Ella Schenk: 42 Jahre lang gewirtet

OBEREGG. Volle 42 Jahre lang hat Ella Schenk-Aeschlimann mit Herzblut das an der Hauptstrasse Heiden-Oberegg gelegene «Grütli» geführt. Am 3. Juni wurde sie zur letzten Ruhe geleitet.

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Ella Schenk «Grütli»-Wirtin (28.4.1931 bis 21.5.2015) (Bild: Peter Eggenberger)

Ella Schenk «Grütli»-Wirtin (28.4.1931 bis 21.5.2015) (Bild: Peter Eggenberger)

OBEREGG. Volle 42 Jahre lang hat Ella Schenk-Aeschlimann mit Herzblut das an der Hauptstrasse Heiden-Oberegg gelegene «Grütli» geführt. Am 3. Juni wurde sie zur letzten Ruhe geleitet.

Ella Schenk wurde am 28. April 1932 als Tochter von Ella und Alfred Aeschlimann im schaffhausischen Dörflingen geboren, wo die Eltern ein Restaurant führten. Nach dem Schulbesuch arbeitete die junge Tochter in der Firma Knorr im benachbarten Thayngen.

«Grütli» als Heimat

Nach der 1958 erfolgten Heirat mit Karl Schenk, Oberegg, wurde die Ladernweid (heute Rutlenstrasse) mit Landwirtschaft und Restaurant Grütli ihre neue Heimat. Dem Ehepaar wurden die Töchter Sonja, Verena und Silvia geschenkt. Regelmässig half die junge Frau ihrer Schwiegermutter Julie Bühler in der Wirtschaft, und nach deren Tod übernahm Ella die Hauptverantwortung für das «Grütli». Nach dem Hinschied von Gatte Karl im Jahre 1985 wirtete sie weiter und machte ihr Wirtshaus zum beliebten Treffpunkt.

Neuerungen realisiert

Bereits 1979 wurde das 1874 erbaute «Haus Grütli» einer gründlichen Aussenrenovation unterzogen. 1995 erfolgten die Erneuerung der Küche, die Sanierung der sanitären Einrichtungen und weitere Anpassungen an die moderne Zeit. Unangetastet aber blieben die beiden heimeligen Gaststuben, die den Reiz des Erststock-Restaurants ausmachten.

Treue Gäste

Weit über die Grenzen des Vorderlandes hinaus war das «Grütli» mit der wirtenden Urgrossmutter (nach den fünf Gross- hatten sich im Laufe der Jahre auch sieben Urgrosskinder eingestellt) ein Begriff. Gerne wurde bei Ella Einkehr gehalten, zumal hier Gleichgesinnte an den höckigen Tischen verweilten und immer das Neueste erfuhren. Als in den letzten Jahren gesundheitliche Störungen das Leben immer stärker erschwerten, wurde die umgängliche Wirtsfrau von ihrer «Gastig» in verschiedensten Bereichen tatkräftig unterstützt. Ella wollte um keinen Preis aufgeben, war ihr doch das «Wirtschäftli» längst zur Passion und Lebensaufgabe geworden.

Ungewisse Zukunft

Im Frühling 2015 aber war ein Wechsel ins regionale Betreuungszentrum Heiden unumgänglich, wo Ella Schenk am 21. Mai nach kurzem Aufenthalt verstarb. Als engagierte «Grütli»-Wirtin und liebenswerte Persönlichkeit aber bleibt sie unvergessen. Bis auf weiteres bleibt die Wirtschaft geschlossen, und die Zukunft wird weisen, ob je wieder einmal eine Einkehr im heimeligen Erststock-Beizli zwischen Heiden und Oberegg möglich sein wird. (pe)

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