Elektra: Noch vieles unklar

LÜTISBURG. Die Vorversammlung der Politischen Gemeinde sowie der Schulgemeinde Lütisburg vom Donnerstag sah keine speziellen Traktanden vor. Nichtsdestotrotz hatten die Behörden viel Interessantes zu vermelden. Für Diskussionsstoff sorgte die Elektra.

Mario Fuchs
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Schulratspräsident Felix Tschirky machte den Anfang. Für ihn war die Vorversammlung allerdings eher eine Art Anfang vom Ende (seiner Amtszeit) – spricht er doch heuer nach seinem Rücktritt im Mai vergangenen Jahres zum letzten Mal als Präsident zu den Stimmbürgern. «So ist dies für mich ein spezieller Abend», begann Tschirky. Am Sonntag, 3. April, wird sich Josef Rütsche als einziger Kandidat der Ersatzwahl stellen (Wiler Zeitung vom 9. März).

Begeisterung und Engagement

Im Rückblick auf das vergangene Schuljahr betonte Felix Tschirky die gute Stimmung in den Schulhäusern. «Das gesamte Team – und damit meine ich alle vom Hauswart über die Lehrpersonen bis in den Schulrat – zeigt Begeisterung, Engagement und Herzlichkeit», freute er sich. Nicht nur seine Mitarbeiter, auch die Zahlen aus dem abgeschlossenen Berichtsjahr geben Tschirky Anlass zur Freude. So konnten etwa die Bauarbeiten am Vorplatz des Schulhauses Dorf (Sanierung Parkplätze, neue Zufahrt, Neubau Busunterstand, Sanierung Velounterstand) mit Kosten von 111 800 Franken deutlich unter dem budgetierten Betrag von 124 700 abgeschlossen werden. Die Sanierung der Pausenhalle kostete 34 600 Franken – eine Punktlandung bei budgetierten 35 000 Franken.

Im Budget 2011 auffällig ist die Erhöhung des Aufwands im Konto Schulrat, Kommissionen, Verwaltung um 20 000 Franken auf neu 175 000 Franken. Hauptgrund dafür, so erklärte Felix Tschirky, sei, dass das Schulratspräsidium neu gemäss den kantonalen Vorgaben in Stellenprozente gefasst und besoldet werde. «Wir sind im Schulrat einstimmig der Meinung, dass das Amt professionalisiert werden muss. Mit dem vorgesehenen Jahreslohn von rund 30 000 Franken sind immer noch ein grosser Teil an Sitzungen und anderen Arbeitsstunden nicht abgedeckt», so Tschirky

Weder zur Rechnung noch zum Budget tauchten in der Bürgerschaft Fragen auf, so dass Tschirky das Wort behende an Gemeindepräsidentin Imelda Stadler für die Vorversammlung der Politischen Gemeinde übergeben konnte. «Obwohl heute nichts Spezielles auf der Traktandenliste steht, könnte es heute Abend trotzdem sehr interessant werden», meinte Imelda Stadler – und sollte damit recht behalten.

«Zukunft» verschoben

Nach einer Gratulation an die Adresse des in der Gemeinde wohnhaften «Schützenpaars» Andrea und Marcel Bürge, welches vergangene Woche an den Schweizer Meisterschaften der Luftgewehrschützen in Bern die goldene, respektive die bronzene Medaille gewonnen hatte, nahm Imelda Stadler die Traktandenliste in Angriff. «2010 war kein einfaches Jahr, der Gemeinderat hatte viele Herausforderungen zu meistern», resümierte Stadler. Stets sei man sich im Rat mit Respekt und voller Tatendrang begegnet. So etwa im Projekt Zukunft Lütisburg, welches wegen Zeitmangels vorübergehend habe zurückgestellt werden müssen. «Im April wird der Gemeinderat eine Klausurtagung abhalten. Anschliessend werden wir die Bevölkerung im Rahmen der angekündigten Zukunftskonferenz mit einbeziehen», skizzierte Imelda Stadler den Fahrplan.

Im vergangenen Jahr konnten aber auch viele wichtige Projekte abgeschlossen werden. So wurde auf der Gemeindeverwaltung das Geographische Informationssystem GIS eingeführt oder der Spielplatz Lüspi erneuert, so dass dieser wieder den aktuellen BFU-Normen entspricht.

An der Letzistrasse oberhalb der Thur mussten aufgrund von Leitungsarbeiten mehrere Tannen entfernt werden. Um weiterhin die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, wurde als Ersatz für die Bäume eine Leitplanke installiert, was unvorhergesehene Mehrkosten verursachte. Für das dortige Gebiet muss überdies aufgrund «erheblicher Gefährdung» eine Zonenplananpassung vorgenommen werden, informierte die Gemeindepräsidentin.

«Sehr positives Ergebnis»

Die Rechnung 2010 schloss mit einem Überschuss von rund 265 000 Franken, welcher dem Eigenkapital zugeführt werden soll. Das laut Imelda Stadler «sehr positive Ergebnis» kam unter anderem dank mehr Steuereinnahmen und tieferen Sozialleistungen zustande. Der Steuerfuss soll unverändert bei 147 Prozent verbleiben. Die Vorversammlung verlief zügig und ruhig. Erst, als gegen Ende das Thema Elektra aufs Tapet gebracht wurde, meldeten sich Bürger zu Wort (siehe Kasten).