Endspurt beim Wasserlehrpfad in Stein

Die Informationstafeln zum Wasserlehrpfad werden derzeit angebracht – er steht kurz vor der Vollendung. 70000 Franken müssen noch gesammelt werden. Dennoch ist die Eröffnung auf kommendes Frühjahr angesetzt.

Astrid Zysset
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Arnold Zellweger, Wasserwart und Steins Gemeindevizepräsident, steht zusammen mit Fritz Leirer, Präsident der Wasserkommission Stein und Hundwil, an der ersten Station des Wasserlehrpfades. (Bild: ASZ)

Arnold Zellweger, Wasserwart und Steins Gemeindevizepräsident, steht zusammen mit Fritz Leirer, Präsident der Wasserkommission Stein und Hundwil, an der ersten Station des Wasserlehrpfades. (Bild: ASZ)

Die erste von insgesamt 13 Informationstafeln ist montiert. Sie steht bei der Aufbereitungsanlage Örtlismühle bei Hundwil und illustriert, wie ein hydraulischer Widder funktioniert. Daneben, in einem Schaukasten, findet sich just ein solcher. Ein Widder ist in der Lage, mittels des Druckstosses des Wassers jenes bis zu 500 Meter in die Höhe zu transportieren – allerdings mit erheblichen Verlusten. Lediglich ein Drittel der Wassermenge kommt tatsächlich oben an. «Normalerweise sieht man den Widder nie. Man hört höchstens das Klopfen», so Wasserwart Arnold Zellweger. Genau das will aber der Wasserlehrpfad: Den ganzen Wasserkreislauf aufzeigen. Und zwar von der Quelle bis in die Häuser und Weiler, zu den Kläranlagen und schlussendlich in die Gewässer, wo das Wasser dann wieder verdunstet und als Niederschlag zur Erde zurückkommt, gespeichert und wieder genutzt wird. Schweizweit ist der Wasserlehrpfad ein einzigartiges Projekt. Und eines, das nun kurz vor der Vollendung steht.

Der Wasserlehrpfad führt 1,5 Kilometer entlang eines offiziellen Wanderwegs von der Örtlismühle hinauf bis unterhalb des Restaurants Alpenrose. An einigen Stationen stehen ausschliesslich Infotafeln, die verschiedene Themen des Kreislaufes und die Nutzungen mittels Beschreibungen aufzeigen. An einzelnen Stationen findet sich zusätzlich Anschauungsmaterial wie eine Brunnenstube mit Quelle oder ein Wasserrad samt Wasserspiel. Insgesamt drei Jahre dauerte der Aufbau. Viel Fronarbeit steckt in diesem Pfad. Doch die 18 Freiwilligen der Wasserkommission Hundwil Stein haben diese gerne geleistet. Auch den aufwendigen Unterhalt, der nach der Inbetriebnahme auf sie zukommt – in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Verkehrsverein – nehmen sie in Kauf.

Die Idee des Wasserlehrpfades stammt von Fritz Leirer, Präsident der Wasserkommission Hundwil Stein. Die Region Buchberg gilt als eines der grossen Wassergebiete im Kanton. Aus insgesamt 62 Quellen auf drei Gebieten fliessen jährlich durchschnittlich zirka 500000 Kubikmeter Wasser. Zuviel, um es ungenutzt in fliessende Gewässer zu führen. Ein Teil der grossen Menge – rund ein Drittel – wird seit Frühjahr 2017 in einer Aufbereitungsanlage filtriert und kann als Trinkwasser genutzt werden. Die noch ungenutzten Quellen werden beobachtet, um bei Bedarf auch genutzt zu werden. «Wir haben grosse Mengen an Wasser mit guter Qualität», so Leirer. «Wir müssen sorgfältig damit umgehen.» So entstand auch der Grundgedanke des Wasserlehrpfades: Die Menschen sollen sensibilisiert werden, Sorge zum Wasser zu tragen. Für den Betrieb des Wasserrades inklusive eines Wasserspiels wird eine nicht erschlossene Quelle genutzt. Diese liegt unterhalb des Fitzisbachs; bei Hochwasser fliesst Bachwasser zu. «Diese Quelle als Trinkwasser aufzubereiten, wäre zu teuer. Die Menge ist auch gering», so Leirer. Das Wasser sei aber ideal, um es durch die Anschauungsobjekte des Pfades fliessen zu lassen.

70000 Franken fehlen noch

Insgesamt 200000 Franken kostet die Erstellung des Wasserlehrpfades. Geld, das durch Gemeindebeiträge, Stiftungen und private Spenden zusammen gekommen ist, respektive gesammelt werden muss. 70000 Franken fehlen nämlich noch. Leirer spricht davon, dass es einer «Knochenarbeit» bedarf, um die Restsumme zu erhalten. Aber gleichzeitig zeigt er sich zuversichtlich, dass es ihm gelingen wird. Die Sponsoren und Gönner werden an der Aussenwand der Aufbereitungsanlage aufgelistet. Die Eröffnung des Pfades ist auf kommenden Frühling geplant. Dann werden auch die Flyer bei Appenzellerland Tourismus aufgelegt sein und erste Führungen stattfinden. Mit diesen soll das Projekt einmal selbsttragend werden.