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Emotionale Achterbahnfahrt

NECKER. Die Kommission Gesundheit und Prävention lud am Dienstagabend zum interaktiven Theaterabend. Die Theatergruppe Knotenpunkt rückte den Alkoholkonsum ins Rampenlicht.
Nadine Rydzyk
Das Theater Knotenpunkt wagt sich erfolgreich an das facettenreiche und damit schwierige Thema des Alkoholmissbrauchs von Erwachsenen. (Bild: Thomas Geissler)

Das Theater Knotenpunkt wagt sich erfolgreich an das facettenreiche und damit schwierige Thema des Alkoholmissbrauchs von Erwachsenen. (Bild: Thomas Geissler)

«Ich habe alles im Griff», «Du hast das Mass verloren», «Ich könnte jederzeit aufhören». Mit diesen und ähnlichen Aussagen machte am Dienstagabend im Oberstufenzentrum das Theater Knotenpunkt in Necker die Schwierigkeit deutlich, beim Alkoholkonsum zwischen Genuss und Abhängigkeit zu unterscheiden. Die Kommission Gesundheit und Prävention der Gemeinden Hemberg, Neckertal, Oberhelfenschwil und Schönengrund setzte mit der Veranstaltung einen zu Diskussionen anregenden Impuls und holte ein weiteres Mal ein Thema in den Blickpunkt, das sonst oft unter den Teppich gekehrt wird.

Hilflosigkeit überwiegt oft

Da Alkohol zu den sogenannten legalen Drogen gehört und in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz als Genussmittel und Teil des gesellschaftlichen Leben geniesst, ist es besonders schwierig, ein missbräuchliches Konsumverhalten nicht nur zu erkennen, sondern vor allem auch, dieses zu thematisieren. Dies gilt für Betroffene selbst wie für Angehörige oder Beobachter. Denn so einfach es scheint, bei einem Jugendlichen in dieser Hinsicht zu intervenieren, so schwierig wird es spätestens bei einem Erwachsenen.

Entsprechend ist der Umgang mit Menschen, die von einer Alkoholabhängigkeit betroffen oder von dieser gefährdet sind, oft von Hilflosigkeit geprägt. Dass es hier kein Patentrezept, aber durchaus Möglichkeiten zum Agieren gibt, machte die Theatergruppe Knotenpunkt mit ihrem neuesten interaktiven Stück «Zum Wohl!» eindrücklich deutlich. Gemeinsam mit dem Publikum wurden nach dem eigentlichen Theaterstück anhand einer Auswahl von Szenen Optionen erarbeitet, wie man sich in zunächst heikel scheinenden Situationen verhalten könnte. Die Vorschläge des Publikums wurden unter der Moderation von Fra Zeller und vor dem mit Bierkästen bestückten Bühnenbild direkt auf ihre Tauglichkeit getestet. So konnte man sich an den beeindruckenden und lebensnahen schauspielerischen Leistungen von Søren Ehlers, Thomas Fuhrer, Agnes Krähenbühl und Anna Maria Tschopp erproben.

Alle sind mitbetroffen

Schnell wurde dabei klar, dass weder anschreien noch anschweigen ein probates Mittel ist. Doch wie können sich beispielsweise Arbeitgeber, Kollegin und Kollege oder die Angehörigen auf eine positive und zielgerichtete Art einmischen, aktiv werden und mit einem Betroffenen konstruktiv ins Gespräch über Alkohol kommen?

Die Figuren des Stücks reflektierten dabei eine emotionale Achterbahnfahrt – vom verzweifelten Ehegatten über die sich verantwortlich fühlende Tochter, die Kollegen, die auf den Feierabend anstossen wollen, und den Arzt, der die Angelegenheit im wahrsten Sinne nüchtern abhandelt. Von Überforderung, Angst, Hoffnung, Enttäuschung, Wut und Scham bis zu Schuldgefühlen wurde facettenreich gezeigt, welche Problematiken und Gefühlswirrungen mit in die Thematik hineinspielen. Ebenso beschäftigte sich das Stück mit der Rehabilitation und mit Rückfällen und beleuchtete Umgang und Rolle von Familie und Freundeskreis, Arbeitgeber und Hausarzt. So endete es, wie es begonnen hatte – fast zumindest.

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