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EISHOCKEY: Weggefährten und Privattrainer

Bis Ende August hält sich Timo Meier in der Heimat auf: Der NHL-Stürmer aus Herisau trifft auf Schulkameraden und erzählt von überraschenden Erfahrungen in Kalifornien.
Lukas Pfiffner
Auf heimatlichem Eis an der Technik, der Dynamik, dem Abschluss arbeiten: Timo Meier im Sportzentrum. (Bilder: PF)

Auf heimatlichem Eis an der Technik, der Dynamik, dem Abschluss arbeiten: Timo Meier im Sportzentrum. (Bilder: PF)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Kräftig ist der Körper des Drittklässlers Timo Meier. Elf Jahre sind seither vergangen. Selbstverständlich erkennt er auf dem Bild die Kollegen vom Herisauer Schulhaus Landhaus. Jens Nater, der in Visp spielt. Michell Speranzino, den SCH-Stürmer. Mit dem 1.-Liga-Aufsteiger absolviert Meier derzeit einzelne Eistrainings. Ein bisschen weiter als früher ist Meiers Weg; die Eltern sind nach Rorschacherberg gezogen. Der 21-jährige Stürmer der San José Sharks, 184 cm gross und 94 kg schwer, verbringt den Sommer in eigener Regie, wie das in der National Hockey League üblich ist. Er hat wenig Kontakt mit den Verantwortlichen in den USA. In den nächsten Tagen wird er in Rapperswil mit den Lakers auf dem Eis stehen. Und auch in Kreuzlingen, wenn Biel dort ein Trainingslager durchführt.

Zweimal pro Woche arbeitet Meier mit Christian Rüegg und hat die ganze Eisfläche für sich allein. Nur ein Torhüter aus Kreuzlingen ist anwesend. «Der Goalie ist eine zusätzliche Challenge, und es macht mehr Spass», meint Meier. Viele Übungen um die Hindernisse auf dem Eis beendet er mit einem Abschluss. Oft hat Meier in Serien Puckkontakt. «Rebound» heisst das aus dem Basketball stammende Zauberwort für Nachschuss.

«In einem Teamtraining ist dafür zu wenig Zeit»

Entsprechend intensiv ist diese Stunde. Kurze Absprachen erfolgen. Meier hat gewisse Hausaufgaben aus den USA mitgebracht. «Er weiss, was er braucht und will. Ich helfe ihm, gebe Hinweise», meint Rüegg. Seine Firma mit Sitz in Ermatingen heisst Sport Performance GmbH. Rüegg hat sich als Ausbildner über die Region hinaus einen guten Ruf geschaffen und Meier schon 2016 betreut. Zum Teil werden Kamera und iPad benützt. «Etwa um die Haltung beim Schuss oder Laufen anzuschauen. In einem Teamtraining ist dafür zu wenig Zeit», erklärt Rüegg.

Timo Meier trifft nicht nur auf Schulkollegen, sondern auch auf andere Wegbegleiter. Bevor er am vergangenen Freitag das Sportzentrum-Eis betritt, begegnet er Jochen Iglowstein. Der 73-jährige Eislauflehrer hat mit zwei Mädchen geübt. Als Knirps habe Timo Stunden genommen. Er sei ein brillanter Läufer gewesen. Aber: «Niemand ist so brillant, dass er nicht mehr trainieren müsste», ergänzt Iglowstein. Durchhaltewillen ist auch aktuell gefragt. «Wenn die arrivierten NHL-Spieler ins Camp stossen, trainieren wir mit etwa 50 Spielern in zwei Abteilungen.» Ende Juli stand Meier mit den besten jungen Schweizern und Nationalcoach Patrick Fischer in Bern auf dem Eis. «Das war eine gute Erfahrung.» Die WM in Paris und Köln war im Frühling ein Thema. Aber San José wollte, dass er mit dem Farmteam Barracudas die Playoffs spielte. Welche Note gibt der Herisauer seiner Saison 2016/17? «Eine 4,75.» Im Herbst erfolgte der Start nach Pfeifferschem Drüsenfieber verzögert. «Ich brauchte Geduld, fing michzaber auf. In den Playoffs kam ich richtig in Fahrt.» Drei Tore und drei Assists buchte er in 39 NHL-Partien. Sich Gedanken zu machen, was in den Köpfen von Coaches und General Manager vorgehe, bringe nichts. Er sei einmal im Car der Barracudas gesessen und habe gedacht, er habe sein schlechtestes Spiel seit langem gemacht. «Da bekam ich zu hören, ich käme beim nächsten Mal bei den Sharks zum Einsatz.»

In zwei Wochen reist Meier nach Kalifornien zurück. Zur Vorbereitung gehören im Juli und August Beweglichkeits- und Krafttrainings nach dem Fahrplan seines privaten Athletiktrainers Nick Hess. Meist waren das zwei Einheiten pro Tag. «Nur am Wochenende und am Mittwochnachmittag mache ich meistens nichts.» Schliesslich hatte er dann jeweils auch schulfrei, damals.

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