Energie kann anstecken

Es wurde von einem der Hauptinitianten an der Gründungsversammlung des Vereins Solardorf Rehetobel selber in etwa so formuliert: Wer sich mit einer energiepolitischen Idee oder gar Vision exponiert, wird gerne einmal mit Wollpulli und langen Haaren assoziiert und läuft Gefahr, sich als Ökofundi

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Es wurde von einem der Hauptinitianten an der Gründungsversammlung des Vereins Solardorf Rehetobel selber in etwa so formuliert: Wer sich mit einer energiepolitischen Idee oder gar Vision exponiert, wird gerne einmal mit Wollpulli und langen Haaren assoziiert und läuft Gefahr, sich als Ökofundi zu blamieren. Dem geistigen Vater der Idee einer autarken Versorgung der Rehetobler Haushalte mit Solarstrom ist dies verdientermassen nicht passiert. Schon vom Erscheinungsbild und auch vom gar nicht eifernden Auftreten her ist Kantonsschulprofessor Andreas Zech ein ganz normaler Bürger, genauso wie seine inzwischen gefundenen Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Doch die Initiative, ein paar schöne Präambelsätze in einem kommunalen Leitbild nicht einfach als solche zur Kenntnis zu nehmen und «abzulegen», sondern daran zu arbeiten und sie in einem Teilbereich zu einer Vision mit durchaus realer, wenn auch noch keineswegs gesicherter Realisierungschance weiterzuentwickeln, verdient Lob, wie immer man energiepolitisch gewickelt ist. Dass solche Energie ansteckend im guten Sinne sein kann, zeigt die Gründung eines Trägervereins mit doch beachtlicher Resonanz. Nur schon dadurch wurde in Rehetobel ein Signal gesetzt. Nicht alle werden begeistert sein, aber Anerkennung gebührt solcher Initiative allemal, genauso wie dem Umstand, dass man es souverän vermieden hat, auf der Welle der Atomkritik zu reiten, wie sie nun tsunamiartig überschwappt und wie es sich selten schön angeboten hätte. Hier sind Leute am Werk, denen es um die Sache und nicht um Emotionen geht. Das ist leider ziemlich selten geworden. Hanspeter Strebel