Energiesparen soll Priorität haben

Wer A sagt, muss auch B sagen. Deshalb ist der Entscheid des Einwohnerrats für die Gemeindebetriebe, künftig Naturstrom zu beziehen, folgerichtig. Herisau ist Energiestadt und trägt gemäss Gemeinderätin Regula Ammann-Höhener das Label «mit Stolz».

Patrik Kobler
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Wer A sagt, muss auch B sagen. Deshalb ist der Entscheid des Einwohnerrats für die Gemeindebetriebe, künftig Naturstrom zu beziehen, folgerichtig. Herisau ist Energiestadt und trägt gemäss Gemeinderätin Regula Ammann-Höhener das Label «mit Stolz». Mit der Zertifizierung ist die moralische Verpflichtung verbunden, bewusst mit der Energie umzugehen und eine Vorbildfunktion wahrzunehmen.

Die Gemeinde nimmt diese Vorbildfunktion wahr. Und sie bekennt sich zur Energiestrategie 2050 des Bundes, die einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie vorsieht. In der Bevölkerung dürfte der Entscheid trotz Mehrkosten von 50 000 Franken positiv aufgenommen werden. Denn viele Bürgerinnen und Bürger stehen der Kernenergie skeptisch gegenüber.

Das Setzen auf Naturstrom ist aber nur die eine Seite der Medaille. Der Entscheid vom Mittwoch darf nicht der Gewissensberuhigung dienen. Die Gemeinde muss auch in anderen Bereichen weiterhin konsequent den Hebel ansetzen, wenn sie ihrer Vorbildfunktion vollumfänglich gerecht werden will. Oberste Priorität hat das Energiesparen. Hellhörig macht, wenn die Gemeinde die Strategie verfolgen will, weniger in den Unterhalt der Liegenschaften zu investieren und nur die nötigsten Sanierungen vorzunehmen. Kompromisse zulasten von energetisch sinnvollen Massnahmen wären inkonsequent. Wer A sagt, muss auch B sagen.

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