Ende Monat ist der Mond im Schatten der Erde

Der Sternenhimmel im September 2015 Aufgang: 1. September: 06.48 Uhr MOZ 23. September: 07.15 Uhr MOZ 30. September: 07.25 Uhr MOZ Untergang: 1. September: 19.57 Uhr MOZ 23. September: 19.14 Uhr MOZ 30.

Hanspeter Steidle
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Der Sternenhimmel im September 2015

Aufgang:

1. September: 06.48 Uhr MOZ

23. September: 07.15 Uhr MOZ

30. September: 07.25 Uhr MOZ

Untergang:

1. September: 19.57 Uhr MOZ

23. September: 19.14 Uhr MOZ

30. September: 18.59 Uhr MOZ

Am 23. September ist Tag- und Nachtgleiche. Die Sonne überschreitet den Himmelsäquator.

MOZ = Mittlere Ortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

Neumond: Sonntag, 13. September, im Sternbild Löwe

Vollmond: Montag, 28. September, im Sternbild Fische

MERKUR

Der Merkur kann während des ganzen Monats nicht beobachtet werden.

VENUS

Sie ist im September der Morgenstern und wird gegen Ende des Monats noch heller. Anfang September geht sie um circa 5 Uhr auf, Ende Monat schon um 4.30 Uhr. Man kann sie fast bis zum Sonnenaufgang sehen.

MARS

Gegen 4.30 Uhr geht der Mars im Osten auf und kann in den frühen Morgenstunden beobachtet werden.

JUPITER

Der Jupiter wandert durch das Sternbild Krebs und ist am Morgenhimmel zu sehen.

SATURN

Der Saturn kann nur noch in den frühen Abendstunden beobachtet werden. Man sieht ihn jetzt besser, weil die Dunkelheit früher einsetzt.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Wegen der Sommerzeit liegen die wichtigsten Sommersternbilder immer noch in der Meridianregion. Es sind die Sternbilder Schwan, Adler und Schütze (horizontnah).

Das Milchstrassenband zieht sich vom Nordosten quer über die Meridianregion nach Südwesten und teilt den Himmel in zwei fast gleiche Hälften. In der östlichen Hälfte sind es, vom Horizont an beobachtet, die Sternbilder Steinbock, Wassermann, Pegasus und Fische. Hoch im Nordosten sieht man, anschliessend an das Pegasus-Viereck, die Andromeda-Sternenkette. Sie reicht bis zum Perseus, der fast ganz in der Milchstrasse liegt.

Östlich der Fische sind drei Sterne, dreieckartig angeordnet. Es ist ein Sternbild, das nur aus wenigen mässig hellen Sternen besteht. Es ist der Widder. Der Widder spielte in der griechischen Mythologie eine wichtige Rolle. Astronomisch befand sich der Frühlingspunkt vor zweieinhalbtausend Jahren im Sternbild Widder. Heute befindet er sich im Sternbild Fische, in einigen hundert Jahren wird er im Sternbild Wassermann sein. Der Frühlingspunkt ist der Ort, an dem sich die Sonnenbahn mit der Erdbahn kreuzt. Er ist, kalendarisch gesehen, der Ort der Tag- und Nachtgleiche. Der Frühlingspunkt ändert seine Position dauernd wegen der Präzession der Erdachse. Wie bei einem Kreisel beschreibt die Erdachse einen Kreis. In 25 800 Jahren zeigt die Erdachse, auf die Fixsterne bezogen, wieder auf die gleichen Sterne. Die Zeit eines Achsumlaufes nennt man Platonisches Jahr. Der Polarstern bleibt also nicht der Nordstern, an dem man sich nachts immer orientieren kann. Erst in einigen hundert Jahren werden die Menschen merken, dass der Nordstern «gewandert» ist.

Zurück zum Sternhimmel: Die beiden Sternbilder Schwan, Adler und westlich des Schwans das Sternbild Leier bilden mit ihren drei hellen Sternen das Sommerdreieck. Sie sind auf der Sternkarte rot markiert. Es sind noch vier weitere interessante Objekte erwähnt, die sehenswert sind: Der Doppelstern Albireo im Schwan: Ein Stern leuchtet orange, der andere blau.

