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Engelssehnsucht

Toggenburger Adventskalender – Folge 16
Monika Rösinger
Geschichten gehören für Space in die Vorweihnachtszeit. Seine Mutter las ihm im irdischen Leben Adventsgeschichten vor. (Bild: Symbolbild/PD)

Geschichten gehören für Space in die Vorweihnachtszeit. Seine Mutter las ihm im irdischen Leben Adventsgeschichten vor. (Bild: Symbolbild/PD)

Cyber, Space und Digi hockten mit ihren Laptops auf den Knien in einer Himmelsecke. Jeden Tag durften sie einige Stunden gamen. Das war bei ihrem Eintritt so mit Petrus abgemacht worden. Ballerspiele kamen natürlich nicht in Frage, die hätten sie auch nicht mehr interessiert. Aber mit den spannenden, strategischen Spielen waren sie im Himmel immer auf dem neuesten Stand. Obwohl Space erst 17 und Digi erst 14 war, durften sie mit Cyber zusammen Spiele ab 18 benutzen. Als Engel waren sie reif dafür.

Cyber hatte ein Verkehrsunfall in Chicago hierher gebracht. Space hatte eine Krebserkrankung trotz Hightechmedizin in Zürich nicht überstanden. Digi war als Kindersoldat in Angola tödlich verletzt worden. Im Himmel ging es ihnen gut und sie fühlten sich wohl. Die Spiele fesselten sie, sie konnten sich jeweils kaum davon losreissen. Aber bei Petrus gab es da kein Pardon. Die abgemachten Zeiten mussten strikte eingehalten werden; schliesslich gab es im Himmel auch noch anderes zu tun. Heute zum Beispiel das Dekorieren des himmlischen Kindergartens für die Weihnachtszeit. Cyber schleppte einen riesigen Santaclaus aus Plastik heran, der hatte ihm zu Hause als Kind immer so gut gefallen. Digi kannte sich mit Weihnachten wenig aus, aber er erinnerte sich, dass es auf der Missionsstation jeweils geschmückte Palmwedel gegeben hatte. Also organisierte er einige Palmen in Kübeln und behängte sie mit Sternen. Space tat sich schwer. Seine Mutter hatte ihm und den Geschwistern jeweils Advents- und Weihnachtsgeschichten vorgelesen. Diese Erinnerung weckte eine grosse Sehnsucht in ihm. Er holte adventliche Bücher aus dem himmlischen Abstellraum und trug sie in den Kindergarten.

Da ging ein riesiges, weihnächtliches Fenster auf und er blickte direkt in eine Bibliothek. Dutzende Kinder sassen in einem Kreis und hörten einer Frau mit einem Bilderbuch zu. Ohne zu überlegen, holte Space in der Sternenkammer einen Sack Sternenstaub, packte seine beiden Freunde an ihren Federkragen und gemeinsam sausten sie durch den dunkeln Abendhimmel zum Bibliotheksfenster. «Schaut, das ist Advent für mich», erklärte er seinen Freunden. Diese wunderten sich. Der coole Space freute sich an Bildergeschichten? Unbemerkt schlichen sie zu den Kindern und liessen sich mit ihnen von der Geschichte verzaubern.

Mit vollen Händen warfen sie Sternenstaub in den Raum. Alles, auch die Jubiläumstafel, glitzerte. Auf dem Rückweg in den Himmel leerten sie den Sack über einem einsamen Haus.

Monika Rösinger

redaktion@toggenburgmedien.ch

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