Engagement endete nicht an der Grenze

Seit 34 Jahren bietet der Verein «Comitato Italiano Toggenburg» ein kleines Stück italienische Heimat mitten in Wattwil. Die Vereinsaktivitäten sind vielfältig und bieten nicht nur für Italiener viel Interessantes.

Thomas Geissler
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WATTWIL. Mit rund 100 Mitgliedern hat der Verein einen beachtlichen Zuspruch unter den rund 2000 im Toggenburg lebenden italienischen Staatsbürgern. Für diese bietet er in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Anlaufstelle, doch ist der Verein mit seinem Engagement alles andere als auf den italienischen Pass beschränkt.

Freizeitaktivitäten für Jugend

Jedes Wochenende ist das Clubhaus «Circolo Amicizia» an der Rickenstrasse in Wattwil geöffnet. Und dies gilt nicht nur für Italiener. Denn eines der Ziele, welches der Verein mit dem Clubhaus verfolgt, sei es, vor allem junge Menschen, egal welcher Herkunft, eine attraktive Möglichkeit zur Freizeitgestaltung zu bieten, wie Giorgio Giampietro erklärt. «Denn leider gibt es in Wattwil kein grosses Angebot für Jugendliche.»

Vom Kartenspielen, Billard oder gemeinsamen Mitfiebern bei Fussballübertragungen bis zum gemütlichen Beisammensitzen bietet das Clubhaus eine Anlaufstelle. Bewusst spielt die Nationalität dabei keine Rolle. Grundsätzlich legt der Verein zudem Wert darauf, weder eine politische, noch religiöse Ausrichtung zu haben.

Zweigstelle des Konsulats

Neben dem Engagement für Jugendliche aus der gesamten Region und wohltätigen Veranstaltungen wie an diesem Wochenende (siehe Text oben), ist die Pflege der italienischen Kultur eine der Hauptaufgaben des Vereins. In Zusammenarbeit mit dem italienischen Konsulat ist der Kulturverein für die italienische Schule in Wattwil verantwortlich. Während das Konsulat vor allem für die Finanzierung Sorge trägt, ist der Verein auf organisatorischer Ebene tätig. Einmal in der Woche findet in der Schule für alle Kinder mit italienischer Staatsbürgerschaft ab der ersten Klasse Unterricht statt. Die Sprache steht hier genauso auf dem Lehrplan, wie die italienische Kultur, Geographie und Geschichte. «Das Niveau des Unterrichts verändert sich parallel zum Unterricht in der normalen Schule», erklärt Simone Olivo, dass es eine italienspezifische Ergänzung darstellt. Die enge Zusammenarbeit mit dem Konsulat zeigt sich auch darin, dass dieses zweimal im Monat in einer Zweigstelle innerhalb des Clubhauses seine Türen für alle Anliegen der Konsulatsarbeit und für Informationen öffnet.

Gesellschaftliche Anlässe

Wichtige Termine im Vereinsjahr sind aber ebenso gesellschaftliche Anlässe wie die traditionelle Weihnachtsfeier oder der Muttertag, an dem die Mütter in diesem Jahr nicht nur ein kostenloses Drei-Gang-Menu mit Dessertbuffet geniessen durften, sondern auch ein Präsent erhielten. Der Verein organisiert zudem Ausflüge und Italienreisen für die Schüler der Italienischen Schule, wie Giorgio Giampietro erläutert. «Dabei versuchen wir, je nach Ziel und Dauer der Reise, einen guten Teil der Kosten zu übernehmen, damit die Reisen für alle Familien erschwinglich sind.»

Der neue Vereinsvorstand, der seit Februar dieses Jahres aktiv ist, setzt auf eine Mischung junger Ideen und gesetzterer Erfahrung. Die meisten Vereinsmitglieder jedoch sind jung. Simone Olivo selbst ist erst 20. Doch sind auch die älteren Semester immer wieder aktiv für den Verein engagiert.

Das älteste Vorstandsmitglied ist 72 Jahre alt. Auch zwei Frauen engagieren sich im Vorstand. Und diese Mischung hat bereits Erfolge gezeigt. «Bisher haben wir unsere Ziele erreicht», können sich Simone Olivo und Giorgio Giampietro zufrieden zeigen.