Die Andromeda-Galaxie ist in klaren Nächten ein prächtiges Objekt. Die elliptische Form und die helle Mitte der Galaxie sind deutlich erkennbar. Die Andromeda-Galaxie ist die Nachbargalaxie in einer Entfernung von circa 2,5 Millionen Lichtjahren. Ein prächtiger Sternhaufen ist M15 im Sternbild Pegasus; er ist relativ leicht zu finden. Schon im Feldstecher sieht man ihn deutlich. Der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules ist, im Fernrohr betrachtet, eine Augenweide. Er enthält etwa 300 000 Sterne und befindet sich in einer Entfernung von 25 000 Lichtjahren. M13 ist der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel. Man kann bei guter Sicht sogar Randsterne des Haufens sehen. Im Sternbild Cepheus westlich der Cassiopeia, dem Himmels-W, kann man am Boden des hausähnlichen Sternbildes im Fernrohr einen roten Stern sehen. Er wurde von Wilhelm Herschel Granatstern genannt. Er ist ein gewaltiger roter Überriese mit einem etwa 1000fachen Sonnendurchmesser und gehört zu den grössten bekannten Sternen überhaupt.

TOTALE MONDFINSTERNIS

Eine totale Mondfinsternis, die bei gutem Wetter in hiesigen Breitengraden in der ganzen Länge beobachtet werden kann, findet in der Nacht vom Sonntag, 27. auf Montag, 28. September statt. Um 2.10 Uhr taucht der Mond in den Halbschatten der Erde ein und um 3.07 Uhr in den Kernschatten. Im Kernschatten der Erde wird der volle Mond von 4.11 bis 5.24 Uhr zu sehen sein. Die erste totale Mondfinsternis dieses Jahres fand am 4. April statt. Sie war hier nicht zu beobachten, denn sie fand tagsüber statt. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde ist kaum zu sehen, fotografisch ist er jedoch erfassbar. Interessant ist bei Mondfinsternissen der Farbwechsel des Mondes ins Rötliche. Warum wird der Mond rot? Die Erdatmosphäre streut rotes Licht weniger stark als blaues. Man kennt das Morgen- und das Abendrot des Himmels. Das Sonnenlicht legt dann einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Weil das rote Licht weniger gestreut wird, erscheint uns der Himmel rötlich. Wenn der Mond bei einer Finsternis durch den Kernschatten der Erde geht, dann wird ein Teil des nicht gestreuten roten Lichts in der Erdatmosphäre den Mond leicht rötlich färben. Ob der Mond nun eine schöne rötliche Färbung bekommt oder nur eine schwache, vielleicht sogar bräunliche, hängt vom Wassergehalt der Erdatmosphäre ab. Eine totale Mondfinsternis kann, im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis, oft über eine Stunde lang beobachtet werden. Eine totale Sonnenfinsternis kann maximal sieben Minuten dauern. Ein weiterer, interessanter Effekt der Mondfinsternis: Der vor der Finsternis hell erleuchtete Himmel zeigt nur noch wenige Sterne. Während der Totalitätsphase erscheinen die Sterne wieder. Rund um den verfinsterten Mond sieht man die Sternbilder. Sobald das Licht des Vollmondes nach der Finsternis wieder leuchtet, verschwinden die Sterne. Mondfinsternisse wurden früher von alten Kulturvölkern noch eher akzeptiert, weil während der ganzen Verfinsterungsphasen der Mond immer zu sehen war. Bei totalen und partiellen Sonnenfinsternissen dagegen glaubten alte Völker an einen Himmelsdrachen, der die Sonne anknabbert oder gleich ganz verschlingt. Deshalb mussten die Götter besänftigt werden, damit die Sonne nicht ganz verschwand. Bei den Inkas und Mayas wurden sogar Menschenopfer dargebracht. Bis heute gaben die Himmelsdämonen die Sonne glücklicherweise immer wieder frei.

STERNSCHNUPPEN

Zwei Sternschnuppenströme im September stammen von aufgelösten Kometen. Die Erdbahn kreuzt diese einmal pro Jahr. Weil in den Bahnen der aufgelösten Kometen Hunderttausende kleine Steine und kleine Felsbrocken des Kometen verteilt sind, treffen immer einige dieser Reste beim Durchgang der Erde in die Erdatmosphäre und verglühen. Anfang September sind es Sternschnuppen, welche mit circa 65 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre gelangen. Ende Monat sind es Sternschnuppen eines andern Kometen, die jedoch viel langsamer fliegen.

Sie gehören mit rund 30 Kilometern pro Sekunde zu den langsameren Sternschnuppen. Je nachdem, wie die Steine in die Atmosphäre gelangen, fliegen sie schneller oder langsamer. Die günstigste Beobachtungszeit für Sternschnuppen liegt stets zwischen 22 und 4 Uhr.

Beobachtungsabend Bei schönem Wetter wird am Freitag, 4. September, ab 21 Uhr in der Sternwarte Heiterswil ein öffentlicher Beobachtungsabend durchgeführt. Dieser ist kostenlos. Auf www.avt.astronomie.ch wird am 4. September um 19 Uhr über die Durchführung orientiert.

Bild: Hanspeter Steidle

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