Elternforum als Erfolgsgeschichte

Vor zwei Jahren wurde das Elternforum Bühler gegründet. Ziel war es, eine Schnittstelle zwischen Eltern und der Schule zu schaffen. Heute besteht das Forum aus einem achtköpfigen Kernteam und 40 Unterstützern. Das Thema Mobbing ist einer der Schwerpunkte.

Chris Gilb
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Bekim Ibraimov und Carsten Dieckmann präsentieren das Elternforum an der Viehschau Bühler. (Bild: pd)

Bekim Ibraimov und Carsten Dieckmann präsentieren das Elternforum an der Viehschau Bühler. (Bild: pd)

BÜHLER. Carsten Dieckmann ist ein engagierter Mann. Er sitzt in der Schulkommission, ist Teil des Organisationsteams für den Hilfskonvoi von Teufen in den Nordirak und Leiter des Elternforums Bühler. «Wir haben festgestellt, dass die Hemmschwelle, sich bei Anliegen direkt an die Schulkommission zu wenden, gross ist. Auch umgekehrt gab es für die Entscheidungsgremien keine richtige Ansprechperson auf Elternseite», sagt Dieckmann. Die Eltern seien also vor der Entscheidung gestanden, einen Elternrat zu gründen oder ein Elternforum. «Wir haben uns für ein Forum entschieden, ein Elternrat ist an zu viele Kriterien gebunden, etwa, dass eine gewisse Anzahl Vertreter für jede Klasse einsitzen muss. Wir wollten lieber eine flexiblere Struktur schaffen.»

Anliegen aus Schülerrat

Vor zwei Jahren entstand dann das Elternforum Bühler, eine Schnittstelle zwischen Eltern, Lehrern und der Kommission. Deshalb setzt sich das Kernteam von acht Personen auch aus Vertretern aller drei Interessengruppen zusammen. «Wir setzen uns nicht mit Fällen auseinander, die nur einzelne Schüler betreffen, wir wollen keine parallele Schulkommission sein, sondern nehmen vielmehr allgemeine Anliegen auf.» Als Beispiel nennt Dieckmann die Schulwegsicherheit oder die Elterninformation. «Für uns Eltern ist Mobbing ein grosses Thema, täglich wird man in den Medien mit den drastischen Auswirkungen davon konfrontiert und weiss nicht, wie man damit umgehen soll.» Das Elternforum hat deshalb gemeinsam mit der Schule einen Vortrag zum Thema Umgang mit dem Internet organisiert. Ein weiterer in Kooperation mit der Erwachsenenbildung Mittelland mit dem Schwerpunkt soziale Medien findet am 25. Februar statt. Um die Anliegen der Schüler zu kennen, nehmen Mitglieder des Forums auch jeweils an Sitzungen des Schülerrats teil. «So wurden wir darauf aufmerksam, dass die Schüler ein Depot für ihre Winter-Spielsachen, etwa Schlitten, bei der Schule wünschen», sagt Dieckmann. Entstanden ist deshalb eine kleine Hütte als Aufbewahrungsort. Ein weiteres Schwerpunktthema des Forums ist die Integration. «Es war früher relativ schwer, Kontakt zu den einzelnen ausländischen Eltern im Dorf herzustellen, sozial bleiben sie eher unter sich. Die beiden Elternabende im Jahr reichten fürs Kennenlernen nicht aus, und so blieben auch ihre Anliegen ungehört», sagt Dieckmann.

Grosse Helferschaft

Im Forum engagiere sich jetzt ein Vater mit Migrationshintergrund, der an den regelmässigen Sitzungen über die Bedürfnisse der ausländischen Eltern informieren könne. «Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz aufs Forum. Schon verschiedentlich haben wir uns mit Sammelaktionen für die Realisierung von Schulprojekten engagiert und konnten jedesmal auf eine grosse Helferschaft zurückgreifen.» Etwa 40 Personen würden dem Kernteam ständig zur Verfügung stehen. Das Forum trägt sich finanziell selbst: «Dies war uns von Beginn an ein Anliegen, um unabhängig zu bleiben», sagt Dieckmann. Jedes Jahr organisiert das Forum einen gemeinsamen Anlass, damit sich die Familien untereinander besser kennenlernen. Dieses Jahr ist es eine Wanderung, die am 5.März stattfindet.

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