Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eltern stöhnen über hohe Kosten

Eine Umfrage im Auftrag des Kantons zu den Themen Arbeit, Pflege von Angehörigen und externe Kinderbetreuung zeigt: Letzteres Angebot wird als teuer kritisiert. Der Bericht macht Vorschläge für konkrete Verbesserungen.
Jesko Calderara
Die Autoren schlagen vor, das Betreuungsangebot stärker auf die Bedürfnisse der Familien abzustimmen. (Bild: Urs Bucher)

Die Autoren schlagen vor, das Betreuungsangebot stärker auf die Bedürfnisse der Familien abzustimmen. (Bild: Urs Bucher)

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es in Appenzell Ausserrhoden Handlungsbedarf. Dies hat eine Befragung von 2300 Personen ergeben, welche das Schweizer Forschungs- und Beratungsunternehmen Infras im Auftrag des Amtes für Soziales, Abteilung Chancengleichheit, durchgeführt hat. Die Ergebnisse sollen für verschiedene kantonale Ämter und die Gemeinden nützliche Daten bereitstellen. Unter anderem hat sich der Regierungsrat in der Legislatur 2016 – 2019 das Ziel gesetzt, attraktive Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen.

Die Teilnehmer der Umfrage waren im Alter zwischen 25 und 75 Jahren, wobei je nachdem andere Themen im Zentrum standen. Der abschliessende Familienmonitoringbericht Appenzell Ausserrhoden ist in die Bereiche Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen unterteilt.

Viel Freiwilligenarbeit in Ausserrhoden

Gemäss dem Bericht ist ein Vollzeit erwerbstätiger Vater und eine Teilzeit arbeitende Mutter mit einem Pensum unter 50 Prozent das am häufigsten gewählte Arbeitsmodell in Ausserrhoden. Die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit kleinen Kindern und einem Partner liegt leicht unter dem Schweizer Durchschnitt. Optimierungspotenzial gibt es bei den familienfreundlichen Arbeitsbedingungen. Vor allem Frauen könnten relativ selten von flexiblen Arbeitszeiten und Home-Office profitieren, wie die Teilnehmenden in der Umfrage angaben.

Hingegen ist der Anteil jener, die Freiwilligenarbeit leisten, im Kanton mit 50 Prozent sehr hoch. Während sich Männer vermehrt in Sportvereinen, der Feuerwehr und in der Politik engagieren, sind Frauen im sozial und kirchlichen Bereich freiwillig tätig. Zudem gaben 37 Prozent der befragten Eltern an, Kindertagesstätten oder Mittagstische zu nutzen. Der Monitoringbericht zeigt in diesem Zusammenhang allerdings ein Problem auf: Als Hindernis für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden die Kosten für solche externen Betreuungsangebote genannt.

Interessant sind darüber hinaus die Erkenntnisse zum Studienteil pflegende Angehörige. Rund die Hälfte der Betroffenen ist zwischen 50 und 65 Jahre alt. Viele von ihnen sind erwerbstätig und betreuen oftmals noch Enkelkinder.

Finanzielle Unterstützung mit Gutscheinen

Im Schlussteil haben die Autoren des Berichts basierend auf den Umfrageresultaten mögliche Handlungsoptionen abgeleitet. Sie empfehlen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen in Wirtschaftsbranchen mit einem hohen Frauenanteil zu fördern. Als Beispiele werden das Gesundheitswesen und der Detailhandel genannt. Dadurch erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes weiterhin erwerbstätig bleiben. Zudem besteht gemäss den Befragungen der Wunsch nach Teilzeitarbeit für Männer. Unternehmen und die Gesellschaft müssten vermehrt dafür sensibilisiert werden, heisst es in der Studie. Damit könnte ein stärkeres Engagement der Väter bei der Kinderbetreuung ermöglicht werden. Eine weitere Empfehlung betrifft das Kinderbetreuungsangebot. Dieses müsse bedürfnisgerechter gestaltet werden, etwa bei den Aspekten Distanz zum Wohn- und Arbeitsort und Betreuungszeiten. Die Autoren schlagen ferner vor, die Kosten für die externe Kinderbetreuung durch eine stärkere Mitfinanzierung der öffentlichen Hand zu senken. Als Möglichkeiten werden Betreuungsgutscheine und eine Aufstockung der Zahl der subventionierten Plätze genannt. In diesem Bereich seien insbesondere Alleinerziehende auf Unterstützung angewiesen.

Vorgeschlagen werden im Bericht auch Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige. Gelingen könnte dies mit kostenlosen Entlastungsmöglichkeiten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.