets sind innerhalb von Minuten verkauft», erklärt Andreas Lieberherr. 2011 erhielt das Ennetbühler OK eine VIP-Einladung und so reisten vier OK-Mitglieder nach Schleswig-Holstein. Jeder Dorfverein kann dort einen Platz mieten, einen Stand aufstellen und präsentiert ein Land mit typischen Spezialitäten, so dass eine «Gastronomie aus aller Welt» zustande kommt. «Als ich das sah, dachte ich mir, dass ich nächstes Jahr auch mit einem Pub kommen werde», erzählt Lieberherr. Gesagt, getan. Hunderte von Stunden werkte er am Pub. «Einen Plan machte ich vorher nicht. Die Ideen und Vorstellungen kamen während des Arbeitens», erklärt der Ennetbühler, welcher bis 2017 rund 36 Häuschen für das Irish Open Air Ennetbühl anfertigte. Das rote Irish Pub wurde aus Konstruktions-3-Schicht-Platten hergestellt. Die Einteilung und die Sorgfalt zum Detail zeichnen das Unikat aus. Auch die Innenausstattung hat eine Geschichte: Sie kommt aus einem Pub in Irland, welches nicht mehr weitergeführt wurde und dessen Innenausstattung dann unter den Hammer kam. Während der Irland-Krise im Jahr 2008 verschwanden sehr viele Pubs und die Ausstattungen wurden verkauft.

Von Ennetbühl nach Poyenberg

Andreas Lieberherr kaufte eigens für den Transport nach Hamburg einen Anhänger mit der Maximalbreite. Die Anhängerfirma führte ihn vormittags beim Strassenverkehrsamt vor und am Nachmittag ging es mit Iveco-Bus, Anhänger und dem zwei Tonnen schweren Pub Richtung Norddeutschland. Eskortiert wurde der Transport von «Floh», dem «Security Hund» des Irish Open Air Ennetbühl. «Wir konnten natürlich nur 80 km/h fahren und so dauerte die Fahrt 16 Stunden», beschreibt Andreas Lieberherr das Abenteuer. Am Vorabend des Irish Folk Open Air kamen die Toggenburger mit «Red Breast» im 957 Kilometer entfernten Poyenberg an. Die Überraschung für Organisatoren und Besucher war riesig. Die Toggenburger mitsamt Pub wurden sogleich bestürmt. «Das Pub lief wahnsinnig gut», erklärt der Ennetbühler. Die Freundschaft zwischen den beiden Open-Air-OKs wird immer wieder gepflegt. Wichtige Termine sind der gegenseitige Open-Air-Besuch, aber auch der Kaltbrunner Märt oder ein Besuch nach dem Skifahren in der Schweiz ist zur Tradition geworden. Das «Red ­Breast» verbindet, schafft Freundschaften und gemütliche Stimmung unter irischer Flagge. Das Verblüffende: Der Charme des kleinen Irish Pub verzaubert alle Regionen, sei es bei einem Kirchenchorfest in der Nähe von Ilanz oder am Züri-Fäscht. Am 1. und 2. September gibt es ein Heimspiel für das weitgereiste «Red Breast»: Am Irish Open Air Ennetbühl erhalten die Besucher im kleinsten Pub Guinness, Kilkenny, Irischen Cider und Schützengarten ausgeschenkt.

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